Klar fanden es Zuhörer wie Musiker schade, dass das Konzert nicht wie geplant im Freien stattfinden konnte. Schließlich heißt die Veranstaltung ja "Songs in einem Pfarrersgarten". Doch die unsichere Wetterlage veranlasste dazu, das Ganze ins Gemeindehaus zu verlagern. Doch das änderte nichts an der Kraft, die dem Mix aus Songs bekannter Liedermacher und Eigenkompositionen Erik Konietzkos innewohnte. "Es würden keine Fäuste fliegen und keinem Menschen ging es schlecht, das Gute würde spielend siegen und jedes Lächeln wäre echt", heißt es etwa in Hermann van Veens "Könntest du zaubern".

Lebenshungrig und aufrüttelnd

Längst ist Erik Konietzko musikalisch kein unbeschriebenes Blatt mehr. Wer ihn kennt und spielen und singen hört wie am Samstagabend an der Seite von Leon Büttner und Lena Schmid, der spürt, dass zwei musikalische Seelen in seiner Brust wohnen. Wenn er Georg Danzers "Ruf mi ned o", der mit diesem Lied musikalisch eine enttäusche Liebe verarbeitete, humorvoll anmoderiert oder die Liebeserklärung eines Wolfgang Buck ans Frankenland ("Sambesi") zum Besten gibt, ist das gesanglicher und instrumentaler Ausdruck von Lebenshunger. Wie seine musikalischen Vorbilder widmet sich der Bad Staffelsteiner aber auch ernsteren Themen, rüttelt auf. Das Wühlen in der menschlichen Seele ist dennoch von einer optimistischen Grundhaltung begleitet. Konstantin Weckers Appell "Sage nein!" zum Beispiel trug eine entsprechende Botschaft an die rund 70 Zuhörer heran, sich bei Ungerechtigkeiten mutig einzumischen und aufzustehen.

Konietzko hatte auch einige Eigenkompositionen in das Konzert eingebaut. "Unsichtbar" handelt davon, dass man sein wahres Ich zeigen sollte und "Über deinen Schatten" davon, dass wir uns oft selbst im Weg stehen, wenn wir uns auf etwas Neues einlassen oder etwas anpacken wollen, das schon lange in unseren Köpfen herumschwirrt, wozu wir uns aber noch nicht entschließen konnten. Premiere feierte im evangelischen Gemeindehaus Konietzkos "Alle Menschen suchen nach dem Sinn", ein Lied im Genre "geistliches Liedgut".

Lena Schmid und Leon Büttner, ein ehemaliger Schulkamerad, begleiteten Erik Konietzko an diesem Abend musikalisch. Wie sehr die Zuhörer angetan waren, zeigte sich daran, dass sie zwei Zugaben einforderten.

Schon bald, nämlich am Mittwoch, 4. September, tritt Erik Konietzko wieder auf, und zwar an der Orgel bei der um 21 Uhr beginnenden "Bad Staffelsteiner Nachtmusik" in der Evangelischen Dreieinigkeitskirche. Auch Lena Schmid an der Flöte wird erneut mitwirken.