Pflanzen, deren Gift schon in geringer Menge zum Tod führen kann, sind kein fernes Phänomen aus exotischen Ländern. Die heimische Flora hat so einige Arten zu bieten, die dem Menschen gefährlich werden können. Und sie finden sich in den meisten Gärten.
Der Frühling ist in vollem Gange, der Sommer naht. Die Natur hält sich an keine Beschränkungen und profitiert teilweise sogar von der entschleunigten Lebensweise der Bevölkerung in Zeiten der Corona-Pandemie. Besonders gut können das alle beobachten, die einen Garten ihr Eigen nennen. Doch Vorsicht ist geboten, denn der Lichtenfelser Gartenexperte Jupp Schröder weiß: Nicht alles, was hübsch oder lecker aussieht, ist auch harmlos. Einige Pflanzen können durch ihr Gift sogar zum Tod führen. Hier sind fünf Gefahrenquellen.
1. Bärlauch, der keiner ist
Die Bärlauchsaison ist schon fast wieder vorbei, doch jedes Jahr aufs Neue lockt das Wildgemüse Sammler in die Natur. "Die Leute pflücken wie die Weltmeister", sagt Jupp Schröder. Wer Bärlauch selbst pflückt, sollte aber lieber zweimal hinschauen: "Auch andere Pflanzen wie der Aronstab, die Maiglöckchen und die Herbstzeitlosen nutzen jetzt das Licht. Diese sind aber giftig", sagt Schröder. "Wenn Blätter von Maiglöckchen verzehrt werden, kann man sogar daran sterben. Deshalb muss man schon genau hinschauen und die Pflanzen unterscheiden lernen." Der Bärlauch lässt sich zum einen am starken Geruch erkennen. Zudem haben die Blätter einen klar erkennbaren Stiel und sind an der Unterseite matt.
2. Verführerische Beeren
Besonders Kindern werden immer wieder giftige Beeren zum Verhängnis. Was lecker aussieht, kann schon in geringer Dosis zum Tod führen. Von der schwarzen Tollkirsche reichen schon drei bis vier Beeren, um ein Kind in akute Lebensgefahr zu bringen. Bei Erwachsenen sind es etwa zehn bis zwölf der süßlich schmeckenden Früchte. Das enthaltene Atropin wird zwar in der Medizin zu verschiedensten Zwecken verwendet, doch eine Überdosis kann Herzrasen und Atemlähmung auslösen.
Als Nebenwirkung weiten sich unter anderem die Pupillen, weshalb Atropin wohl dosiert zum einen beim Augenarzt zum Einsatz kommt, zum anderen aber auch aus kosmetischen Gründen verwendet wird. "Bei amerikanischen Schauspielerinnen zum Beispiel", sagt Schröder. Denn große Pupillen und damit dunkle Augen sollen attraktiver wirken. Ein Trick, dessen Anwendung schon aus dem Barock überliefert ist. Ähnliche Vergiftungsgefahr droht bei Ligusterbeeren, Heckenkirschen - leicht verwechselbar mit Johannisbeeren - und Seidelbast. Oft befinde sich das Gift bei giftigen Beeren allerdings nicht im Fruchtfleisch, sondern im Kern, was für Vögel beispielsweise keine Gefahr darstellt. Zahnlos zerdrücken sie ihn höchstens mit dem Schnabel, scheiden ihn wieder aus und verbreiten so die Samen. Kinder hingegen können ihn zerbeißen und so das Gift freisetzen. Sogar Apfelkerne sind leicht giftig.
3. Giftfalle im Kräuterbeet
"Man sollte niemals eine giftige Pflanze im Kräuter- oder Gemüsebeet pflanzen", sagt Jupp Schröder. Klingt selbstverständlich, ist es nach seiner Erfahrung aber nicht. Als er ein neu angelegtes Beet begutachtete, sagte er zu dessen Besitzerin: "Sie können doch da keinen Eisenhut dazwischen pflanzen! Wenn da mal jemand davon nascht..." Die verschiedenen Arten des Hahnenfußgewächses zählen zu den giftigsten Pflanzen in Europa. Schröder erntete Lacher - wird