In den Weismainer Ortsteilen Frankenberg, Modschiedel, Wallersberg und Wunkendorf will die Deutsche Funkturm, eine Tochter der Telekom, vier Mobilfunkmasten bauen. In Wunkendorf und Wallersberg sollen Dachbauten, in Frankenberg und Modschiedel zwei jeweils 36 Meter hohe Masten errichtet werden. Vor allem der in Modschiedel erregt die Gemüter auf dem Jura.

"Mit 36 Metern wäre er rund zehn Meter höher als die Kirche von Modschiedel", sagte Nicole Schmitt bei einer Informationsveranstaltung zum Thema Mobilfunk im Tanzcenter Deuber. Ihr und Helga Krapp ist auch der Standort ein Dorn im Auge. Der Mast soll auf dem Parkplatz des Tanzcenters Deuber errichtet werden, der sich nur 260 Meter entfernt vom Kindergarten Modschiedel befindet. Laut Bürgermeister Michael Zapf von der Gemeinschaft Unabhängiger Bürger (GUB) sei ein entsprechender Bauantrag bereits bei der Stadt eingegangen. In allen vier Orten hätten die Netzbetreiber mit Grundstückseigentümern Vereinbarungen über die Nutzung ihrer Grundstücke abgeschlossen. Die beiden Frauen aus Modschiedel befürchten eine hohe Strahlenbelastung für die Kinder, aber auch für die Bewohner in Modschiedel und den anderen drei Dörfern, die sich negativ auf die Gesundheit auswirke. Aus diesem Grund hatten sie die Bürger zu einem Informationsabend eingeladen.

Eigene BI für Modschiedel

Bernhard Christoph und Michael Kolb von der Lichtenfelser Bürgerinitiative (BI) "Strahlungsarmer Mobilfunk" stellten ein Vorsorgekonzept für einen gut durchdachten Mobilfunkausbau vor. "Wir wollen einen funktionierenden Mobilfunk, aber die Standortwahl von Funkmasten in unserer Region soll vernünftig, abgewogen und gesundheitsschonend erfolgen", betonte Schmitt im Gespräch.

Zugleich teilte sie mit, dass es in Modschiedel zur Gründung einer eigenen BI kommen werde. "Wir nehmen das Thema Mobilfunk in Stadt und Verwaltung nicht auf die leichte Schulter", versicherte der Bürgermeister.

Er erinnerte daran, dass der Stadtrat in einer seiner letzten Sitzungen den Antrag auf Errichtung eines Schleuderbetonmasten in Frankenberg abgelehnt habe, da der Stadtverwaltung zum damaligen Zeitpunkt null Informationen vorgelegen hatten.

Viermal in Kontakt mit der Stadt

Zugleich räumte er ein, dass man inzwischen herausgefunden habe, dass der Netzbetreiber sehr wohl Verbindungen mit der Stadt aufgenommen habe, und zwar viermal zwischen Januar und Februar 2019. "Der Netzbetreiber hat also frühzeitig Verbindung aufgenommen, um der Stadt die Möglichkeit zu geben, den Bürger zu informieren. Ob das dann passiert ist - ja oder nein - entzieht sich meiner Kenntnis", konstatierte Zapf. Um sich eine Meinung zu bilden, müsse man beide Seiten hören. Aus diesem Grund habe er zur Stadtratssitzung am 25. August um 19.30 Uhr im Tanzcenter Deuber Vertreter der Telekom, des Landesamtes für Umweltschutz und einen Fachmann zum Thema Bundesimmissionsschutzverordnung eingeladen.

Der Redner machte deutlich, dass es darum gehe, eine Zwischenlösung zu finden, mit der alle leben könnten. Einerseits wolle man die Gesundheit nicht gefährden und das Landschaftsbild nicht verschandeln, andererseits aber auch einen guten Empfang. "Wir versuchen, das Bestmögliche für das Stadtgebiet herausholen", versprach Zapf.

Christoph und Kolb empfahlen der Stadt Weismain, ein Mobilfunk-Vorsorgekonzept zu erstellen. Ein unabhängiges Gutachterbüro stelle die Immissionsbelastung der geplanten Mobilfunkanlagen fest und mache sich dann auf die Suche nach geeigneteren Standorten. "Mithilfe eines unabhängigen Gutachters kann die Kommune die Entscheidung für einen weniger belastenden Standort fachlich begründen und meist auch durchsetzen", sagte Christoph. Für den Fall, dass die Mobilfunkbetreiber die nötige Kompromissbereitschaft vermissen ließen, könne die Gemeinde im Wege der Bauleitplanung verbindliche Festsetzungen treffen, in welchen Gebieten Sendeanlagen errichtet werden dürften und wo nicht. Zudem legten die Experten der Stadt Weismain ans Herz, Bebauungspläne mit Veränderungssperren zu belegen. Ein Instrument, das sich in Altenkunstadt und Lichtenfels bewährt habe. Als idealen Mobilfunkstandort empfahlen die Referenten den Goßnerberg zwischen Weiden und Modschiedel. Schmitt teilte mit, dass ihre Familie ihr Waldgrundstück "Am Hoch" in Richtung Bamberg für einen Mast zur Verfügung stellen würde.