Die jüngste Generalversammlung des vor 21 Monaten gegründeten Vereins "Kiyuko" im Ebensfelder Pfarrheim sowie der anschließende Infoabend waren ein beeindruckendes Indiz für das Bestreben der Vereinsführung, sich auf Erreichtem keinesfalls auszuruhen. So stand neben der recht unspektakulär verlaufenden Wahl des Vorstands vor allem Projekte des Vereins im Fokus, die Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen.

Da ist das Baby mit Bauchnabelbruch, das Mädchen mit lebensbedrohlicher Malaria oder der zehnjährige Bub, der den Weg in den Schule nicht mehr schafft, weil die Eltern sich die dringende Operation unter keinen Umständen leisten können. Im tansanischen Gesundheitssystem liegt vieles im Argen. Behandlungen müssen Betroffene selbst bezahlen - wenn sie die Mittel dafür hätten.
Genau hier setzt "Kivuko" an, wie die rund 20 Bürger beim Vortragsabend erfuhren. Vorsitzende Corinna Haßler und Stellvertreterin Kathrin Blank erläuterten nach einem anschaulichen Film über Tansania die Arbeit und Motivation des noch relativ jungen, Vereins.

Der sich aus den Mitglieds- und Förderbeiträgen des Vereins finanzierende Gesundheitsfonds kommt speziell Bedürftigen im tansanischen Rulenge zugute. Der Fond macht es möglich, dass Menschen, die mangels Geld sonst wieder heimgeschickt würden, eine medizinische Betreuung und Behandlung bekommen. Die Kontaktpersonen, die mit den Vereinsverantwortlichen natürlich im regelmäßigen Austausch stehen, gewährleisten vor Ort eine effektive und zielgerichtete Verwendung der Gelder aus dem Gesundheitsfonds. 30 Menschen konnten seit Vereinsgründung medizinisch geholfen werden.

Wie dramatisch sich die Einzelschicksale vor Ort meist darstellen, wurde durch die Ausführungen der Vereinsvertreter deutlich. "Die Kooperationspartner vor Ort betonen, dass wohl alle 30 Patienten als Notfälle zu bezeichnen waren und ohne Behandlung gestorben wären." Durchschnittlich 90 Euro wurden investiert pro Patient.


Engagierte Mitglieder

Ebensfelder Weihnachtsmarkt, Kirchenkollekte, Pfarrfest, Erlös aus dem Standverkauf und so manche Spende - dem engagierten Wirken des Vereins in den Jahren 2015 und 2016 ist es zu verdanken, dass über die Mitglieds- und Förderbeiträge hinaus auch weitere Gelder für die gute Sache zusammengekommen sind.
Nun wurden bei der Generalversammlung erste Beschlüsse gefasst zur Verwendung dieser Erlöse. Bei "Kivuko" ist Transparenz oberstes Gebot. Demzufolge erfuhren die Bürger beim Infoabend, was wenige Stunden zuvor in der Generalversammlung entschieden wurde: "Die akute Hilfe durch den Gesundheitsfonds ist wichtig - aber genauso der Nachhaltigkeitsfaktor. Wir wollen Menschen zur Selbsthilfe befähigen", brachte es zweite Vorsitzende Kathrin Blank in ihrem Vortrag auf den Punkt und erläuterte ein Projekt, das nun finanziert werden soll. Drei jungen Männern in der Region in Tansania soll aus vorhandenen Spendengeldern die berufliche Ausbildung im sozialen und medizinischen Bereich beziehungsweise deren Fortführung ermöglicht werden. Konkret handelt es sich um den angehenden Krankenpfleger Stephano Rutaha, Martine Mwampaba - er möchte ein quasi Medizin und soziale Arbeit verknüpfendes Fernstudium absolvieren - sowie Bavama Williams für sein geplantes Studium in sozialer Arbeit. Gut 3000 Euro kostet die einstimmig beschlossene Finanzierung der drei Ausbildung für ein (weiteres) Jahr. Wenn nach diesem Jahr alles gut läuft, will der Verein, heißt es im Votum weiter, auch den Rest der Ausbildungen aus den Spendengeldern bezahlen.


Gesundheitsstation geplant

Beim Beschluss in der Generalversammlung sowie beim Infoabend bewusst als "Zielsetzung" deklariert wurde außerdem der geplante Bau einer Gesundheitsstation im an der Grenze zu Burundi gelegenen Kabanga. Die Kosten für die Gesundheitsstation beliefen sich, so Vorsitzende Haßler, auf rund 13 500 Euro, der Rohbau ohne medizinisches Gerät und dergleichen nähme dabei rund 7000 Euro in Anspruch. Natürlich liegt dem Verein viel daran, mit den vorhandenen Spendengeldern seriös zu wirtschaften. Zudem lässt sich natürlich außerdem nicht voraussehen, wie hoch Spenden in den Jahren 2017 und 2018 ausfallen werden. Einen konkreten abschließenden Beschluss zu dem Vorhaben, das freilich auch Arbeitsplätze vor Ort schaffen würde, fasste der Verein daher noch nicht, wird sich zu gegebener Zeit mit dem Punkt wieder beschäftigen.
So wünscht sich der Verein, um seine Ziele weiter und vielleicht noch weitreichender mit Leben füllen zu können, natürlich weiterhin Unterstützung.

Auch Pfarrer Rudi Scharf, der wie eine Reihe weiterer Gläubiger nach dem Gottesdienst dem Infoabend beiwohnte, zeigte sich einmal mehr sehr angetan von dem Engagement des Vereins.
Die Wahlen brachten folgendes Ergebnnis: Erste Vorsitzende bleibt Corinna Haßler, den stellvertretenden Vorsitz teilen sich Kathrin Blank und Franziska Stöhr. Kassenwart ist weiterhin Christopher Klier. Die Kassenprüfung liegt nun in den Händen von Ernst Haßler und Alexandra Keller. In das Amt der Schriftführerin gewählt wurde Eva Schmiedeberg, als Beisitzerinnen Teresa Dorsch und Luitgard Haßler.


Weitere Informationen über den Verein gibt es hier

Spendenkonto: Sparkasse Coburg-Lichtenfels, Kontonummer 4064 1839, BLZ 783 500 00, IBAN DE09 7835 0000 0040 6418, BIC BYLADEM1COB