Normalerweise geht man ins Restaurant, um etwas zu essen. An diesem Abend sind die Leute jedoch gekommen, weil sie kochen wollen. Besser: Weil sie lernen möchten, noch ein bisschen besser zu werden am heimischen Herd. In der Küche des Hotel-Restaurants Rödiger ist alles vorbereitet für einen längeren Abend. Der Männer-Kochkurs kann beginnen.

Seit einigen Jahren bietet Rico Pfitzner solche Kurse an und gibt sein Wissen an Hobbyköche weiter. Der 35-Jährige ist Maître de Cuisine, also Küchenchef und Teamleiter bei Rödiger. Die Kursteilnehmer, sagt er, können meist schon ein wenig kochen, einige seien sogar verflixt gut. Kochen ist ihr Hobby, doch Tipps vom Fachmann holen sie sich sehr gerne - und sie seien gelehrige, wissbegierige Schüler.

Zeit sollte man sich schon nehmen
Für diesen Abend haben Rico Pfitzner und sein Team schon vieles vorbereitet. Damit es einfach schneller geht beim Kursabend - aber eigentlich, scherzt er, sei das Kochen ein Zeitvertreib: Man braucht Zeit und merkt oft nicht, wie schnell die Stunden bei all dem Schneiden, Würzen, Rühren und Dünsten vergehen.

Wie gesagt: An diesem Abend wartet eine lange Liste auf die Kochlehrlinge. "Männerkochkurs Teil 1" lautet der Arbeitstitel. Rico Pfitzner hat dafür bewusst Gerichte ausgewählt, die alltagstauglich sind, die aber auch an Festtagen locker mithalten können. Zunächst werden die Hobbyköche in die Geheimnisse von Gemüsefond und Knoblauchpaste eingewiesen. Sie lernen dann, eine helle Grundsauce zu zaubern und aus dieser eine Holländische Sauce abzuleiten. Mit Tomatensauce und -suppe sowie einer Hackfleischsauce endet das Soßenkapitel.

Kapitel "Hauptgerichte"
Nun geht's an die Hauptspeisen: Geschnetzeltes "Zürcher Art" und "Gyros Art", Zaziki, Gulasch, Hackfleischküchla, Kartoffelauflauf mit Schinken und Lauch, Gurkensalat, Balsamicodressing sowie Sahnedressing stehen auf der Agenda der Speisen, die an diesem Abend entstehen sollen.

Ein bisschen Show ist auch dabei
Rico Pfitzner fungiert dabei nicht nur als Koch, er unterhält sein Publikum auf angenehme Weise. Seine Tipps sind stets leicht verständlich. Ein wenig Show gehört schon auch dazu, findet der 35-Jährige mit einem Augenzwinkern. Er wendet einen Pfannkuchen, indem er ihn gekonnt im Luftraum über der Pfanne in Eigendrehung versetzt. Mit gespielt verdutztem Blick schaut er nach oben: "Wie in der Werbung: Vati! Wo ist denn der Pfannkuchen?"

Das Kochen hat Rico Pfitzner von seiner Oma gelernt. Ihr schaute er Tricks ab, löcherte sie mit Fragen und lernte, dass Kochen immer etwas mit Kreativität zu tun hat. Spielerisch eignete er sich Wissen über Nahrungsmittel und deren Zubereitung an - das Fingerspitzengefühl hatte er ohnehin. Über seine Berufswahl, scherzt er, habe er sich aber später schon Gedanken machen müssen: "Es sollte was mit Hitze sein - Afrika oder Koch. Aber Afrika war mir zu weit."

Während Rico Pfitzner brät, schneidet, schwenkt und rührt, hat er ein höchst aufmerksames Publikum: genüsslich ziehen die Topfgucker das Aroma dieser Soße ein, kosten jenes Gericht und kommentieren mit freudig gewölbten Augenbrauen den Geschmack von Fleischküchla und Dressing.

Produkte aus der Region
Der Appetit kommt beim Kochen könnte die Abwandlung eines gängigen Sprichworts hier lauten. Wie rote Fäden ziehen sich einige Standardregeln durch den Kurs: Ein Koch sollte den Eigengeschmack der Speisen herausarbeiten. Die Gewürze und Zutaten sind dabei oft dieselben: "Die üblichen Verdächtigen - Salz, Muskat und Pfeffer." Die Menge macht's. Die Kreativität des Kochs und sein Fingerspitzengefühl sind gefragt.

Welche Speisen auf den Tisch kommen, das ist sowieso variabel. Jeder Mensch mag etwas anderes, und über Geschmack braucht man besser nicht streiten.

Rico Pfitzner hat, was die Auswahl des Fleischs und der Zutaten betrifft, eine einfache Philosophie: Produkte aus der Region, Fleisch von artgerecht gehaltenen Tieren und drumherum wenig Schnickschnack: "Ich brauche nicht alles, was es auf der Welt gibt in Bad Staffelstein - ich brauche keine Froschschenkel und ich brauche keine Stopflebern."