Die Athleten, die in der ersten Jahreshälfte bei nationalen oder internationalen Meisterschaften ihr Glück alleine probieren, freuen sich auf die Kämpfe für Mannschaften in ihren Vereinen. Die Fans sind neugierig auf Neuzugänge und brennen auf die Duelle auf der Matte und heißumkämpfte Derbys.

AC Lichtenfels sagte früh ab

Doch nicht beim AC Lichtenfels! Die Corona-Pandemie und die vielen Unsicherheiten veranlassten die Verantwortlichen des ACL Anfang August zur Entscheidung, in diesem Jahr nicht an der Bundesliga teilzunehmen. Betroffen davon sind nicht nur die Anhänger, sondern auch ACL-Kämpfer und die bundesligaerfahrenen Neuzugänge Gabriel Stark und Tim Müller. Viele Athleten der Bundesliga finanzieren sich über Mannschaftskämpfe der Bundesliga, auch wenn dies nicht vergleichbar mit Sportarten wie Fußball oder Basketball vergleichbar ist.

Hannes Wagner braucht Praxis

Als Kaderathlet und Teil der Spitzensport-Förderung ist das Eigengewächs Hannes Wagner nicht nur Herzstück des AC Lichtenfels, sondern auch Profisportler. Ein Jahr "Pause" ist in seiner Situation nicht möglich. "Es ist quasi mein Job", sagt der international erfolgreiche 25-Jährige. Da der Lichtenfelser den größten Teil des Jahres für seinen Sport vom Polizeidienst freigestellt ist, stand eine Pause nicht zur Debatte. "Ausschlaggebend ist die Wettkampfpraxis", sagt Wagner, die er nach der langen Wettkampfpause wieder brauche.

Als klar wurde, dass diese Wettkampfpraxis im Trikot des AC Lichtenfels nicht möglich sein werde, musste schnell eine Entscheidung her, zumal sich die Wechselfrist - keine zwei Wochen blieben zu diesem Zeitpunkt - dem Ende zuneigte. Neben dem Rückzug einiger Teams schränkte auch die Überlegung, welche Mannschaft in seiner Gewichtsklasse und Stilart überhaupt Verstärkung brauche, Wagners Möglichkeiten ein. Schließlich waren die Verantwortlichen des ASV Schorndorf "die ersten, die sich meldeten" - und Wagner war, nach Abstimmung mit der Vorstandschaft des ACL, froh, "noch wo untergekommen zu sein."

Mit Play-off-Ambitionen

Für die regulären Kämpfe in seiner Gewichtsklasse sowie die Aussicht auf eine Play-off-Teilnahme und damit gegebenenfalls den ein oder anderen zusätzlichen Einsatz hat er sich das Ziel gesteckt "das Beste rauszuholen." Das bedeutet für ihn, seine Kämpfe zu gewinnen und an seine gute Verfassung Anfang des Jahres, als er bei der Europameisterschaft Bronze holte, anzuknüpfen. Wo es dann für die Mannschaft hin geht, bleibt abzuwarten.

Schorndorfer holten Stäbler

Zwar hat sich der ASV Schorndorf, nicht zuletzt durch Hochkaräter Frank Stäbler, auch an anderer Stelle verstärkt, jedoch waren auch andere Vereine hinsichtlich später Neuverpflichtungen durchaus aktiv. Dank der Möglichkeit, Ringer für die Saison 2020 zu verleihen, hat der Transfermarkt in den letzten Wochen noch einmal Fahrt aufgenommen. "Viele Ringer waren froh, noch irgendwo unterzukommen", fasst Wagner zusammen.

Im Zuge dieser zweiten Transferwelle nutzen auch die Neuzugänge des AC Lichtenfels diese Möglichkeit. Gabriel Stark wird für den SC Kleinostheim auflaufen.

Auch Tim Müllers Rückkehr an den Obermain wird sich verzögern. In seinem Fall durch eine Gastsaison bei Johannis Nürnberg. "Endlich zurück auf die Matte", will Müller, wenngleich er sich sehr auf Lichtenfels, das Team und die Fans in der Halle gefreut hat. Das habe leider zu warten, auf "nächstes Jahr dann, wenn es endlich wieder in Lichtenfels los geht!".

Spannende Bundesliga-Runde

Wenngleich die Bundesliga in diesem Jahr dezimiert stattfinden wird, verspricht die Saison spannend zu werden. Durch zahlreiche Wechsel und Ausleihen und die Unklarheit, ob und in welchem Umfang es möglich sein wird, ausländische Sportler einzusetzen, werden die Karten neu gemischt.

Alle drei ACL-Leihgaben treten in der Bundesliga-Staffel Südost an. Am Samstag treffen bereits Wagners Schorndorfer auf die Johannis Grizzlys aus Nürnberg. 2021 so hofft Hannes Wagner, "wird in Lichtenfels hoffentlich alles wieder gewohnt laufen."