"Im Moment bekommen die Tierheime keinen Cent aus dem bayerischen Haushalt", beklagt die heimische Landtagsabgeordnete und tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Susann Biedefeld.
Viele Tierheime in Bayern kämpfen mit steigenden Kosten und einer unsicheren Einnahmesituation. Wie sich die Situation im Lichtenfelser Tierheim darstellt, wollte Biedefeld am Montag vor Ort. Auch das Tierheim an der Krappenrother Straße hat mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen.

Nachdem der Umbau eines ursprünglich als Hundezwinger gedachten Neubaus zu einer wesentlich dringender benötigten Quarantäne-Station in den letzten beiden Jahren erhebliche Fortschritte gemacht hatte, liegt der weitere Ausbau momentan auf Eis.

Dem Tierheim fehlen die Mittel für den Innenausbau.
Dabei konnten die vom Architekten veranschlagten 190 000 Euro für den Umbau des Rohbaus dank tatkräftiger Eigeninitiative und zahlreicher Helfer auf 100 000 Euro gedrückt werden, wie Tierheimleiterin Caroline Hetzel-Farr bei einem Rundgang durch den Rohbau erläuterte. "Die Frauen haben sogar die schweren Dachplatten geschleppt." Für den Innenausbau wären weitere 150 000 bis 180 000 Euro notwendig. Noch fehlen die Elektroinstallation, die Türen, Wasserleitungen, Fliesen und vieles mehr. Laut Hetzel-Farr müssten die verwendeten Materialien leicht zu reinigen und zu desinfizieren sein. Auch Aspekte wie der Brandschutz und eventuelle Fluchtwege müssen berücksichtigt werden.

Aufgabe der Kommunen

In der Katzenstation freuen sich die Stubentiger über jeden, der ihnen zusätzliche Streicheleinheiten schenkt. Wenn erst die Frühjahrskatzen geboren werden, wird das Tierheim wieder vermehrt Jungtiere bis hin zu ganzen Katzenfamilien aufnehmen müssen. Schon aus diesem Grund wird die Quarantänestation dringend benötigt.
"Die meisten Katzen, die ins Lichtenfelser Tierheim kommen sind krank", erklärt Hetzel-Farr. Kranke Tiere können bis zu drei Monate in Quarantäne verbringen. An Tierarztkosten fallen im Lichtenfelser Tierheim jährlich zu 40 000 an. "Da kann man sich vorstellen, in welchen Zustand die Tiere zu uns kommen", sagt Hetzel-Farr.

Dabei sind es nicht nur kranke Tiere, die untergebracht werden müssen. Auch einzelne Katzen können ein besonderes Raumangebot benötigen. "Fundtiere sind eigentlich eine kommunale Aufgabe", erinnert Biedefeld. Dafür, dass Tierheime diese Aufgabe übernehmen erhalten sie eine sogenannte Fundtierpauschale. Doch diese reicht bei weitem nicht aus, alle anfallenden Kosten für Fundtiere zu decken.

Im Landkreis Lichtenfels liegt sie bei 35 Cent pro Einwohner. Vor dem Hintergrund steigender Kosten müsste die Pauschale deutlich höher liegen. Rolf Herter, der Vorsitzende des Lichtenfelser Tierschutzvereins, würde sich in diesem Zusammenhang 50 Cent wünschen, mindestens aber 45 Cent. Die Gesamtkosten des Lichtenfelser Tierheims belaufen sich jährlich auf 140 000 Euro, wie Kassenwartin Inge Bauer erklärt.

Um die finanzielle Situation der Tierheime zu verbessern fordert die SPD-Fraktion im Landtag Investitionskostenzuschüsse in Höhe von je 500 000 Euro für die Haushaltsjahre 2015 und 2016. Biedefeld sicherte dem Lichtenfelser Tierheim nicht nur ihre Unterstützung zu, sondern stellte auch einen Scheck in Aussicht.