Auch wenn sich das vergangene Jahr an seinem letzten Tag sonnig verabschiedete, der Dezember 2020 am Obermain wird als eine besonders trübe Zeit in Erinnerung bleiben. Das zeigt auch ein Blick auf die Werte der Wetterstation Bad Staffelstein. Ganze 20 Stunden Sonne wurden hier verzeichnet - und davon steuerte allein der Silvestertag fünf Stunden bei.

Das stand im krassen Gegensatz zum Rest des Jahres. Januar und Februar 2020 zeigten sich mit jeweils rund 50 Stunden jahrestypisch zurückhaltend, doch schon im März standen am Obermain 152 Sonnenstunden an. Der April brachte den Jahresrekord von 282 Stunden (und mit acht Liter Niederschlag pro Quadratmeter auch den Negativwert beim Regen). Aber außer dem Juli (166) konnte man sich über mehr als 200 Stunden Sonne in jedem Monat freuen, bis es im Oktober und November mit um die 80 Stunden deutlich weniger wurden.

Franken besonders dunkel

Die geringe Sonnenscheindauer im Dezember am Obermain ist kein deutschlandweites Phänomen gewesen. Hier lag sie 35 Stunden, üblich sind 38. In Bayern kamen sogar 39 Stunden zusammen, hier liegt das Mittel bei 44.

So trüb und feucht der Dezember am Obermain erschien, in einem weiteren Punkt blieb er ebenfalls deutlich unter dem Durchschnitt. Obwohl man das Gefühl hatte, es ist ständig nass, fiel unterdurchschnittlich wenig Regen: Mit 39,9 Liter pro Quadratmetern lag man deutlich unter dem deutschen Schnitt von 70 Liter, bundesweit waren es 55 Liter, in Bayern 48. Das lag wieder einmal daran, dass sich die Regenwolken über dem Westen Deutschlands entleerten, wo es Gebiete gab, die auf 150 Liter kamen.

Dass man sich trotzdem wie in einer feuchten Kammer vorkam, lag an der hohen Luftfeuchte, die sich im Schnitt am Obermain bei 91 Prozent bewegte. Das sorgte auch dafür, dass sich oft Nebel bildete.

Ansonsten war es - wieder einmal - zu warm. 2,7 Grad am Obermain sind minimal weniger als der Bundesschnitt von drei Grad, doch üblich sind 0,8 Grad.

Die Abweichungen nach oben waren schon über das ganze Jahr hinweg zu beobachten. Deshalb überrascht es nicht, dass der Deutsche Wetterdienst das Jahr 2020 mit einer Jahresmitteltemperatur von 10,4 Grad als zweitwärmstes Jahr seit Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen in Deutschland im Jahr 1881 einordnet.

2018 war es mit 10,5 Grad noch wärmer, auf dem dritten Platz mit 10,3 Grad kamen die Jahre 2019 und 2014. Zudem war 2020 das dritte zu trockene Jahr in Folge, auch am Obermain. Der schwache Dezember führte dazu, dass die Jahresbilanz bei 519,5 Litern liegt. Mindestens 600 Liter sollten es schon sein, auch am eher niederschlagsarmen Obermain.