Burgkunstadt
Insolvenz

Michel-Fenster muss schließen

Die Sanierung des Burgkunstadter Unternehmens, das im Februar Insolvenzantrag gestellt hatte, ist gescheitert. Inzwischen haben alle 57 Mitarbeiter die Kündigung erhalten.
Die Firma Michel-Fenster schließt zum 31. August Archivfoto: Philip Fischer
Die Firma Michel-Fenster schließt zum 31. August Archivfoto: Philip Fischer
Keine Hoffnung mehr auf Weiterbeschäftigung gibt es für die 57 Mitarbeiter der Firma Michel-Fenster. Zum 31. August muss das Unternehmen seine Pforten schließen, das Ende Februar Insolvenz angemeldet hatte.
Zum Insolvenzverwalter hatte das Gericht Februar den Bayreuther Sanierungsspezialisten Peter Roeger von Pluta bestellt. Nach einer ersten Bestandsaufnahme hatte er entschieden, den Geschäftsbetrieb zunächst fortzuführen, so dass die bestehenden Aufträge ausgeführt und neue Aufträge angenommen werden können. Die Gehälter der Beschäftigten wurden für drei Monate über das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit gesichert.


Ende August ist Schluss

"Der Betrieb läuft bis Ende August weiter", sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Roeger dieser Zeitung, denn einige Aufträge müssten noch abgearbeitet werden. Nachdem am 1. Mai das Insolvenzverfahren eröffnet worden war, habe sich herauskristallisiert, dass die Auslastung der Firma in letzter Zeit stark nachgelassen habe. Das Team um Peter Roeger habe sich bemüht, die Mitarbeiter an neue Arbeitgeber zu vermitteln, sagte der Sprecher. Einige Mitarbeiter hätten inzwischen bereits neue Stellen in Aussicht. Der Insolvenzverwalter informierte die Angestellten zudem stets über den aktuellen Sachstand.
Die Suche nach einem Investor habe keinen Erfolg gebracht, erklärte der Sprecher weiter. Der Insolvenzverwalter sprach mit mehreren Interessenten, doch letztendlich habe keiner den Betrieb übernehmen wollen. Aufgrund des schwierigen Branchenumfeldes sei kein Investor gefunden worden.


Kein Sozialplan möglich

Jürgen Apfel, der IG Metall-Bevollmächtigte der Geschäftsstelle Coburg, sagte, dass er im Vorfeld über mehrere Termine hinweg versucht habe, die Michel-Mitarbeiter zu bewegen, einen Betriebsrat zu wählen - jedoch ohne Erfolg. "Ohne Betriebsrat ist es nun nicht möglich, einen Sozialplan durchzusetzen." Das sei ein Beispiel dafür, dass es zum Nachteil der Beschäftigten werden kann, wenn sie ihr Recht, einen Betriebsrat zu bilden, nicht nutzen, sagte Apfel dieser Zeitung.


Hoher Bestand an Erzeugnissen

Grund für den Insolvenzantrag im Februar waren Liquiditätsschwierigkeiten durch Probleme beim Working Capital, also der Differenz von Umlaufvermögen und kurzfristigen Verbindlichkeiten. Die Firma saß auf einem zu hohen Bestand an fertigen Erzeugnissen, lautete die erste Prognose des Insolvenzverwalters im Februar. Das Unternehmen hatte wegen jahreszeitbedingten Verzögerungen beim Einbau von Fenstern deutlich weniger Einnahmen als geplant, während die Ausgaben für die Lieferanten weiter anfielen. Hinzu kam der hohe Preisdruck in der Branche. Der Fensterhersteller konnte diesen finanziellen Engpass nicht überbrücken, so dass der Insolvenzantrag unumgänglich war.


Produkte und Firmengeschichte

Produkte Der Webseite der Firma Michel ist zu entnehmen, dass sie mit ihren beiden Werken in Burgkunstadt und Marktgraitz der größte Hersteller von Fenstern und Türen im Kreis Lichtenfels ist. Von dem 1969 gegründeten, familiengeführten Unternehmen werden Fenster und Haustüren gefertigt. Die Firma lieferte auch alles, was dazugehört und sorgte mit eigenen Fachhandwerkern für die Montage.

Werkstoffe
Sowohl aus Holz als auch in Holz-Aluminium-Kombinationen sowie aus Kunststoffen beziehungsweise Kunststoff-Aluminium-Kombinationen bestehen die Produkte des Betriebes.


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