Der Gottesdienst, den Pfarrer Hans Werner Alt am Dorfkreuz zelebrierte, wurde von den "Banzberg Musikanten" unter der Leitung von Reinhold Graß umrahmt. Floriansjünger der Ortswehr standen anschließend bei der öffentlichen Besichtigung des MTW für Fragen bereit.


Rettungskonzept erarbeitet

Im Frühjahr 2010 kam der damalige Kreisbrandrat Siegfried Kerner auf Siegfried Hammrich (damals KBM) zu, dass in seinem Bereich drei Tunnel - der insgesamt 22 - an der ICE -Neubaustrecke von Ebensfeld nach Erfurt gebaut würden. Im Jahr 2013 begann dann die Ausbauphase. Mit den zuständigen Firmen musste nun wiederum ein Rettungskonzept erarbeitet werden. "In nunmehr 28 Sitzungen, die zwischen Erfurt und Bad Staffelstein stattfanden, wurde zusammen mit den Kameraden aus Thüringen ein gemeinsames Rettungskonzept erarbeitet und umgesetzt", erklärte Siegfried Hammrich.
Schnell war klar, dass neben der tunnelspezifischen Ausstattung mit Atemschutztechnik auch jeder Landkreis ein Großfahrzeug - einen Gerätewagen Logistik - bekommen würde. "Da für den in Stadel befindlichen befahrbaren Notausgang des Tunnels ,Eierberge‘, in dem die Luftverhältnisse im Rettungsstollen Großfahrzeugen Probleme bereiten, wurde schnell klar, dass hier ein MTW zu beschaffen sei", fügte Siegfried Hammrich an, der in dieser Zeit den Titel "Tunnel-KBM" bekam.
Anfang 2015 wurde die Planung aufgenommen und Mitte 2016 erfolgte durch die Deutsche Bahn die Ausschreibung. Der MTW, der nun von der Deutschen Bahn gestellt wurde und vom Landkreis Lichtenfels in Püchitz für Aufgaben der Feuerwehr eingesetzt wird, dient als Transport- und Rettungsfahrzeug für Personen und Geräte aus den Gefahrenbereichen - insbesondere in Notfällen in den Tunnels der ICE-Hochgeschwindigkeitsstecke. Außerdem soll es als Zugfahrzeug des Tragkraftspritzenanhänger der Ortswehr sowie für Übungszwecke des Landkreises eingesetzt werden.
Landrat Christian Meißner wünschte sich, dass mit dem modernen Fahrzeug auch die Motivation der jüngeren Generation in der Ortswehr erhöht werde. Bürgermeister Jürgen Kohmann zeigte sich beeindruckt, wie sich die Feuerwehren im Landkreis und im Stadtgebiet mit der neuen Situation auseinandersetzten und damit umgingen. Man müsse immer hoffen, dass es zu keinem Schreckensszenario komme. Am 23. September finde eine Großübung mit allen Rettungskräften statt. Hierbei werde der Ernstfall geprobt, der nie eintreffen möge.
"Im Rahmen der Erstellung der Feuerwehrbedarfsplanung und des Sicherheitskonzeptes für das Mammutprojekt der Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke München - Berlin wurde neben einem Bedarf an speziellen Logistikfahrzeugen auch die Notwendigkeit von der hiesigen Arbeitsgruppe erkannt, insbesondere für den befahrbaren knapp 380 Meter langen Rettungsstollen des Tunnels ,Eierberge‘ ein Transportfahrzeug zu beschaffen", erklärte Kreisbrandrat (KBR) Timm Vogler. Nach vielen intensiven Beratungsgesprächen mit den Verantwortlichen der Bahn sei es unter der Führung von Kreisbrandinspektor Siegfried Hammrich gelungen, die Beschaffungsforderungen durchzusetzen. "Ein Teilergebnis kräftezehrender Verhandlungen über viele Jahre hinweg sehen wir heute in voller Pracht vor uns stehen mit einer zeitgerechten Ausstattung für Sondereinsätze im Bereich der Tunnelbauwerke entlang der ICE-Strecke. Mit diesem neuen MTW der Feuerwehr Püchitz sind die Voraussetzungen geschaffen, damit die örtliche Wehr ihre wichtige Arbeit im komplexen Sicherheitskonzept der Bahn für die örtlichen Tunnelbauwerke leisten können", fügte Timm Vogler an.
Dank richtete KBR Vogler an die beiden Leiter der "Arbeitsgruppe Gefahrenabwehr VDE 8.1", KBI Gerhard Elflein und KBI Siegfried Hammrich, die seit vielen Jahren dieses bedeutsame und für Landschaft einschneidende Verkehrsprojekt betreuen. Im Anschluss feierten die Püchitzer mit ihren zahlreichen Gästen bei herrlichem Wetter das Dorffest. gkle