Im zweiten Anlauf klappte es: Die Kronacher Band "Angiz" gewann im Lichtenfelser Jugendzentrum den Vorentscheid zu "Rock in Oberfranken" ("R.I.O!"). Im vergangenen Jahr hatten die vier Jungs hierbei noch den zweiten Platz belegt.
Die Musiker reagierten zunächst erstaunt auf das Ergebnis. "Damit hab' ich nicht gerechnet", entfuhr es Sänger und Rapper Mario Brozek. Warum? "Mein Bauchgefühl sagte mir, dass die anderen Gruppen diesmal noch besser waren als die Formationen, gegen die wir vor einem Jahr angetreten waren." Dann brach sich jedoch der Jubel über den Sieg Bahn und alle lagen sich freudetrunken in den Armen.


Füllhorn des Lobes ausgeschüttet

Redlich verdient haben es sich Brozek und seine Freunde - Schlagzeuger Lukas Stumpf, Gitarrist Thomas Feilner und Bassist Andre Deuerling - allemal.
Ihr lebendiger Rap-Rock-Sound mit Aus- und Ansage, der musikalisch zwischen überschwänglicher Lebensfreude ("Vi tamin B") und aufwühlender Raserei ("Kopfhörer auf") daherkam, war eines Siegers würdig. Einer, der das Füllhorn des Lobes über die jungen Künstler ausgeschüttet hatte, war der Leiter des Lichtenfelser Jugendzentrums, Tom Blößl, zugleich einer der vier Jurymitglieder: "In dieser Band steckt Entwicklungspotenzial. Die Tatsache, dass ihre Mischung aus Rap und Rock von Hand und nicht künstlich am Computer gemacht wurde, schätzte ich sehr."


Bands lagen dicht beieinander

In der Haut der Jury, zu der auch der Popularmusikbeauftragte des Bezirks Oberfranken und Leiter des Kronacher Jugendzentrums "Struwwelpeter" Samuel Rauch sowie die beiden Musiker Christian Pietz ("Riffsurfers"/Kronach) und Florian Kreuzer ("Emma Stoned"/Hof) gehörten, mochte an diesem Abend niemand stecken, schließlich lagen alle Bands, was die Qualität anbetraf, dicht beieinander. Keine der vier Kapellen nudelte sein Programm lieblos herunter, schließlich ging es um die um die Teilnahme bei "R.I.O."
Der Gewinner darf im nächsten Jahr zusammen mit drei weiteren Ensembles aus oberfränkischen Landkreisen durch den Bezirk touren.


Eine große Musikerfamilie

Es ging um viel - aber von Rivalität war bei dem Wettstreit für Ensembles aus den Landkreisen Coburg, Kronach und Lichtenfels nichts zu spüren. "Wir sind eine große Musikerfamilie. Klar handelt es sich um einen Wettbewerb - aber für jeden von uns steht die Freude am Musizieren im Vordergrund. Es ist schon ein Gewinn, wenn die Leute uns akzeptieren und unsere Musik gut finden", meinte Gitarrist Patrick Schröter vom Punkrocktrio "The Doods" aus dem Redwitzer Raum. Die drei überzeugten mit eingängigem, packenden und melodischen Punkrock.
Der Mühe Lohn: der zweite Platz für "The Doods". Sie sind Ersatzband für den Fall, dass "Angiz" im nächsten Jahr ausfallen würde.
Wie schon im vergangenen Jahr war die Kronacher Musikszene wieder stark vertreten. Drei der vier Bands stammten aus diesem Landkreis. Sicherlich hatte der Kollege Zufall bei der Vorauswahl sein Scherflein dazu beigetragen, doch es muss noch mehr dahinter stecken, dass die Lucas-Cranach-Stadt derzeit viele rockmusikalische Asse im Ärmel hat. "So viele Bands wie momentan hat es schon lange nicht mehr gegeben", stellte Bassist Uwe Buckreus von der Kronacher Band "Pyra" fest, die kurzfristig für die ausgefallene Kronacher Band "The Bitch Joined In" eingesprungen war.
Für seinen Bandkollegen, den Sänger Markus Appelius, hat dieser Umstand freilich einen ganz bestimmten Grund: "In der alten Klavierfabrik am Rande der Stadt können die Bands in Ruhe proben und ihren Ideen freien Lauf lassen."
Das taten sie auch im Lichtenfelser Jugendzentrum - allerdings vor erschreckend wenig Besuchern.



Auftritt in Erlangen

Für die Kronacher Band "Angiz" steht schon wieder der nächste Wettbewerb an: Am Freitag, 20. November, mischen sie beim Vorentscheid des Erlangener "Newcomer Festivals" im Jugendclub "Dezibel" in Erlangen (Odenwaldstraße 32) mit. Die Musiker würden sich freuen, viele ihrer Fans dabei begrüßen zu dürfen. Nähere Informationen zur Veranstaltung, die um 19.30 Uhr beginnt unter www.jcdezibel.de