Bad Staffelstein
Denkmal

Kultur als Rettungsprogramm für das Spitalhaus in Bad Staffelstein

Eines der ältesten Gebäude Bad Staffelsteins soll eine neue Nutzung erfahren und im Sommer Biergartenwirtschaft mit Kleinkunstbühne werden. An dem Denkmal nahe der Lauter arbeiten schon die Handwerker.
Das ehemalige Spital an der Lauter ist ein stadtbildprägendes Gebäude in Bad Staffelstein - auch wenn es dunkel geworden ist. Foto: Ramona Popp
Das ehemalige Spital an der Lauter ist ein stadtbildprägendes Gebäude in Bad Staffelstein - auch wenn es dunkel geworden ist. Foto: Ramona Popp
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Das warme Licht der Laterne am Abend schmeichelt dem heruntergekommenen Haus nahe dem Bachlauf. Die Feuchtigkeitsflecken und der abgeblätterte Putz gehen im Gesamteindruck dieses romantischen Platzes unter. Ein stattliches Gebäude prägt dann den Eindruck des Betrachters, ein Gebäude, dem nur zu eines zu fehlen scheint: Leben. Und das könnte man sich in und um das ehemalige Spital in seiner Top-Lage gut vorstellen. Doch die Substanz ist marode, deshalb hat sich lange niemand herangetraut. Jetzt aber läuft der Versuch einer Bestandssicherung.

Seit 2012 gehört das unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Riemer GbR, drei Staffelsteiner Brüdern, die etwas mit dem ehemaligen Spital vorhaben. Ihre Idee, im Umfeld einen Biergarten mit Kleinkunstbühne zu errichten und die nötige Küche sowie Toilettenanlagen im Erdgeschoss des "Spitals" einzubauen, stieß im Juli im Stadtrat auf Zustimmung.

Harald Riemer, der Bauherr, hat nun mit Roger Kuchenreuther einen Handwerker beauftragt, der Erfahrung mit Sanierungen hat. "Da muss man auch mit Herzblut rangehen", sagt der Zimmerermeister aus Scheßlitz. "Und Kompromisse schließen." Er verneint die Frage, ob ihn der Anblick schockiert habe, als er zum ersten Mal hier war. "Ich kenne die alten Häuser. Ich finde sie schön", antwortet er. Natürlich gefallen ihm die aufsteigende Feuchtigkeit im Untergeschoss und die morschen Balken nicht. Doch er wird als Restaurator Maßnahmen dagegen ergreifen. Zunächst ist man dabei, die nordwestliche Giebelwand abzustützen. Kuchenreuther spricht explizit von einer "Hausrettung".

Der zuständige Gebietsreferent des Landesamtes für Denkmalpflege, Ulrich Kahle, sagt, man sei gespannt auf die weitere Entwicklung des Objektes, das sich in einem "geradezu erbärmlichen Zustand" befunden habe, vor allem dessen Erdgeschoss.

Schwerpunkt: Veranstaltungen

Das Obergeschoss wollen die Eigentümer vorerst nicht antasten und haben dafür auch noch keine Pläne. Schon beim Kauf habe man die Nutzung als Event-Standort im Sinne gehabt, berichtet Harald Riemer, und die Möglichkeiten - auch die eines Ersatzbaues - ausgelotet. Die Reaktionen auf das nun begonnene Vorhaben sind laut seinen Schilderungen durchwegs positiv, manchmal von einem gewissen sorgenvollen Respekt begleitet angesichts dessen, was man sich da vorgenommen hat. Er weiß, es kann nur Schritt für Schritt gehen, will sich deshalb nicht auf eine konkrete Zeitschiene festlegen lassen. Die Voranfrage für die Umnutzung des Erdgeschosses ist von behördlicher Seite auch noch in Bearbeitung.

Die Bemühungen um das "historisch und ortsgeschichtlich ohne jeden Zweifel bedeutsame Baudenkmal" erkennt auch die Denkmalpflege an, deren Vertreter ab und an vor Ort sind, um Einzelfragen zu klären.
Im Garten, dort, wo einmal Parkplätze sein sollen, sieht man momentan Haufen von Bauschutt, nach Materialien getrennt. An der Südseite, wo auf 100 Quadratmetern der Biergarten geplant ist, ist das Gras nahezu unberührt, gibt es noch keine Veränderung zu sehen. Aber es gibt Vorstellungen, was einmal sein könnte. Harald Riemer ist Unternehmensberater für Kommunikation und Marketing und hat von Berufs wegen mit Veranstaltungen zu tun. Hierauf möchte er den Schwerpunkt der künftigen Nutzung dieser Stätte legen. Man wolle nicht in Konkurrenz zur umliegenden Gastronomie treten. "Wir werden saisonal und dann auch nicht täglich geöffnet haben", betont er. Ihm schweben "gediegene Veranstaltungen" vor, nicht etwa Rockkonzerte.