Die Sonne zeigte sich von ihrer besten Seite. Auch die Temperaturen ließen wenig zu wünschen übrig. "Es war eine gute Entscheidung, dass wir das Fest nach draußen verlegt haben", freute sich Beate Hirt-Huber, die Vorsitzende des Elternbeirats der Regens-Wagner-Schule Burgkunstadt. Zur mittlerweile siebten Auflage des integrativen Frühlingsfestes in Altenkunstadt konnte Hirt-Huber neben vielen Mitwirkenden, Helfern und Sponsoren auch zahlreiche Vertreter aus dem politischen, sozialen und kirchlichen Leben begrüßen.

"Miteinander spielen"

Im Vordergrund stand jedoch die Begegnung zwischen Kindern mit und ohne Behinderung und deren Familien. "Miteinander spielen" hieß die Devise am Samstagnachmittag auf dem Sportgelände hinter der Kordigasthalle. Es gab viele Möglichkeiten zum gemeinsamen Basteln, Malen, Bewegen, Musizieren und Feiern.
Ob auf dem Sinnesparcours, beim Sackhüpfen oder Dosenwerfen, am Basteltisch oder bei Kaffee und Kuchen oder etwas Herzhafterem an den bereitgestellten Tischen und Bänken.
Tatjana Schnapp ist Finanzcenterleiterin bei der Sparkasse in Altenkunstadt. An diesem Nachmittag geht es nicht um Geldanlagen, sondern um Spaß beim Sackhüpfen. "Es ist ein schönes Miteinander zwischen Menschen mit Behinderung und Menschen ohne Behinderung", sagt Schnapp, die bereits zum vierten Mal dabei ist. Was sie am meisten beeindruckte, das selbst der Stellvertreter des Landrats, der Michelauer Bürgermeister Helmut Fischer, beim Sackhüpfen mitmachte. Die Kreativität wurde bei den verschiedenen Bastelaktionen angesprochen. Ein emsiges Hämmern war an Stand der Regens-Wagner-Schule zu hören. Hier konnten die Mädchen und Jungen mit Hammer und Stanzeisen kleine Lederplättchen ausstechen, die dann gemeinsam mit Holzperlen aufgefädelt einen Schlüsselanhänger ergaben. "Die Kinder sind mit Begeisterung dabei", sagt Christa Grosch, Mitarbeiterin der Schule. So wie Lena Weberpals, deren Schlüsselanhänger aus 25 Lederplättchen bestand. Die Punkte mit der Lochzange auszustechen, hat ihr am meisten Spaß gemacht.
Um Geschicklichkeit ganz anderer Art ging es beim Angebot des Autismus-Kompetenzzentrum Oberfranken (Autkom). Hier sollten die Teilnehmer einen bestimmten Gegenstand aus einem Karton voll Verpackungsmaterial herauszuholen. Da die meisten Gegenstände sehr klein waren, war einiges an Geduld gefordert. Spaß im Umgang mit Farben war am Stand der Raiffeisenbank Obermain-Nord von Vorteil. Hier bestand die Möglichkeit ein T-Shirt und eine Tasche nach eigenen Vorstellungen zu gestalten. Wer wollte, konnte am Stand der offenen Hilfen Jonglierbälle basteln, Holzteelichte bei der evangelischen Kindertagesstätte bemalen, oder unter Anleitung der SMV des Gymnasiums Burgkunstadt Ketten und Blumen basteln. Bei einem Gewinnspiel des Elternbeirats gab es schöne Preise zu gewinnen. Ansteckende Lebensfreude vermittelte das Konzert der Schulband der Regens-Wagner-Schule. Auch die Schulband der Mittelschule Altenkunstadt begeisterte seine Zuhörer.

Blick ins Feuerwehrauto

Die Feuerwehr war mit der Drehleiter und mehreren Einsatzfahrzeugen vor Ort. Wer wollte, konnte schon einmal in einem Einsatzfahrzeug Platz nehmen oder sich beim Löschen mit der Kinderspritze versuchen. Ob beim Dosenwerfen, bei Wahrnehmungsspielen, am Mal- und Basteltisch oder bei einen anderen der zahlreichen Angebote, die siebte Auflage des integrativen Frühlingsfestes war wieder ein buntes Fest der Begegnung und des Miteinanders, zu dem insgesamt 500 Gäste und Teilnehmer gekommen waren. "Die Teilhabe behinderter Menschen darf keine leere Worthülse sein", betont Beate Hirt-Huber. Je früher Kinder mit Behinderten umgehen, desto ungezwungener und selbstverständlicher gelingt eine Inklusion. Und wer sich darauf einlässt, kann viel Freude erleben. Das dies möglich ist, wurde am Samstagnachmittag deutlich.