Am 1. Januar 2002 war es soweit: Der Euro wurde als Währung in Deutschland eingeführt. Als Buchgeld gab es den Euro zwar bereits schon drei Jahre vorher, aber später erst wurde er als Bargeld eingeführt. Am 1. Januar 2017 wird der Euro 15 Jahre. Was aber ist der alten Währung passiert? Kann man heute noch mit D-Mark bezahlen? Wir haben uns umgehört.

Um nach der Währungsumstellung weiterhin einkaufen gehen zu können mussten die Bürger der zwölf beteiligten Staaten ihr Bargeld nach und nach umtauschen. Dies passierte in den Banken. Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie sich der Umtausch damals gestaltete, haben wir in zwei Banken im Landkreis nachgefragt.
"Es war ein zweiwöchiger Ausnahmezustand", sagt Klaus Kotschate, Kundenberater bei der Raiffeisen-Volksbank Bad Staffelstein, auf die Frage, wie sich die Umstellung auf den Euro für die Banken gestaltete.


Vieles musste beachtet werden

Auch Jana Lindner-Okrusch, Pressesprecherin der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, bestätigt, dass die Umstellung für die Banken eine der größten Herausforderungen der vergangenen 15 Jahre gewesen sei. Über ein Jahr vor der Umstellung habe man bereits Vorbereitungen eingeleitet, um einen möglichst reibungslosen Übergang zu garantieren: Umrüstung der Geldautomaten, Umstellung der Konten und Schulungen für Mitarbeiter seien nur wenige Beispiele für all die logistischen und personellen Herausforderungen, denen sich die Sparkasse stellen muste.


D-Mark noch im Umlauf

Trotzdem seien nach Angaben der deutschen Bundesbank vom 30. Juni 2016 immer noch 12,76 Milliarden D-Mark im Umlauf. Das entspricht 6,52 Milliarden Euro. Klaus Kotschate gibt zu Bedenken, dass es früher viele Geldscheine mit großem Wert gab und der Betrag deswegen höher sei, als vermutet wird.

Doch wie tauscht man heute noch seinen letzten Bestand an D-Mark um? "Der Umtausch von DM-Banknoten und -Münzen ist bei allen Filialen der Deutschen Bundesbank gebührenfrei möglich", sagt Jana Lindner-Okrusch. Es gebe weder eine betragliche noch eine zeitliche Begrenzung. Der unwiderruflich festgelegte Umrechnungskurs gestaltet sich nach Angaben des Bundesfinanzministeriums folgendermaßen: 1 Euro = 1,95583 DM.

Aufgrund des von Anfang an festgelegten Wechselkurses lohne es sich auch nicht, auf eine mögliche Wertsteigerung der Mark zu warten, sagt Kotschate.


Kann man noch mit DM bezahlen?

Doch wie sieht es heute aus? Käme man auch heute noch mit der D-Mark im Alltag zurecht? Sowohl Siegrun Przybilla, Leiterin des Marketing- und Organisationsbereichs in der Raiffeisen-Volksbank Bad Staffelstein, als auch Klaus Kotschate sind sich einig, dass es heute keine Geschäfte mehr gebe, die deutsche Mark annehmen. Beide erinnern sich aber daran, dass es vor einigen Jahren immer wieder spezielle Aktionen von größeren Kaufhäusern gegeben hat, die damit warben, die D-Mark an bestimmten Tagen als Zahlungsmittel zu akzeptieren.