Das Problem ist schnell geschildert: Immer mehr Einsätze und gleichzeitig immer weniger Einsatzkräfte.

Noch gibt es 118 Freiwillige Feuerwehren im Landkreis, in den nächsten zehn Jahren werden es weit weniger sein, prophezeit Kreisbrandrat Timm Vogler. "Die Menschen rennen uns davon."

Die Einsatzzahlen hingegen steigen jährlich um rund 150. Knapp 600 Brände mussten im vergangenen Jahr im Kreis gelöscht werden, zählt man die technischen Hilfeleistungen und Sicherheitswachen dazu, rückte die Feuerwehr 2014 im Schnitt drei Mal täglich aus.

Die Lösung, die Kreisbrandrat Vogler, vorschlägt, sieht nun aus wie folgt: Jede Kommune wird ein Teil der Spezialausrüstung aufbewahren, in Ebensfeld die Drehleiter. Es werden künftig mehrere Feuerwehren gemeinsam alarmiert werden, sie werden gemeinsam ausrücken und gemeinsam üben. Dennoch werde jede Feuerwehr eigenständig bleiben, sagt Vogler.

Um eine solche Alarmierungseinheit bilden zu können, muss die momentane Situation in den Gemeinden analysiert werden. "Feuerwehrbedarfsplanung" heißt die in Bayern seit 2013 gültige Vorgabe, die besagt, dass der tatsächliche Bedarf nicht wie bisher anhand von Erfahrungswerten ermittelt werden soll, sondern mittels objektiver Kriterien. Hinter allem steht die Frage: Wie viel Feuerwehr braucht eine Gemeinde?

Eine Antwort darauf zu finden, dass wird in den nächsten Monaten Aufgabe von Politik, Verwaltung und den Feuerwehren selbst sein. Eine Gemeinschaftsaktion soll es sein, Arbeitskreise gebildet werden, sodass im Januar 2016 eine "saubere, objektive Planung vorliegt". Eine Musterlösung, sagt Vogler, gebe es nicht. Er werde sich mit jeder Feuerwehr im Gemeindegebiet individuell zusammensetzten.

Es gibt zwei Punkte, an denen sich eine solche Planung orientiert. Zum einen die Gefährdungslage vor Ort - dazu zählen beispielsweise die Größe des Gemeindegebiets, die Zahl der Einrichtungen mit besonderen Risiken, die Zahl schützenswerter Objekte oder die Löschwasserversorgung. Der zweite Punkt ist, allgemein formuliert, der Einsatzplan. Also kann die geltende Hilfsfrist von zehn Minuten mit der entsprechenden Anzahl an Rettern und der entsprechenden Ausrüstung eingehalten werden?

Das Problem sei, die Rettungsgeräte zu besetzen.

Nehmen wir zum Beispiel Altenkunstadt, sagt Vogler. Theoretisch gibt es dort 248 Einsatzkräfte, am Tag sind jedoch maximal 60 davon verfügbar. Die meisten arbeiteten zu weit weg, als dass sie die Anfahrt in wenigen Minuten schaffen würden. Dennoch liege Altenkunstadt mit einer Tagesalarmverfügbarkeit von gerade einmal 24 Prozent noch besser als viele anderen Gemeinden, dort lägen die Werte zum Teil nur noch bei 16 Prozent.
In der Novembersitzung wird Vogler wiederkommen und die Ergebnisse im Gemeinderat präsentieren. Am Ende liege es am Gremium, zu entscheiden, was davon aufgenommen werde.

Bürgermeister Bernhard Storath (CSU) ist zuversichtlich: "Wir sollten einen Weg finden", sagt er und fügt hinzu: "Selbstverständlich im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde."

Weitere Kurzmeldungen aus dem Gemeinderat

Einstimmig beschloss der Gemeinderat die Aufstellung eines Bebauungsplans für das neue Baugebiet "Am Eidig". Parallel dazu ist die Änderung beziehungsweise Erweiterung des Flächennutzungsplanes notwendig. Der Bebauungsplan wird aus dem Entwurf des Planungsbüros HTS-Plan GmbH entwickelt. Der Entwurf sieht die Ausweisung von etwa 25 Bauplätzen für Einfamilienwohnhäuser und eine durchgängige Erschließung des Baugebiets von der Prächtinger Straße zur Dietzenhofer Straße vor.
Das gesamte Planungsgebiet hat eine Fläche von knapp 2,5 Hektar. Mit anschließender Auslegung des Bebauungsplans und der Einarbeitung etwaiger Verbesserungsvorschläge rechnet Bürgermeister Storath damit, dass bis Ende dieses Jahres der Satzungsbeschluss verabschiedet werden kann und ein Baubeginn im Frühjahr/Sommer 2016 möglich ist.