Insolvent nach 139 Jahren: Brauerei Leikeim mit emotionalem Statement
Autor: Agentur dpa, Daniel Krüger, Strahinja Bućan
Altenkunstadt, Donnerstag, 29. Januar 2026
Im Kreis Lichtenfels sitzt die fränkische Familienbrauerei Leikeim, die weit über die Grenzen Oberfrankens für Biere und Limonaden bekannt ist. Jetzt ist der Betrieb insolvent.
Update 29.01.2026: Oberfränkische Traditionsbraurei mit klarem Statement nach Insolvenz
Der Schock im Kreis Lichtenfels saß tief: Nach 139 Jahren musste die Familienbrauerei Leikeim aus Altenkunstadt Insolvenz anmelden. Nun erklärte die Geschäftsführung in einem emotionalen Statement den Schritt: "Das beantragte Eigenverwaltungsverfahren war ein notwendiger Schritt, um das Unternehmen wirtschaftlich neu aufzustellen und langfristig zu stabilisieren", hieß es am Donnerstag (sbu) auf der Webseite der Brauerei.
Die vergangenen Tage seien für alle sehr intensiv gewesen, so das Traditionsunternehmen. Gleichzeitig haben die Brauer eine wichtige Botschaft für alle Kunden und Geschäftspartner: "Der Geschäftsbetrieb läuft geordnet und uneingeschränkt weiter. Unsere Biere werden weiterhin wie gewohnt gebraut, abgefüllt und ausgeliefert. Wir sind auch in dieser Phase verlässlich für euch da."
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Gleichzeitig bedanke sich die Brauerei bei den Kunden für das Vertrauen und den Zuspruch in der bisher "anspruchsvollsten Phase" der langen Firmengeschichte. Besonderer Dank ging auch an die Mitarbeiter: "Umso mehr erfüllt es uns mit Stolz, mit welchem Zusammenhalt, Engagement und Verantwortungsbewusstsein ihr dafür sorgt, dass unser Betrieb zuverlässig weiterläuft", so das Unternehmen in seinem Statement.
Wie die Umstrukturierung des Traditionsunternehmens ablaufen soll, ist noch nicht klar. Die Firmenleitung ist jedoch zuversichtlicht. Man sei "überzeugt, dass wir Leikeim gemeinsam erhalten und zukunftsfähig weiterentwickeln werden".
Ursprungsmeldung: Nach 139 Jahren - Oberfränkische Traditionsbrauerei ist insolvent
Die Brauerei Leikeim im oberfränkischen Altenkunstadt (Landkreis Lichtenfels) hat einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Unternehmen sei "infolge der deutlichen negativen Absatz- und Umsatzentwicklung der vergangenen Jahre" in einen Liquiditätsengpass geraten, teilte Geschäftsführer Andreas Leikeim mit.
Die Herausforderungen im deutschen Biermarkt seien seit Jahren anspruchsvoll, hieß es weiter. Der Bierkonsum gehe zurück, die Kosten seien angestiegen, und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie belasteten die Situation zusätzlich. Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ist eine spezielle Variante des Insolvenzrechts, die auf die Sanierung eines Unternehmens abzielt, anstatt auf dessen Abwicklung. Bei diesem Verfahren bleibt die Geschäftsleitung im Amt und saniert die Firma an der Seite eines sogenannten Sachwalters
Leikeim: 100 Mitarbeiter von Insolvenz betroffen - Entwicklung konnte nicht gestoppt werden
In den vergangenen Jahren habe man mehrere Versuche unternommen, um die Entwicklung zu stoppen. Unter anderem habe man das Exportgeschäft erweitert, in alkoholfreie Produkte investiert und Kosten eingespart. Das alles habe jedoch nicht ausgereicht, um die Belastungen dauerhaft auszugleichen, teilte das Unternehmen weiter mit. Das Brauhaus Altenkunstadt Andreas Leikeim GmbH & Co. KG werde seit 1887 als unabhängige Familienbrauerei vom Stammsitz in Altenkunstadt aus geleitet - mittlerweile in fünfter Generation, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Derzeit seien rund 100 Menschen dort beschäftigt.