Georg Bunzelt, der Wirt der Schänke im oberen Tor, möchte in der ehemaligen Abfüllerei der nicht mehr existierenden Brauerei Dietz eine Gaststätte errichten. Ein Vorhaben, das polarisiert. Einerseits widerspricht es den Zielen der Altstadt- beziehungsweise Stadtkernsanierung. Diese sieht ein Freimachen des Stadtgrabenbereiches und der Stadtmauer vor. Das Gesamtbild störende Gebäude wie die marode Abfüllerei neben dem Oberen Tor sollen beseitigt werden.
Doch was ist, wenn die Eigentümer ihre Gebäude nicht abreißen? "Sofern keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht ist eine Enteignung nicht möglich", stellte Bürgermeister Udo Dauer (CSU) bei der Stadtratssitzung am Montagabend klar, der sich in der anschließenden Abstimmung gegen eine Nutzung als Gaststätte aussprach.


Eine Gewissensentscheidung

Für andere im Gremium wie Julia
Spörlein (CSU) bietet eine solche Nutzung die Chance, einen Schandfleck zu verschönern. Dauer betonte, dass es sich bei dieser Frage um eine Gewissensentscheidung handele. Die Mehrheit im Gremium konnte es mit ihren Gewissen vereinbaren, den Beschlussvorschlag der Stadt abzulehnen. Dieser sah eine Ablehnung der Bauvoranfrage vor. Mit zehn zu sechs Stimmen wurde der Verwaltungsvorschlag abgelehnt.
Anja Dechant-Sundby, die sich als Regisseurin an der Naturbühne Trebgast einen Namen gemacht hat, möchte bekanntlich unweit des ehemaligen Hotel Fuchs in Weismain eine Waldbühne mit Märchenwald errichten. Realisiert werden soll das Projekt über einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan. Am 20. Oktober hatte der Stadtrat eine entsprechende Satzung zu diesem Bebauungsplan beschlossen. Dabei war übersehen worden, dass der Durchführungsvertrag von der Antragstellerin des Vorhabens noch nicht unterschrieben worden war. Aus diesem Grund musste der Satzungsbeschluss am Montagabend vom Gremium wieder aufgehoben werden. In dem Durchführungsvertrag muss die Antragstellerin erklären, dass sie bereit und in der Lage ist, das Vorhaben auf eigene Kosten und in einer bestimmten Frist durchzuführen.
Warum hat die Antragstellerin noch nicht unterschrieben? "Es hakt noch bei der Fristsetzung", informierte der Bürgermeister das Gremium. Das Vorhaben müsse nicht neu aufgerollt werden, zerstreute er Befürchtungen.
Vom ehemaligen Feuerwehrgerätehaus in der Burgkunstadter Straße könnten in naher Zukunft wieder Fahrzeuge ausrücken. Allerdings nicht, um einen Brand zu löschen, sondern um den Hunger der Weismainer zu stillen. Der Weismainer Sabit Rexhaj möchte in dem Gebäude, das er 2008 erworben hat und in dem er wohnt, einen Pizzaservice eröffnen. Der Bauvoranfrage wurde einstimmig das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht gestellt. "Ein Lieferservice für Pizzas ist allemal besser als eine Spielothek", kommentierte Bürgermeister Udo Dauer. Er spielte damit zugleich auf eine Bauvoranfrage aus dem vergangenen Jahr an: Damals hatte Rexhaj das ehemalige Feuerwehrhaus in eine Daddel-Halle mit insgesamt zwölf Spielgeräten verwandeln wollen, was so manchem Bauausschussmitglied ein Dorn im Auge gewesen war.
Eine freudige Nachricht hatte der Bürgermeister zu verkünden: "Die Stadt Weismain erhält vom bayerischen Freistaat wieder Stabilisierungshilfen und zwar in Höhe von 1,5 Millionen Euro. Damit wird der Effekt unseres Umschuldungskonzeptes gefestigt." Was die finanziell arg gebeutelte Stadt - der Schuldenberg beläuft sich derzeit auf rund 22 Millionen Euro - damit machen möchte, verriet das Stadtoberhaupt ebenfalls: "1,2 Millionen verwenden wir für den Schuldenabbau, die restlichen 300 000 Euro für notwendige Investitionen."
Sie sind witterungsbeständig, schwer und sehen aus wie aus Holz, obgleich es sich um Kunststoff handelt. Die Rede ist von Recyclingbänken. Dritter Bürgermeister Michael Dreiseitel (SPD) schlug vor, insgesamt 20 Exemplare in der Stadt und den Ortsteilen aufzustellen. Sein Konzept sieht eine Spendenaktion vor. Der Vorschlag des Sozialdemokraten fand ein positives Echo im Gremium: "Solche Bänke müssen nicht gestrichen werden. Außerdem kommt es immer mal wieder vor, dass Holzbänke geklaut werden, um das Holz zu verschüren", begrüßte Dauer die Idee.
Die Bürgerversammlung, die ursprünglich am Donnerstag, 26. November, um 19.30 Uhr in der Abt-Knauer-Grundschule über die Bühne gehen sollte, muss verschoben werden und zwar aus gutem Grund, wie der Bürgermeister erläuterte: "An diesem Tag wird der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in Weismain zugange sein. Im Rahmen einer Klage gegen die geplante Umgehungsstraße von Weismain kommt es zu einer Ortseinsicht. Da man bei einem Gerichtstermin nie wissen kann, wie lange er dauert, haben wir uns entschlossen, die Bürgerversammlung auf Donnerstag, den 3. Dezember zu verschieben. Ort und Zeit bleiben gleich."
Christian Schmitt und Hannah Gack erhielten einstimmig das gemeindliche Einvernehmen, im Ortsteil Frankenberg ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage zu errichten.