Es muss schnell gehen. Zwei Männer versuchen an der Kirche in Kleukheim einen trockenen Ast aus einem Baum zu ziehen. Alles muss schick und ordentlich sein, bevor der Bus mit der Jury des Dorfwettbewerbes "Unser Dorf hat Zukunft. Unser Dorf soll schöner werden" eintrifft.

Im Pfarrsaal ist alles vorbereitet: Kaffeegedeck steht bereit, Leinwand und Beamer warten auf die Präsentation von Christoph Bäuerlein, dem Vorsitzenden des Obst- und Gartenbauvereins, und überall laufen Menschen geschäftig herum. Die Kleukheimer Kindergartenkinder proben noch einmal ihre Lieder. Der Ort will sich beim Bezirksentscheid von seiner besten Seite zeigen.

Dann ist es soweit: Ein großer Reisebus rollt die Dorfstraße mit dem offen liegendem Bachlauf des Kehlbachs und den Blumenkästen an den Geländern entlang - Kleukheim macht einen guten ersten Eindruck.

Die augenscheinliche Aufregung wiegelt Petra Kotschenreuther, die Zweite Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, ab: "Wir sind selbstbewusst. Wir haben einen schönen Ort". Knapp unter 600 Einwohner hat der Ebensfelder Gemeindeteil, rund 200 davon sind im Gartenbauverein.

Lieder, Geschichte und Gebäck

Im Pfarrsaal begrüßen die Kinder der Kita die Jury und die zahlreichen Kleukheimer mit einem extra umgedichteten Lied: "Januar, Febraur, März, April in Kleukheim steht die Uhr nicht still..." Anschließend führt Christoph Bäuerlein in einer Präsentation durch Geschichte und Vereinsleben des Ortes. Doch schon hier machte sich der Zeitfaktor bemerkbar, weshalb er einiges auslassen mussten. Als erste Station des Rundgangs steht die Kirche St. Wolfgang auf dem Programm.

Danach geht es zur Kita, die erst im Mai vergangenen Jahres gebaut wurde. Auf dem Weg durch das Baugebiet hin zum Friedhof ließ sich Jurymitglied Martin Bach zu keiner voreiligen Einschätzung hinreißen. "Wir haben 19 Dörfer gesehen und die Entscheidung fällt noch heute Nachmittag", sagt Bach. Jurymitglieder und Bewohner kommen ins Gespräch. Bach erkundet sich nach der Nachfrage im Baugebiet. Zwei Drittel der 12 Bauplätze seien verkauft, sagt ein Mann aus dem Ort. Immer wieder machen sich die zehn Juroren Notizen.

Derweil versuchen Bäuerlein und andere die Gruppe aus rund 80 Menschen zusammenzuhalten. " Es schleppt sich, die Zeit", sagte Bäuerlein. Weiter geht es durch den Ort, vorbei an vielen der 27 denkmalgeschützen Bauwerke und den schön bepflanzten Vorgärten und Fenstern. In einem Innenhof bereitet Elisabeth Schmitt ein traditionelles Kleukheimer Gebäck vor: Hündla. Früher seien die frittierten Leckereien aus Roggen- und Weizenmehl und getrocknetem Obst ein "Arme Leute"- Essen gewesen. Heute sei es eine Spezialität, erklärt Schmitt. Nachdem die drei Schüsseln mit den Hündla schnell leer sind, geht der Rundgang weiter - damit konnten die Kleukheimer schon mal punkten.



Wettbewerb: "Unser Dorf soll schöner werden."

Bewertungskriterien 1. Entwicklungskonzept wirtschaftliche Initiative 2. Soziale und kulturelle Aktivitäten 3. Baugestaltung und Entwicklung 4. Grüngestaltung- und entwicklung
5. Dorf in der Landschaft

Auszeichnung
Als Anerkennung des Engagements werden den teilnehmenden Dörfern ab Bezirksebene Gold-, Silber- und Bronzemedaillen sowie Urkunden bei Festveranstaltungen verliehen.

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