Sie ist endlich frei befahrbar: die Brücke am Nordkreisel in Zapfendorf Richtung Industriegebiet. Freitag am späten Vormittag wurden die Absperrungen weggeräumt. Ganz ohne Spektakel oder Festakt.

Es wäre ja ein Grund zum Feiern gewesen. Denn damit endet ein Kapitel Straßenbaugeschichte, das am Ende so aussah, als wollte es kein Ende nehmen.

"Es gab in der Früh noch eine Besprechung mit der Baufirma Leonhard Weiss und der Bahn, dann wurde die Verbindung freigegeben", sagt Hans-Jürgen Einwag, Geschäftsleiter der Gemeinde Zapfendorf.

Ursprünglich war geplant, die Brücke noch vor dem Bau der neuen ICE-Strecke im Jahr 2014 zu errichten, als erste Baumaßnahme. Nun wurde es die letzte Verbindung, die für den Verkehr freigegeben wurde.

Der Kreisel selber war im September vergangenen Jahres fertig geworden, doch dann zogen sich Grundstücksverhandlungen mit einem Privatmann an der Einmündung zur Mainbrücke hin. An Ende verzögerte eine defekte Abdichtung vom Straßenbelag zur Brücke den Abschluss. Wasser drang an Stellen ein, wo es nicht sein sollte. Die Baufirma erneuerte Belag und Fugen.

Die Erweiterung der Bahnlinie auf vier Gleise mitten durch den Ort machte viele Umbaumaßnahmen nötig. Der Bahnübergang bei Ebing ist verschwunden, ebenso der in Zapfendorf an der Mainstraße. Dafür gibt es jetzt einen Kreisel im Süden mit Unterführung, hinter der eine Straße nach Ebing abzweigt. Dazu kommen drei Fußgängerunterführungen, in Höhe des Raiffeisenmarktes, am Bahnhof und an der Mainstraße. Die Gemeinde Zapfendorf musste sich übrigens an den Kosten für den Umbau beteiligen, etwa eineinhalb Millionen Euro steuerte man bei für alle fünf Maßnahmen. Den Großteil der Bausumme übernahmen Bahn, Bund und Land. Allein der Bau der Brücke samt Anbindung im Norden kostete insgesamt 12,7 Millionen Euro.

Ist nun alles geschafft? Nein. Die Schilder am Kreisel sind noch provisorisch aufgestellt, auch ein Tempolimitschild vor der Brücke. Teilweise fehlen auch noch Wegweiser und ein Stück Leitplanke Richtung Mainbrücke wird auch noch gebaut.