Bei strahlendem Sonnenschein hatte man vom Kordigast, der letzten Erhebung im Norden der Fränkischen Alb, einen atemberaubenden Rundblick bis zum Fichtelgebirge, Thüringer- und Frankenwald sowie das Coburger Land. Jetzt ist eine ideale Zeit zum Wandern, um die Schönheiten der Heimat zu genießen.

Auch die weniger bekannten Felsformationen des kleinen Kordigast, die "Steinerne Hochzeit", waren ein lohnendes Ziel der Wanderung. Besonderen Wert legte Jupp Schröder darauf, die Beziehungen zum Gesteinsuntergrund einerseits sowie Bodenarten, Geländeformen und Bewuchs andererseits herauszuarbeiten. Auch die kulturgeschichtlichen Aspekte fanden Berücksichtigung. Um die Spuren des ehemaligen Bergbaues zur Eisengewinnung zu erkennen, musste man schon genau hinschauen. So konnten noch Abraumhalden im Wald oberhalb der Felder von Pfaffendorf in Richtung Kordigast so wie ein noch offener Stolleneingang, das sogenannte Fuchsloch entdeckt werden.

"In dem etwa 80 Meter starken Aufbau des Eisensandsteines stehen im oberen Bereich waagerechte Flöze mit einer Stärke von einem halben Meter an. Diese Steine mit 30 Prozent Eisenanteil wurden im Mittelalter und sogar noch im letzten Weltkrieg zur Verhüttung abgebaut. Die Landwirte aus Burkheim und Pfaffendorf haben sich im Winter als Bergbauern ein Zubrot verdient", erläuterte Schröder.

Weitere Spuren der ehemaligen Nutzung durch den Menschen konnten in der Formation des Eisensandsteines entdeckt werden. "Bis 1910 dienten die noch schwach erkennbaren Terrassen im Wald der landwirtschaftlichen Nutzung. Im Hochmittelalter hat es bei uns viel weniger Wald gegeben als heute. Wenn man mit offenen Augen durch unser Land geht, so sieht man überall die Spuren der Landwirtschaft in großen Teilen bewaldeten Gebieten", sagte Schröder.



Neben der Gaststätte Waldfrieden sahen die Gartenfreunde einen kleinen Steinbruch, der dazu diente, Kalksteine zu brechen, um diese im Tal in Brennöfen zu Baustoff zu verarbeiten. "Jetzt ist hier 2006 eine Schürfstelle der Umweltstation eingerichtet worden. Hier können nach Herzenslust aus dem Kalkstein Fossilien gebrochen werden. Die Schürfstelle am Kordigast ist zu einem wichtigen Anziehungspunkt für Familien sowie Jugendgruppen und Schulklassen geworden. Mit großer Begeisterung klopfen die Kinder hier die Steine und suchen nach versteinerten Lebewesen aus dem subtropischen Jurameer", wusste Schröder zu berichten. Eine große Übersichtstafel, die die Umweltstation 2006 aufgestellt hat, gibt Auskunft über die Entstehung unserer Landschaft sowie der Bewohner in den einzelnen Zeitabschnitten.

Schröder zog bei seinen Erläuterungen immer wieder Paralellen zum Staffelberg, wo der gleiche Schichtaufbau in noch deutlicherer Form als am Kordigast vorhanden ist. Die Massenkalke am Gipfel seien durch Schwammriffe im subtropischen Jurameer entstanden und bilden daher ein besonders festes Gestein mit Felsklippen und Türme sowie Spalten, Löcher und Höhlen. Auf beiden Bergen hätten die Kelten sichere Festungen gebaut, die miteinander in Sichtkontakt gestanden haben.

Gartenexperte Jupp Schröder wies unterwegs immer wieder auf seltene Pflanzen wie Orchideen hin. Auch zeigte er am Kordigast eine Mehlbeere, die auf der ganzen Welt einmalig ist. Sie soll demnächst den Namen "Sorbus kordigastensis" bekommen.