Prächtige Tierdressuren, waghalsige Hochseil-Akrobatik, witzige Clowns und virtuose Musiker. Bei der Premierenvorstellung am Samstagnachmittag begeisterte der Zirkus "Henry" das Lichtenfelser Publikum.


Gut besuchte Vorstellung

Die Zuschauerreihen im runden Zirkuszelt sind ausgesprochen gut besucht. Viele Eltern und Großeltern sind mit ihren Kindern zur ersten Vorstellung gekommen. Der Zirkus "Henry" gastiert bereits zum dritten Mal in Lichtenfels.
Das Programm beginnt mit einer Pferdedressur, bei der sich die beiden Braun-Weißen sogar im Walzerschritt wiegen. Auch das dritte Pferd, ein Friesenhengst mit prächtigen Kopfschmuck, zeigt mit spanischen Schritt und einem Hindernislauf im Takt der Musik die Hohe Schule der Pferdedressur.


1812 gegründet

Der Zirkus "Henry", 1812 in Breslau gegründet, begeistert seit mehr als 200 Jahren sein Publikum. Dies beweisen auch die lustigen Clowns, die mit ihren Trompeten Zirkusdirektor Georg Frank schon arg zusetzten. Auf dessen Hinweis, dass in der Manege musizieren verboten sei, antwortete Clown Beppo ganz ungerührt: "Was, sie frieren an den Pfoten?". Auch Clown Josefine hält sich nicht ans Musizierverbot und lässt sich schon gar von der Drohung "in den Hühnerstall eingesperrt zu werden" einschüchtern. "Da haben sie kein Glück, ich lege keine Eier", erfährt der Zirkusdirektor. Die vier lustigen Spaßmacher gefallen nicht nur dem kleinen Publikum, sondern bringen auch die Erwachsenen zum Schmunzeln.
Auch im Zirkus "Henry" geht es hoch hinaus. Für eine atemberaubende Akrobatik sorgte Georg Frank mit einem Handstand auf einer Reihe übereinander gestapelter Stühle, die noch dazu auf Gläsern stehen. Mit waghalsiger Hochseil-Akrobatik unter der Zirkuskuppel begeisterte Miss Nadine als "Königin der Luft".
Der Höhepunkt des Nachmittags dürfte der Auftritt von Robin Frank gewesen sein. Er brachte seinen Vierbeiner "Jolly Joker" dazu, zum bemerkenswert biegsamen Pferd zu werden, das scheinbar regungslos in jeder Position verharren konnte. Der Beweis einer besonderen Freundschaft zwischen Mensch und Tier, wie von Zirkusdirektor Georg Frank zu erfahren war. Auf ausdrücklichen Wunsch gibt "Jolly Joker" seinen Herrn sogar einen Kuss.
Alicia, gerade einmal zehn Jahre alt, begeisterte als Schlangen-Akrobatin und Chantal mit den Hula-Hoop-Reifen. Von denen sie schon mal mehrere auf einmal scheinbar mühelos in Bewegung brachte.


Mathegenie Pony

Ein spanisches Mini-Pony erweist sich als ausgesprochenes Mathegenie. Mit seinem Vorderhuf bewältigte das Tier auch kompliziertere Rechenaufgaben. Zwölf Mal scharte es mit dem Vorderhuf, bei der Fragestellung nach der Anzahl der Monate eines Jahres. Durch ihre Anmut und Größe überzeugten die Kamelherde und die Steppenrinder. Alle Hände voll zu tun hatte "Meisterkoch" Charly, der sich flink zwischen kreisenden Tellern und fliegenden Löffeln bewegte.
Im Zirkus "Henry" sorgen 22 Personen, vom Stallburschen bis zum Zirkusdirektor, dafür, dass der Besucher für knapp zwei Stunden in die magische Welt der Manege eintauchen kann. Bei der Premierenvorstellung gibt es viel Applaus und lobende Worte. Am heutigen Montag gibt der Zirkus "Henry"" um 15 Uhr seine letzte Vorstellung am Lichtenfelser Schützenplatz.