Die Unternehmen aus dem Landkreis Lichtenfels zeigen sich in der Konjunkturumfrage der IHK für Oberfranken weniger zuversichtlich als zuletzt. Gerade die Erwartungen an die Geschäfte der nächsten Monate bekommen einen herben Dämpfer. Die derzeitige Geschäftslage wird hingegen im Saldo weiterhin deutlich im Plus angegeben. Wie die IHK für Oberfranken Bayreuth berichtet, liegen die Werte im Vergleich zur Neujahrsumfrage jedoch niedriger.

"Die Lichtenfelser Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen, kann sich aber aktuell noch gut behaupten. Entscheidend wird sein, wie gravierend die weiteren Entwicklungen bei Preisen und Warenverfügbarkeiten sind", so IHK-Vizepräsident Wilhelm Wasikowski, der auch Vorsitzender des IHK-Gremiums Lichtenfels ist. Der Konjunkturklimaindex für den Wirtschaftraum Lichtenfels sinkt um 14 Punkte und liegt nun bei 98 Zählern.

Nach ihrer derzeitigen Geschäftslage gefragt, geben 35 Prozent der befragten Betriebe eine gute betriebliche Situation zu Protokoll. Demgegenüber stehen 19 Prozent der Befragten, die eine schlechte Geschäftslage angeben. Damit sinkt der Saldo im Vergleich zur Neujahrsumfrage um 14 Punkte, liegt aber weiterhin deutlich im Plus. Grundlage für die im Großen und Ganzen optimistische Beurteilung sind konstante Umsätze im Inlandsgeschäft. Hinzu kommen positive Impulse auf den internationalen Märkten, wo im Saldo mehr exportierende Unternehmen von Zuwächsen berichten als von Umsatzrückgängen. "Viele Lichtenfelser Unternehmen können derzeit noch gute Geschäfte machen. Die Bedingungen für die kommenden Monate sehen jedoch deutlich schwieriger aus. Hier ist auch die Politik gefordert, an Lösungen zu arbeiten", mahnt der Gremiumsvorsitzende.

Unternehmen rechnen mit Umsatzrückgängen
Beim Blick auf die kommenden Monate werden die Sorgenfalten der Lichtenfelser Unternehmerinnen und Unternehmer zusehend mehr. So rechnen nur noch neun Prozent der befragten Betriebe mit einer Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten. Eine Verschlechterung prognostizieren hingegen 27 Prozent. Die weiteren 64 Prozent erwarten keine nennenswerte Veränderung der eigenen betrieblichen Situation. Damit verschlechtert sich die Lichtenfelser Prognose im Vergleich zu Jahresbeginn deutlich. Ähnlich ergeht es den Prognosen zur Umsatzentwicklung im Inland sowie auf dem internationalen Parkett. In beiden Kategorien rechnen im Saldo merklich mehr Firmen mit Umsatzrückgängen als mit Zuwächsen. "Beim Blick nach vorne sind die Lichtenfelser Betriebe zunehmend pessimistisch. Wir müssen jetzt aufpassen, dass unsere solide Konjunktur in der Region nicht durch externe Faktoren abgewürgt wird", so Wasikowski.

Investitionsplanungen als Lichtblick
Ein Lichtblick beim Blick in die Zukunft bieten hingegen der Investitionsplanungen der befragten Lichtenfelser Unternehmen. Die sollen nämlich trotz der schweren Rahmenbedingungen im Saldo zunehmen. "Viele Unternehmen wollen ihre Investitionen konstant halten oder steigern. Das sind gute Nachrichten für unsere Region und stellt die Betriebe zukunftssicher auf", freut sich Wasikowski. Anders sieht es bei den Beschäftigtenplanungen aus. Mehr Unternehmen rechnen in den nächsten zwölf Monaten mit einem rückläufigen Personalbestand, als dass Betriebe Personal aufbauen wollen. "Die Beschäftigtenentwicklung hängt natürlich massiv an der schwierigen Wirtschaftslage. Sollte sich diese auf internationaler Ebene entspannen, wird es auch bei der Beschäftigung wieder bergauf gehen", erwartet der Gremiumsvorsitzende.

Insgesamt ergibt die IHK-Konjunkturumfrage ein unterschiedliches Bild der wirtschaftlichen Lage in den Teilregionen. "Die Indices in den acht IHK-Gremien umfassen in der aktuellen Umfrage eine große Spannweite und liegen zwischen 86 und 120 Punkten. Das zeigt, wie ungleich die derzeitigen Herausforderungen auf die Wirtschaft vor Ort wirken", so IHK-Konjunkturreferent Malte Tiedemann.

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