Das neue Jahr begann für die freiwilligen Feuerwehren am Obermain schon wenige Minuten nach Mitternacht mit einem Großeinsatz. Dabei wurden die Wehren zu einem Dachstuhlbrand in der Badegasse in Weismain gerufen. Schon ein Jahr zuvor war es kurz nach Mitternacht ebenfalls zu zwei Bränden gekommen: In Lichtenfels stand damals ein Wohnhaus in Flammen, in Burgkunstadt zerstörte gegen 3 Uhr ein Feuer eine Garage.

Und wie schon im Vorjahr geht die Polizei davon aus, dass Silvesterraketen die Ursache waren. Doch beim Jahreswechsel 2020/21 hatte man erwartet, dass es ruhiger sein würde, denn durch die Corona-Einschränkungen war es weder erlaubt, zwischen 21 und 5 Uhr ohne triftigen Grund unterwegs zu sein, noch gab es heuer Feuerwerkskörper zu kaufen. Wer noch etwas aus dem Vorjahr hatte, durfte es nur auf privatem Grund zünden. Doch trotz der deutlichen Einschränkungen krachten vielerorts die Böller und Leuchtraketen erhellten farbenprächtig den Himmel.

Nachbarn klopften an

"Das war eigentlich genau die Situation, die man verhindern wollte", meinte ein Sprecher der Polizei mit Blick auf den erneuten großen Einsatz zum Jahreswechsel. Gegen Mitternacht war der Notruf aus Weismain eingegangen. Nachbarn hatten gesehen, dass es am Wohnhaus "Badegasse 4" an beiden Giebelenden rauchte und auf dem Dachfirst ein Schwelbrand zu beobachten war. Bewohner im Erdgeschoss dieses Gebäudes waren deshalb nicht schlecht überrascht, als Nachbarn kräftig an den Fensterscheiben klopften und sie lautstark auf diese Situation aufmerksam machten.

Rasch waren dann die Einsatzkräfte und Polizei zur Stelle, die die gesamte Innenstadt, etwa vom Oberen Tor bis in Höhe des Rolandsbrunnens, absperrten. Daher konnten die Rettungsfahrzeuge ungehindert anfahren.

Zwei Drehleitern vor Ort

Aufgrund der Höhe des Gebäudes mussten auch die Feuerwehrdrehleitern aus Burgkunstadt und Küps angefordert werden. Zwar sind die räumlichen Verhältnisse in der Innenstadt von Weismain recht beengt, dennoch konnten die Drehleitern zügig in Stellung gebracht werden. Dies ermöglichte es dann den Aktiven, sich ein Bild vom das Ausmaß des Schadens zu verschaffen.

Zwar rauchte es noch, aber das Feuer war mehr oder weniger schon im Keim von selbst erstickt. Allerdings zeigte es sich anhand des verkohlten Gebälks, als einige der Firstziegel abgenommen waren, dass es auf dem Dach schon gebrannt hatte. Um sich ein Schadensbild zu verschaffen, wurde anschließend die gesamten Dachfläche mit Wärmebildkameras unter die Lupe genommen um feststellen zu können, ob nicht an anderer Stelle noch Brandherde vorhanden waren.

Als dies alles lokalisiert war, konnte nach einer knappen Stunde der Einsatzleiter Kreisbrandrat Timm Vogler, nachdem er sich zudem über die Ergebnisse der Wärmebilduntersuchungen informiert hatte, den Einsatz für beendet erklären. Der Schaden wurde nach ersten Schätzungen auf ungefähr 10  000 Euro geschätzt. Zum Einsatzort waren rund 130 Einsatzkräfte, darunter neben der Feuerwehr auch vom THW, gekommen.

2020 war der Sachschaden deutlich höher gewesen. InLichtenfels wurde er auf mehrere Hunderttausend Euro geschätzt, in Burgkunstadt auf 40 000 Euro.dr/kdm