Im November 2016 hatten 13 Schüler des Meranier-Gymnasiums die ehrgeizigen Ziele ihres Projekt-Seminars "Arbeitswelt 5.0 - Unternehmensführung 2025" präsentiert. Jetzt, ein Jahr später, liegen die Ergebnisse ihrer umfangreichen Recherchen vor. Diese erläuterten sie mit Seminarleiter Thomas Schmutzler und den Wirtschaftsjunioren Lichtenfels als außerschulischem Partner bei einem Pressegespräch.

Die Schüler der gymnasialen Oberstufe sollten mit dem Seminar vor allem auf die Anforderungen der Berufswelt vorbereitet werden und in den Bereichen Sozialkompetenz, Selbstkompetenz und Fachkompetenz Erfahrungen sammeln. Die jungen Leute hatten es sich zur Aufgabe gemacht, sich mit den Werten ihrer Generation zu beschäftigen, aufzuzeigen, wie sie die Arbeitswelt in zehn Jahren sehen, was für sie im Job wichtig ist und welche Bedingungen sie bei einem Unternehmen im Landkreis vorfinden möchten.


Wie wird man attraktiv


Die 13 Gymnasiasten sollten sich dabei in die Rolle eines Unternehmers im Jahr 2025 begeben und sich überlegen, was eine Firma dann brauche, um als Arbeitgeber attraktiv zu sein. Nach Abschluss ihrer Analyse stellten sie nun ihre Ergebnisse in einem Leitfaden in Form einer Powerpoint-Präsentation vor, der den Wirtschaftsjunioren und interessierten Firmen zur Verfügung gestellt wird und auch auf der Homepage des Meranier-Gymnasiums einsehbar sein wird.

Mit dem Leitfaden hätten die Schüler des P-Seminars einen wichtigen Beitrag im Hinblick auf die zukünftigen Anforderungen der Berufswelt geleistet, lobte Landrat Christian Meißner. Auch Zweite Bürgermeisterin Sabine Rießner würdigte das Engagement der jungen Leute.

"Das P-Seminar hat die Jugendlichen mit wichtigen Aspekten der Berufswelt vertraut gemacht, ihre Teamfähigkeit gefördert, ihr Selbstbewusstsein gestärkt und ihnen die Möglichkeit gegeben, ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln", machte Thomas Schmutzler deutlich.

Der Leitfaden, den Fabienne Seelmann und Jonas Wolter vorstellten, gliederte sich in die vier Punkte Arbeitsort, Arbeitszeiten, Ernährung im Betrieb und Bewerbung der Zukunft. Eingeflossen sind hier Vorstellungen der Schüler der Elft- und Zwölftklässler des Meranier-Gymnasiums sowie von Schülern der zwölften Klasse der Fachoberschule Erlangen.


Motivation ist wichtig


Bei den meisten Befragten stand der flexible Arbeitsplatz (mobile office) ganz oben in der Gunst, gefolgt von der Arbeit im Büro, zu Hause (home office) und in geringem Maß im Labor. Das Privat- und Familienleben müsse mit dem Beruf vereinbar sein. Dies führe auch zu einer größeren Motivation. Auch mögliche negative Auswirkungen wurden diskutiert, wie beispielsweise der Kontaktverlust zu den Kollegen, das fehlende Gemeinschaftsgefühl, der ungenügende Einblick in die Arbeitsleistung sowie die fehlende Trennung zwischen Arbeits- und Privatleben.

Bei der Flexibilisierung der Arbeitszeit stand die Gleitzeit in der Skala ganz oben, während sich die Schichtarbeit als äußerst unbeliebt erwies. Der Begriff Work-Life-Balance machte die Runde.
Eine gesunde Ernährung war ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt. Schließlich führe eine schlechte Ernährung zu Konzentrationsmangel, Leistungsabfall, Müdigkeit und langfristigen Gesundheitsproblemen mit entsprechenden Fehlzeiten und daraus resultierenden Kosten für den Betrieb.

Von betrieblicher Seite sollte eine Bedarfsanalyse mit arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchung, Mitarbeiterbefragung und einem Kantinencheck durchgeführt werden.

Wichtig für ein Unternehmen sei auch ein effektives Gesundheitsmanagement, mit dem sich krankheitsbedingte Ausfallzeiten beträchtlich verringern ließen.


Papier ein Auslaufmodell


Unter dem Motto "Finde den besseren Mitarbeiter" befassten sich die Jugendlichen des P-Seminars auch mit den verschiedenen Bewerbungsarten. Dabei wurde klar, dass die papierbasierte Bewerbungsmappe ein Auslaufmodell ist.

Bei den beiden anderen Varianten gehen allerdings die Vorstellungen auseinander. Während die Unternehmen die Zukunft vornehmlich in Formularbewerbungen sehen, bevorzugen die befragten Schüler eine Bewerbung per E-Mail.