Es war ein Fest für die ganze Gemeinde, als gestern die Wiedereinweihung des Pfarramts- und Dekanatsgebäudes mit einem Festgottesdienst und einer Besichtigung der renovierten Räumlichkeiten gefeiert wurde. Damit ist nun der Komplex aus Dekanatsgebäude, Gesamtverwaltungsstelle und Wohnhaus des Dekans endgültig fertiggestellt. Alle drei Häuser gruppieren sich um den neuen Innenhof.
Als überaus gelungen wurde die Renovierung bei der Besichtigung durch die Ehrengäste und Gemeindeglieder empfunden. Rund 480 000 Euro hat die Neugestaltung gekostet. Ein erstaunlich geringer Betrag, wenn man berücksichtigt wie sehr das Gebäude dazugewonnen hat. In seiner Predigt stellte Dekan Johannes Grünwald einen Bezug zwischen dem renovierten Ggebäude und dem biblischen Gleichnis vom Sämann, dessen Samen nur zum Teil auf fruchtbaren Boden fallen.
Er bezeichnete das renovierte Gebäude mit einem Saatgutlager für Kirchengemeinde und Dekanat. Hier würde das Säen vorbereitet, wenn Taufen angemeldet, Hochzeiten und Beerdigungen vorbereitet werden. Auch wenn diese Samen ganz unterschiedlich gedeihen würden so sah Dekan Grünwald darin doch ein hoffnungsvolles, Mut machendes Bild für den Glauben.

Multifunktionsgebäude
Wie jedes ältere Haus hat auch das Dekanatsgebäude seine eigene Geschichte. War es früher in erster Linie das Wohnhaus für den ersten evangelischen Pfarrer in Michelau, so ist es heute ein Multifunktionsgebäude mit zahlreichen Mitarbeitern, die hier ihren Dienst an der Gemeinde und im Dekanat leisten.
1807 wurde das prägende Gebäude in der Ortsmitte zum ersten Mal bezogen vom damaligen Dekan Ernst Anton Clarus, dem ersten evangelischen Pfarrer in Michelau. Das Haus bildete die Wohnung des Pfarrers und beinhaltete auch ein Büro. Es gab damals übrigens auch Stallungen die sich wohl dort befanden, wo bis in die 70er-Jahre die Verwaltungsgebäude waren.
Vor diesem historischen Hintergrund war auch der Denkmalschutz sehr gewinnbringend an der Generalsanierung des Dekanatsgebäudes beteiligt. So wurde der Eingang, der sich seit 1970 an der Westseite befand, an die nördliche Rückseite des Hauses verlegt. Das entspricht mehr den ursprünglichen Gegebenheiten. Anfang des 19. Jahrhunderts befand sich die Eingangstür an der südlichen Straßenseite. Mit dem Denkmalschutz abgestimmt wurde auch der neue behindertengerechte Zugang. Er bildet mit der Eingangstreppe nun das verbindende Element zwischen dem "Altbau" und dem Neubau der Gesamtverwaltungsstelle. Eine Lösung, die Dekan Johannes Grünwald als "sehr gelungen" ansieht, denn der Platz zwischen der Gesamtverwaltungsstelle dem Dekanatsgebäude soll als "Ort der Kommunikation" offen für eine Vielzahl von Anlässen sein. So wurde dort bereits im Vorjahr der Adventsmarkt abgehalten. Gleichzeitig bildet der Innenhof bei schönem Wetter einen Ort der Begegnung aller hier ansässigen und arbeitenden Personen. Immerhin 25 Arbeitsplätze beherbergen inzwischen Gesamtveraltungsstelle und Dekanat.
Geblieben sind die drei Stockwerke im Innern des renovierten Dekanatsgebäudes. Im Erdgeschoss befindet sich nun ein behindertengerechtes WC, das auch während der Gottesdienste geöffnet sein wird. Das Pfarramt ist im gleichen Raum geblieben. Das ehemalige Büro des Diakons wurde in einen Raum für Medien und als Stauraum für Papier umgestaltet.
Die EDV wurde komplett in die benachbarte Gesamtverwaltungsstelle verlagert. Umgekehrt befindet sich die Heizung für alle drei Gebäude (Dekanat, Gesamtverwaltungsstelle, Wohnhaus des Dekans) im alten Haus. Im ersten Stock befinden sich das Dekanatsbüro und Arbeitszimmer des Dekans.