Diesen Andrang hatte niemand erwartet und schon gar nicht, dass sich bei der Gründungsversammlung der Seniorengemeinschaft für den Landkreis Lichtenfels beinahe jeder Besucher für eine Mitgliedschaft entscheiden würde. Nicht nur die Parkplätze im Umfeld der ehemaligen Synagoge waren am Donnerstagabend knapp, auch im Veranstaltungsraum drängten sich die Besucher. Im Verlauf der Veranstaltung wurden das Konzept und die Ziele des Vereins vorgestellt und ein Vorstand gewählt.

Die Seniorengemeinschaft für den Landkreis Lichtenfels versteht sich als gemeinnütziger Verein, in dem sich die Mitglieder mit alltäglichen Hilfen gegenseitig unterstützen. "Sie bringen die eigenen Fähigkeiten zum Wohle aller ein, entsprechend ihren Möglichkeiten", erläuterte Ralf Luger vom Sachgebiet Soziales und Senioren am Landratsamt, der gemeinsam mit seinen Kollegen Georg Köstner die Gründungsversammlung leitete.
Das Sachgebiet hatte das "Gründungsteam" um Dieter Erbse, Kurt Hammer, Robert Knitt, Christa Gleichmann, Annemie Dietz, Monika Faber und Hans Kinscher bei den Vorbereitungen zur Vereinsgründung unterstützt.


Klare Vereinbarungen

Die Seniorengemeinschaft sieht sich als Ergänzung zu den bestehenden Leistungen von Pflegediensten oder Handwerkern. Vor allen älteren Menschen soll die Möglichkeit geboten werden, möglichst lange im gewohnten Lebensumfeld zu verbleiben. Ein weiteres Ziel des Vereins ist die Entlastung der Angehörigen von Pflegebedürftigen und eine Stärkung des menschlichen und nachbarschaftlichen Zusammenhalts in der Region. Anstelle von Bitten und Gefälligkeiten sollen klare Vereinbarungen treten.

Benötigt ein Vereinsmitglied eine Dienstleistung, beispielsweise beim Rasenmähen, zahlt er pro Stunde erhaltener Hilfeleistung acht Euro an den Verein. Der Helfende erhält davon sechs Euro als Guthaben auf ein vom Verein geführten Treuhandkonto. Die Differenz von zwei Euro erhält der Verein zur Deckung seiner Kosten. Erarbeitetes Guthaben kann entweder angespart, gegen Leistungen eingetauscht oder ausbezahlt werden.

Auf einer Liste sind die Leistungen aufgelistet, die von den Senioren oder Seniorinnen in Anspruch genommen werden oder im anderen Fall erbracht werden können. Diese reichen von Begleitungen zum Arzt oder zu Veranstaltungen über technische Hilfeleistungen bei Computerproblemen bis hin zu kleinen handwerklichen Arbeiten und der Entlastung pflegender Angehöriger.


Ein Führungsduo

Nach Gründung des Vereins ging die Wahl des Vorstands problemlos über die Bühne. Jedes Mitglied wurde einstimmig gewählt. Die Seniorengemeinschaft hat mit Monika Faber aus Lichtenfels und Dieter Erbse aus Ebensfeld zwei gleichberechtigte Vorsitzende. Annemie Dietz übernimmt das Amt der Schriftführerin, Christa Gleichmann das der Kassiererin. Beisitzer sind Robert Knitt, Kurt Hammer, Hans Kinscher und Christine Achtmann. Als Kassenprüfer fungieren Margarete Herbst und Claudia Piglmann.

Bis der Verein seine Arbeit aufnehmen kann, müssen noch die Formalitäten erledigt werden. Um Fördergelder zu erhalten wurde ein Konzept erarbeitet, welches an das bayerische Sozialministerium nach München geht. "Wir hoffen, dass alles möglichst schnell über die Bühne geht", sagt Vorsitzende Monika Faber.

Ansprechpartner sind: Robert Knitt, 96224 Burgkunstadt, Jakob-May-Str. 5; Dr. Dieter Erbse, 96250 Ebensfeld, Kellerstr. 27 und Monika Faber, 96215 Lichtenfels, Am Mühlbach 4, Tel: 09571/5127.