Das Geschehen im Rathaussitzungssaal zwischen 11 Uhr 11 und 12 Uhr 12: Bat-Queen (Margit Schnapp) und eine Schar rot-weiß gekleideter Elferräte bieten eine bunte Mischung aus Schmähgedichten, derben Sprüchen und heiterem Sarkasmus. Sie zielen auf die kleinen und größeren Missstände in der Stadt.

Eingangs eine deutliche Absage an die Gewalt: Der SKK distanziert sich vom Schwachsinn, Kinder und Frauen mit Horror-Clown-Masken zu erschrecken. Analog zur Halloween-Drohung "Süßes oder Saures!" formuliert Michael Hess die Antwort des SKK an diese Clowns so: "Dackel oder Dobermann!"


K.o.-Man, Bad-Man und Shrek

Dem Sessions-Motto "Dornröschen sucht den Superhelden" stellen die Elferräte unter Vorsitz von Präsident Matthias Graß folgende Märchengestalten vor: K.-o.-Man - der Bad(!)-Man, der alle Fälle löst, indem er sich bewusstlos stellt und
andere für sich machen lässt; Shäring Scheer - die Frau, die schneller läuft als ihr Schatten; Shrek - der grüne, tollpatschige Held, der sich in die Sümpfe der Saunawelt zurückgezogen hat... Dazu zeigen sie Fotomontagen der drei Bürgermeister Jürgen Kohmann, Sabine Scheer und Hans Josef Stich.

Inflationär verwendet würden inzwischen die braunen Autobahn-Symbolschilder, die auf Besonderheiten der Region hinweisen, moniert Matthias Graß. Er präsentiert dennoch Tafeln, die fehlen: "ICE-Land Obermaintal - ohne Zusteigemöglichkeit"; "Wein vom Obermain - Staffelberg-Südhanglage"; "Lichtenfelser Brückenkunst - mehr schlecht als flecht". Die geplante Rekonstruktion des keltischen Zangentors am Staffelberg kommentieren die Narren mit Realsatire. Sie zeigen ein Bild der Lärmschutzwand der A 73. Michael Hess: "Die Baustelleneinrichtung wurde bereits begonnen; nach dem historischen Vorbild der Pfostenschlitzmauer wurde ein Bauzaun errichtet."
Eine abgeschlossene Staffelsteiner Baustelle ist anschließend Ziel ihres Spotts: Die Sanierung der Bahnhofstraße mit dem zum Platz erweiterten Areal zwischen Pizzeria "Bei Manu" und Frisörsalon Böse. Zeitungsmeldung: Dieser Platz mit italienischem Flair lädt zum Verweilen ein, hat aber noch keinen Namen. Die Rangliste der SKK-Namensvorschläge: "Die Steinplatte", "Piazza auf dem heißen Stein", Böses Piazza", "BJKGP - Bürgermeister-Jürgen-Kohmann-Gedächtnis-Platz". Oder doch lieber "PON - Platz ohne Namen"?

Dass der neue Luther-Film jüngst in Kaider gedreht wurde statt im Banzgau, wie ursprünglich erwogen, sei am Veto eines Mannes gescheitert: "An der mangelnden Kooperationsbereitschaft des dort residierenden Hochehrwürdigen Fürstbischöflichen Geistlichen Rates."

Der FT-Bericht über "ein Meer an toten Fliegen", das Ebensfeld fast zum Erliegen brachte, inspiriert die Elferräte zu dieser Folgerung: "Leider der traurige Beweis dafür, dass in Ebensfeld ned bloß die Katz' g'freggd is'." Ein FT-Bericht über "Dohlen als schwarze Tauben von Banz" verleitet die rot-weißen Elferräte in Anspielung auf die dort ansässige CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung zu dem sinnigen Satz: "Banz hat bayernweit große Anziehungskraft auf schwarze Vögel."

Den FT-Bericht über Innovationen im Handwerk, in dem es um einen unterfränkischen Bäcker geht, der seinen Teig Heavy-Metal-Klängen oder Mozart-Melodien aussetzt, greifen die Elferräte auf. Matthias Graß: "Gleiches taten seither die Staffelsteiner Bäcker, wie der von uns beauftragte Brotsommelier zu berichten weiß: So beschallt die Bäckerei Kerling den Teig mit Guns'n'Roses und Ae rosmith für extra resche Butterhörnchen. Die weichen Klänge von Kuschelrock-CDs verhelfen der Bäckerei Mayr zu wahrlich samtig am Gaumen anmutenden Rührkuchen. Die gleichnamigen Beats des Hiphop helfen Bäck Schäfer, dass die Buttercreme nicht gerinnt. Bei der Bäckerei Schedel sorgen wiederum Ballermann-Hits für die besondere Bekömmlichkeit der Bio-Vollkost. Einen Fehlgriff tat offenbar die Bäckerei Tischer: Die Backstube wurde mit Dieter-Bohlen-Liedern beschallt."

Auch die vorgesehene Umgestaltung des Areals der ehemaligen Brauerei "Zum Schwarzen Bären" am Marktplatz nehmen sie auf die Schippe: "Ein weiterer Biergarten? Wir haben ja noch keine Biergärten!" Hier habe der Stadtrat offenbar eine Marktlücke entdeckt, die es zu schließen gelte - wie es bei Pizzerien (11), Friseuren (5), Bäckereien (5) und Metzgereien (5) schon passiert sei. Vielleicht sollte man im "Bären" einen Tiergarten einrichten, in dem Stadträte mit Hilfe eines Kostümverleihs als animalische Darsteller wirken?


Leuchtturm oder NVA-Wachtturm

Spott gibt's für den im Stadtrat angeregten Turmbau am Bahnhof. Einen Leuchtturm könnten sie sich dort vorstellen, sagen die Elferräte - als Denkmal für die "hellen Köpfe", die sich das ausgedacht haben. Oder einen NVA-Wachtturm, denn die Mauer am Bahndamm stehe ja bereits.

Den Orden "Retter der fränkischen Kartkultur 2016" erhielt Markus Subi Scharfenberg - spontaner Einspruch aus dem Publikum, von einem Mann mit Spitznamen "Bomber": "Du kannst gor kaan Schafkopf!" Lautes Gelächter im Saal.

Orden gingen an Christina Ullmann und Natalie Böhmer für ihr langjähriges Engagement in der SKK-Tanz-Garde.