Neben aktuellen Fragen zur Sozialpolitik standen vor allem sechs Ehrungen für 65-jährige Treue zum VdK im Mittelpunkt der Arbeitstagung des VdK-Kreisverbandes Lichtenfels in der Gaststätte "Zum Löwen" in Oberlangheim.
Kreisvorsitzender Heinz Wittmann und seine Stellvertreterin Monika Faber als Vorsitzende des ausrichtenden Ortsverbandes Lichtenfels begrüßten dazu alle Vorsitzenden und Kassierer der 24 Ortsverbände. Mit dieser jährlichen Veranstaltung sollen die Kontakte zu und zwischen den Ortsverbänden verbessert und aktuelle Themen angesprochen werden.

Wittmann ging vor allem auf das Thema Pflege ein, dem nach Auffassung des Verbandes ein höherer Stellenwert eingeräumt werden muss. Eine klare Absage erteile der VdK dem Vorschlag, die Pflegeversicherung durch eine freiwillige private Zusatzversicherung zu ergänzen. Stattdessen fordere man einen Solidarausgleich zwischen privater und gesetzlicher Pflegeversicherung. So könnten die jährlichen Milliardenüberschüsse in der privaten Pflegeversicherung zur Finanzierung von Leistungen für Demenzkranke verwendet werden.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand aber eine Ehrung von fünf Männern und einer Frau für 65-jährige Treue zum VdK beziehungsweise jahrzehntelange aktive Tätigkeit in ihren Ortsverbänden. Alle waren also bereits zwei Jahre nach Kriegsende 1947 eingetreten und hatten bald Verantwortung übernommen.

Viel Einsatz gezeigt


Ein leuchtendes Beispiel ist der Ehrenvorsitzende des Ortsverbandes Marktzeuln, Hans Bühlhorn aus Zettlitz, der von 1975 bis 2005 den Verein als Vorsitzender mit großem Einsatz führte.
Sage und schreibe 51 Jahre lang, nämlich von 1959 bis 2010, führte Reinhard Beck als Schriftführer gewissenhaft Protokoll über die Versammlungen und Geschehnisse des Ortsverbands Burgkunstadt. Zudem gehörte er von 1993 bis 2005 als Beisitzer dem VdK-Kreisverband an. Außerdem fungiert er ab 2003 bis zum heutigen Tag als stellvertretender Ortsvorsitzender.

Ebenfalls beim VdK-Ortsverband Burgkunstadt erwarb sich der 90-jährige Bruno Thienwiebel große Verdienste, der von 1961 bis 2007, 46 Jahre lang, als Kassierer die Finanzen des Vereins verwaltete. Auch als Mitbegründer der Versehrtensportgruppe in Burgkunstadt im Jahr 1968 machte er sich einen Namen.

Der 92-jährige Ehrenvorsitzende des Ortsverbandes Michelau, Fritz Bonhag, engagierte sich 20 Jahre lang, von 1976 bis 1996, als Zweiter Vorsitzender in seinem Verein, ehe er von 1997 bis 2000 sogar den Vorsitz übernahm.
Ebenfalls beim Ortsverband Michelau war Johanna Schöpf, die viele persönliche Schicksalsschläge hinnehmen musste, 28 Jahre lang von 1984 bis April 2012 als Schriftführerin tätig. Zusätzlich war sie zuletzt noch drei Jahre lang als Frauenvertreterin im Einsatz. Georg Bischoff betätigte sich von 1951 bis 1953 als Vorsitzender und von 1970 bis 1987 als Zweiter Vorsitzender beim VdK-Ortsverband Mürsbach. Seit 1988 hat er nun schon das Amt des Kassierers beim zum Kreisverband Lichtenfels gehörenden Ortsverband Itzgrund inne, der ihn zum Ehrenmitglied ernannt hat. Zudem war er 13 Jahre als Schriftführer tätig.

Zu dieser Ehrung war extra der Landesgeschäftsführer des VdK Bayern, Albrecht Engel, angereist, der den Mitgliedern der ersten Stunde Ehrenurkunden und Präsentkörbe überreichte. Sie seien Zeitzeugen der Geschichte und auch Zeitzeugen des VdK, stellte Engel fest. Schließlich wurde der VdK Bayern nur wenige Monate vor dem Beitritt jener sechs Mitglieder, nämlich am 4. Dezember 1946, gegründet. Als Mitglieder der ersten Stunde hätten sie miterlebt, wie es dem VdK als erster großen Bürgerinitiative gelungen sei, die Rechtlosigkeit der Kriegsopfer zu beseitigen, und wie er sich vom Kriegsopfer-
verband zu einem modernen Sozialverband weiterentwickelt habe.