Rund 130 haupt- und ehrenamtliche Helfer aus den Landkreisen Kronach und Lichtenfels standen am Montagabend beim Sozialempfang der SPD-Landtagsfraktion im Mittelpunkt. Christa Steiger, die SPD-Landtagsabgeordnete für den Wahlbezirk Kronach und Lichtenfels, betonte in ihrer Ansprache den Stellenwert des Ehrenamts. "Wir in Kronach und Lichtenfels sind sehr gut mit dabei. Die Vereins- und Organisationsdichte ist sehr groß, aber auch hier wird mit Nachwuchssorgen gekämpft", sagte sie.

Ralf Pohl, SPD-Vorsitzender im Kreis Kronach, fügte hinzu, dass die Arbeit im sozialen Bereich oft gelobt werde, "und das ist auch gut so". Er hob hervor, dass viele Aufgaben ohne Ehrenamt nicht zu stemmen wären. "Müssten wir bei Rettungsdiensten Marktpreise bezahlen, wäre das gar nicht leistbar."

Den Abschluss der Dankesredner bildete Franz Maget (SPD), Vizepräsident des Bayerischen Landtags. Gut gelaunt sprach er davon, welch großen Respekt er vor Menschen habe, die ein Ehrenamt übernehmen. "Ich danke Ihnen dafür, denn das Ehrenamt ist manchmal eine Last. Man muss viel Zeit und manchmal auch eigenes Geld mitbringen, und zum Schluss gibt es wenig Lob."

Neben seiner Anerkennung für die geladenen Gäste blieb der Angriff auf die politischen Gegner in Magets halbstündiger Rede nicht aus: Auf Bundesebene bekam Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihr Fett weg: Maget nahm von der Leyens Aussage auf, die arbeitslos gewordenen Schlecker-Frauen könnten sofort soziale Berufe ergreifen. "An dieser Aussage wird die Geringschätzung für die soziale Arbeit deutlich. Man tut so, als könnte das jeder. Aber das ist ein schwerer Fehler: Wer heute in der Pflege tätig ist, muss hoch qualifiziert sein", sagte Maget. "Wir müssen daran arbeiten, dass soziale Arbeit mehr wertgeschätzt wird."

Auf Landesebene griff Franz Maget die christlich-liberale Regierung an, die zehn Milliarden Euro für die Rettung der Bayerischen Landesbank ausgegeben habe. Maget habe sich damals gefragt, ob das sein müsse. Die Regierung habe erklärt, dass diese Bank systemrelevant sei. Kurze Zeit später seien im Haushaltsausschuss allerdings keine 60.000 Euro für einen ambulanten Pflegedienst übrig gewesen. "Wir sollten aus der Bankenkrise lernen, dass ein ambulanter Pflegedienst mindestens so systemrelevant ist wie die Bayern-LB." Politik dürfe die Frage nach Gerechtigkeit nicht aus den Augen verlieren, da sonst die Zustimmung für die Demokratie schwinde.

"Es ist ein Geschenk, dass man helfen kann. Und was würden Sie sonst jeden Abend machen - bei dem TV-Programm", sagte Maget in Richtung des Publikums und erntete Lacher. "Da ist es erfüllender, sich ehrenamtlich einzubringen."