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Loffeld
Geburtstag

Loffelder Brauer Anton Geldner wird heute 80 Jahre alt

Die Loffelder Staffelberg-Bräu, die Anton Geldner einst von seinem Vater übernommen hatte, modernisierte und erweiterte er. Im Bräustübl ist er täglich präsent, um sich nach dem Wohl seiner Gäste zu erkundigen. Derzeit ist die wegen der Corona-Krise kaum etwas los.
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Anton Geldner braute 50 Jahre Bier, bis er das Brauen 2007 seinem Schwiegersohn Karl-Heinz Wehrfritz überließ. Leider bleiben die meisten der Flaschen mit dem Geburtstagsetikett zunächst ungeöffnet, denn die große Feier wurde wegen der Corona-Krise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Foto: Matthias Einwag
Anton Geldner braute 50 Jahre Bier, bis er das Brauen 2007 seinem Schwiegersohn Karl-Heinz Wehrfritz überließ. Leider bleiben die meisten der Flaschen mit dem Geburtstagsetikett zunächst ungeöffnet, denn die große Feier wurde wegen der Corona-Krise auf einen späteren Zeitpunkt verschoben. Foto: Matthias Einwag
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Tage wie diese hat Anton Geldner im Bräustübl noch nicht erlebt. Um die Mittagszeit sind wegen der Corona-Krise nur wenige Gäste gekommen. Sie sitzen weit voneinander getrennt. Die geplante Geburtstagsfeier zu seinem 80. am 19. März lässt er ausfallen und hofft, sie bald in kleinem Rahmen nachholen zu können.

Seit 1856 wird in Loffeld Bier gebraut, heute bereits in sechster Generation. Anton Geldner, der 1940 in Bamberg zu Welt kam, lernte Brauer und Mälzer bei der Krug-Bräu in Ebelsbach. Nach drei Jahren Lehrzeit sowie einem Jahr Handelsschule und einem weiteren Jahr Berufsschule arbeitete er in der Brauerei seines Vaters Andreas Geldner mit, die er 1971 übernahm. Zunächst ließ er ein neues Sudhaus bauen. Seine Frau Maria und er modernisierten die Brauerei und richteten 1974 in dem gegenüberliegenden Haus das Bräustübl ein, nachdem sich die bisherige Gastwirtschaft als zu eng erwiesen hatte. Als auch die Abfüllerei der steigenden Nachfrage nicht mehr gewachsen war, wurde 2002 eine neue Anlage errichtet. In diesem Jahr übernahmen dann Tochter Helga, die Hotelfachfrau gelernt hat, und ihr Mann, der Brauer- und Metzgermeister Karl-Heinz Wehrfritz, die Leitung des Unternehmens.

Wenn Anton Geldner auf sein Berufsleben zurückblickt, dann erzählt er viel von Veränderungen im Lauf der Jahrzehnte. Seit 1934 werde in Loffeld Flaschenbier abgefüllt. Vorher gab es den Gerstensaft nur in Fässern. Als sein Vater zum Kriegsdienst eingezogen wurde, blieb der Brauerei-Lastwagen zurück. Um ihn nicht abgeben zu müssen, wurde ein Rad abmontiert und unter dem Stroh versteckt. Deshalb wurde das Fahrzeug nicht requiriert. Zu jener Zeit brachte man das Bier mit einem Fuhrwerk, das von Kühen gezogen wurde, nach Staffelstein zu einer Flaschenbierhandlung in der Angerstraße. Die Bügelverschlussflaschen wurden irgendwann ersetzt durch Flaschen mit Kronkorken. Ebenso wurden die Holz- und Eisenblechkästen durch Plastikkästen ersetzt.

Die Umstellung von Holzfässern auf Alufässer erfolgte erst in den 1980er Jahren. Bis dahin mussten die Holzfässer regelmäßig mit 220 Grad heißem Pech "ausgepicht" werden. Abgefüllt wurde von Anfang an bis heute Vollbier und Märzen, 1954 kam Pils hinzu, denn die Kunden wollten ein stärker gehopftes Bier. Heute sind etliche weitere Bierspezialitäten auf Lager. Außerdem füllt die Staffelberg-Bräu sei 1965 Limonaden ab, indem sie Grundstoffe einkauft und sie mit eigenem Bergquellwasser mischt.

Mit dem Hanomag zur Wies'n

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg habe es nur Dünnbier gegeben, erinnert sich Anton Geldner. Erst ab 1949 wurde ein Vollbier mit zwölf Prozent Stammwürze gebraut. 1950 errichtete die Familie Geldner einen neuen Tanzsaal. "Da war alle 14 Tage Tanz, das war für die Jugend jedesmal ein Ereignis", sagt Anton Geldner. 1952, erzählt er weiter, fuhren sechs Personen aus der Loffelder Brauerei mit dem neuen Hanomag-Kleinlastwagen zum Oktoberfest nach München. Das Mitfahren auf der Ladefläche war damals noch nicht verboten.

Das erste Auto der Brauerei war übrigens ein amerikanischer Chevrolet mit hölzernem Führerhaus, der um 1934 gebaut worden sein dürfte. Nach dem Krieg, als noch wenig los war auf den Straßen, machten es sich junge Leute zum Sport, ohne Führerschein Auto zu fahren. So auch Anton Geldner. Als Polizisten ihn erwischten und seinem Vater deswegen Vorhaltungen machten, sagte der nur lapidar: "Der Läuser!" Zudem taugte das Abenteuer, um darüber einen Schulaufsatz zu schreiben.

Wohlbefinden der Gäste im Blick

Zunächst kamen eher Wanderer aus der näheren Umgebung. Längst aber reisen Urlauber aus ganz Deutschland an, um in Loffeld Ferienwohnungen zu beziehen. Anton Geldner kennt sie fast alle. Seine Gewohnheit, von Tisch zu Tisch zu gehen und die Gäste nach ihrem Wohlbefinden und ihrer Herkunft zu befragen, ist legendär. In diesem Frühjahr wird das jedoch wegen der Corona-Krise ein wenig anders sein. Eines jedoch bleibt wie immer: Anton Geldner trinkt am liebsten ein Märzen.