Zu viele Fragen zum Thema Ton und Sand am Spitzberg und Kiesgewinnung in Marktzeuln gab es von den Räten nicht. Dennoch war in der Gemeinderatssitzung eine mehr als interessante Situation entstanden, über die es keine endgültige Abstimmung gab. Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech gab dabei seinen Räten mit als Hausaufgabe auf den Weg, ihm Fragen zuzusenden, um bei diesem Thema in einer der nächsten Sitzungen weiterzukommen.

Der Grund dafür war eine Bauvoranfrage der Firma Heinrich Schramm aus Trieb für den Rohstoffabbau (Ton, Kies und Sand) und die Wiederverfüllung mit Erdaushub am östlichen Spitzbergweg in Marktzeuln. Die Maßnahme würde eine Gesamtfläche von etwa 3,7 Hektar betragen. Der Abtransport der Rohstoffe und die Anlieferung des Verfüllmaterials sind so geplant, dass diese direkt über die Deponie erfolgen sollen, so dass der Spitzbergweg nur in zwei Bereichen gekreuzt werden müsse.

Die Anfrage des Antragstellers zielt jedoch nicht auf eine zeitliche Verlängerung des Deponiestandortes ab, welcher 2015 auf circa 16 Jahre beziffert wurde, sondern darauf, für die Genehmigungszeit ausreichend Verfüllvolumen für DKO-Material und auch für Bodenmaterial zur Verwendung vorhalten zu können. Der Geschäftsführer der Firma Schramm Johann Förtsch bezeichnete dies als sehr sinnvoll. Der Bedarf von Rohstoffmaterialien sei immens.

Bei Betonmischanlagen sei dies sehr stark ausgeprägt. Für Brückenbauten sei auch Sand aus der Region sehr gefragt. Beim Straßenausbau der B173 würden in nächster Zeit viele Rohstoffmaterialien benötigt, die hier bei kurzen Wegen vor Ort wären. Es würde keinen Sinn machen, wenn die benötigten Materialien beispielsweise aus Werratal geholt werden müssten. Verfüllungen seien ein schwieriges Feld geworden. So habe bei Aushubarbeiten von Eigenwohnheimen oder sonstigen Bauten Verfüllungsmaterial stark zu genommen und eine Verfüllung wäre gewährleistet. Auch beim Grundwasser gebe es keine Probleme.

Ähnlich sah dies auch Dipl. Ing. Jörg Meier von Ingenieurbüro für Landschaftsbau Höhnen und Partner. Entstehender Hohlraum beim Abbau von Sand Kies oder Ton werde durch die geplante Verfüllung wieder für landwirtschaftliche Flächen nutzbar.

Transport würde problematisch

Synergieeffekte sind also durchaus gegeben. Auch das landwirtschaftliche Bild werde sich dabei nicht ändern. Auf Anfrage des Bürgermeisters sagte Jörg Meier, es werde bei einer Wiederverfüllung kein belastendes Material geben. Es werde aber in der Entwicklung von Aushubwegtransport Probleme geben, wenn der Gemeinderat dem Ansinnen nicht zustimmt, erklärte Johann Förtsch auf die Frage von Markus Pülz (CSU). Es könne im Allgemeinen jedoch auf Grund der Verhältnisse vor Ort Deponieplatz gespart werden.

Der Schwerlastverkehr werde nicht weniger werden, meinte Gemeinderat Erwin Grünbeck (CSU). Johann Förtsch antwortete, dass in diesem Bereich der Verkehr schon sehr stark zurück gegangen ist. Dem wollte Heinz Fischer (GBMz) keinen Glauben schenken. Mehr Unternehmungen bedeuteten mehr Verkehrsbelastungen. Er sei dazu da, die Interessen der Bürger zu vertreten. So darf man gespannt sein, wie dieses Thema weiter geführt wird.

Bau im Überschwemmungsgebiet

Diskutabel war eine Bauanfrage für ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage in Horb am Main, da das Grundstück im planungsrechtlichen Außenbereich und im festgesetzten Überschwemmungsgebiet liegt. Auch Regen- und Abwasserkanäle liegen 20 Meter vom geplanten Standort entfernt. Um überhaupt eine Bebauung möglich zu machen, müsse der Bereich durch Erlass eines Bebauungsplanes oder einer Einbeziehungssatzung überplant werden.

Grundsätzlich waren sich die Mitglieder des Marktgemeinderates einig, dass Einverständnis besteht. Wenn das Landratsamt keine grundsätzlichen Bedenken zur Bebauung des Grundstückes äußert, könne das Verfahren durchgeführt werden. Der Antragsteller muss sich jedoch mit dem Abschluss einer Vereinbarung mit dem Markt Marktzeuln und dem Abwasserzweckverband dazu verpflichten, alle Kosten der Bauleitplanung und der Erschließung, auch auf öffentlichem Grund, zu tragen.

Weitere Anfragen

Nach reger Diskussion wurde der Bauvoranfrage der Änderung einer Zufahrt am Berglein 7 zugestimmt. Es ist aber mit dem Eigentümer eine Vereinbarung abzuschließen, die regelt, dass der Grünstreifen im Bereich der Zufahrt entsprechend befestigt und unterhalten werden muss.

Bürgermeister Gregor Friedlein-Zech verkündete, dass das Landratsamt Lichtenfels mitgeteilt habe, dass die erstellte Haushaltssatzung der Verwaltungsgemeinschaft Hochstadt-Marktzeuln keine genehmigungspflichtigen Bestandteile enthält und so keine Bedenken gegen die Satzung bestehen. Ebenso sei es mit der Haushaltssatzung und Haushaltsplanes des Marktes Marktzeuln für das Jahr 2020.

Auf Nachfrage von Erwin Grünbeck zur Situation im Bereich 5G-Netz erklärte Bürgermeister Friedlein-Zech, dass er diesbezüglich noch keinerlei Informationen erhalten habe.

Petra Niechziol (SPD) fragte nach, ob man Raser an den Ortseinfahrten wieder einmal durch blitzen zum langsamer fahren bewegen könne. Dies wäre jetzt zum Schulbeginn wichtig. Dies werde weiterverfolgt und sich mit der Polizei in Verbindung gesetzt, so das Gemeindeoberhaupt.

Eine Prüfung des Radweges Redwitz-Zettlitz-Horb habe ergeben, dass die momentane Problematik nur durch eine neue Streckenführung zu ändern wäre.