Zum Funktionär, so sagt er, eigne er sich nicht. Viel lieber steckt er mitten im Turniergeschehen. Der 50-Jährige ist Turnierdirektor und eines der Gesichter der alljährlichen oberfränkischen Schachmeisterschaften auf Schloss Schney. Und er pflegt eine eigene Webseite über das Spiel der Könige: www.steffans-schachseite.de. - nicht kommerziell.

Sieben Personen in der Medienzentrale

"Im Keller ist die Medienzentrale", sagt Steffan. Hier sind die Computer, die die Spielergebnisse erfassen, hier befindet sich der Stab aus sieben Personen, der dafür sorgt, dass ein viertägiges Turnier mit über 100 Teilnehmern und sieben Runden im Hauptfeld reibungslos über die Bühne gehen kann.

Eigentlich sind es mindestens vier Turniere pro Jahr, die der Logistiker und Administrator aus Auerbach in der Oberpfalz zu betreuen hat. Den Auftrag hierfür erhält er vom DSB (Deutscher Schachbund). So betreute er auch unlängst das renommierte Erfurt-Open mit 370 Teilnehmern.

Kontakte zu Großmeistern

Steffan kennt sich aus mit Großmeistern, pflegt Kontakte zu ihnen. Das ergibt sich, wenn man in der 2. Bundesliga vier Vereine betreut. Es liefert ihm aber auch die Geschichten und Anekdoten, die er im eigenen Blog schreibt. Werbung betreibt er auf seiner Seite nicht, dafür aber einen täglichen Arbeits- und Pflegeaufwand von zwei Stunden.
Es fallen ihm viele Geschichten um Schachprofis und Turniere ein. Auch darum, weil er mit Großmeistern, die oft lange Anreisen aus fernen Ländern in Kauf nehmen, finanzielle Konditionen für ihre Turnierteilnahmen aushandeln muss. Das gilt für professionelle Turniere.
Für die "Oberfränkische" in Schney gilt das nicht. Hier kämpfen keine Großmeister auf der Jagd nach Preisgeldern, hier geht es für ambitionierte Hobby-Spieler um Punkte und Wertungszahlen. Beim Turnier in Schney ist Steffan schon seit 1997 dabei.

Seit 1995 im Internet vertreten

Auch für die geeignete Software zeichnet er verantwortlich, denn das Turnierverwaltungsprogramm muss doch einige Ansprüche erfüllen. Wer spielt gegen wen? Wie wirkt sich das auf die Wertungszahlen der Spieler aus? All das muss berechnet und dargestellt werden. Aber wo?
1995 ging das mit dem Internet los und bald beschäftigte Steffan eine Frage: "Wie kann man eine Plattform für Spieler schaffen?" Möglichst noch eine übersichtliche und informative aber nicht von Werbung getragene. Er hat sie geschaffen und ist stolz auf eine ihr eigene Besonderheit: das ziemlich lückenlose Archiv mit Schachpartien aus über 30 Jahren 2. Bundesliga.

Ehrenamtlich in Schney

Einmal im Jahr ist der 50-Jährige ehrenamtlich auf Schney aktiv. Er kümmert sich um Fragen zur Anreise, zu Übernachtungen, zur Auswertung der Spielstärken und in Beschwerdefällen auch darum. Er hat auch dafür gesorgt, dass alle Spieler ein Namenschild erhalten, auf dem ihr Heimatverein und ihre Spielstärke verzeichnet stehen. "Das ist die Wertschätzung der Spieler, die sind das auf dieser (Nicht-Großmeister)-Ebene nicht gewohnt. Sie merken: sie werden ernst genommen. Für mich ist die ,Oberfränkische' in Schney so toll wie ein Großmeisterturnier. Für mich ist das kein Wald- und Wiesenturnier."
Autorität hat Steffan. Und eine Glocke als Hilfsmittel: Ein Markenzeichen, wenn man so will. Kinder lieben es, wenn er im Jugendturnier durch ihren Klang zur Ruhe gemahnt und eine neue Runde einläutet.