Am Dienstag bestätigte Geschäftsführer Fabian Franke, dass die Zahl der infizierten Bewohner auf 51 angestiegen sei, 85 Prozent. Dazu kommen 26 Mitarbeiter, bei denen ebenfalls Covid 19 nachgewiesen wurde, 50 Prozent der Belegschaft. Insgesamt fehlen 33 Leute, auch durch andere Krankheiten.

Der zuvor schwerste Corona-Ausbruch hatte sich während der erste Welle im Mai im Pflegeheim in Marktgraitz ereignet. Dort infizierten sich 22 der 72 Bewohner, dazu neun von 69 Mitarbeitern. Acht Bewohner starben. Im BRK-Pflegeheim "Am Weidengarten" kam es zu einem kleineren Ausbruch zu Beginn der zweiten Welle im November. Zwei Bewohner infizierten sich. Zwei davon verstarben mit Corona, wobei nicht gesagt werden kann, ob die Infektion der Grund war, da sie schon vorher schwere Lungenerkrankungen hatten.

Da sich das Virus so schnell ausbreitete, lässt das Landratsamt prüfen, ob es sich um eine neue, gefährlichere Variante von Covid 19 handelt. Dazu soll eine Probe noch einmal gesondert untersucht werden.

Eine der ersten Einrichtungen

Am 27. und 28. Dezember wurden viele Bewohner vom mobilen Impfteam des Landkreises geimpft. Das Pflegeheim St. Elisabeth war eine der ersten Einrichtungen in der Region. Inzwischen fanden durch die Teams Impfungen in zehn stationären Pflegeeinrichtungen, in einer stationären Einrichtung für Menschen mit Behinderung und in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Senioren statt. Das Gesundheitsamt ermittelt, wie es zu dem Ausbruch gekommen sein könnte.

"Bislang ist dem Landratsamt Lichtenfels von keiner weiteren Einrichtung ein nachgelagertes Ausbruchsgeschehen bekannt", sagte Sprecher Andreas Grosch. Zudem wären die Mitarbeiter alle mit den vorgeschriebenen Schutzkleidung samt FFP-2-Masken im Haus unterwegs gewesen, hätten nur kurz mit den Bewohnern Kontakt gehabt. "Das aktuelle Ausbruchsgeschehen im Pflegeheim Elisabeth lässt keine Rückschlüsse auf ein Fehlverhalten des Impfteams zu."

Auch nach einer Impfung ist man nicht sofort immun gegen den Virus. Es dauert einige Zeit, bis sich Antikörper bilden. Guter Schutz besteht erst rund einer Woche nach der Impfung mit der zweiten Dosis.

"Sowohl Antigenschnelltests als auch PCR-Tests auf SARS-CoV-2 liefern nur eine Momentaufnahme und sagen nichts über den tatsächlichen Infektionsstatus eines Getesteten aus", sagt Grosch. So könne sich eine Person trotz negativem Testergebnis bereits in der Inkubationsphase befinden.

"In diesem Fall wird das Ergebnis eines neuerlichen Tests zu einem späteren Zeitpunkt positiv ausfallen."