Roswitha Wittmann, Geschäftsführerin Maintal Betten:

"Für unser Unternehmen war es ein außergewöhnlich gutes Jahr", sagt Roswitha Wittmann. Maintal Betten habe in diesem Jahr große Auftragszuwächse verbucht - allein bis September liegt das Plus in einem zweistelligen Prozentbereich. Vor allem das "Baby", der Fabrikverkauf, sei gut angelaufen. "Er wurde gut angenommen. Wir beliefern bis nach Nürnberg und Würzburg." Das Plus, so Wittmann, verdanke das Unternehmen auch den Kunden, Unternehmen wie Otto und Baur, die 2016 viele Werbeaktionen gemacht haben. "Davon haben wir profitiert." Auch die aktuelle Zinspolitik spielte der Unternehmerin in die Karten: "Die Leute sparen weniger und geben mehr aus."

Problematisch hingegen beurteilt die Geschäftsführerin den Fachkräftemangel. "Gutes Personal zu kriegen, ist eine Herausforderung. Weil wir eine starke Auftragslage hatten, haben uns gute Leute gefehlt." Deshalb beschäftigt Wittmann drei Leiharbeiter und bildet ihren Nachwuchs selber aus - sogar vier Flüchtlinge arbeiten im Unternehmen.

2017 möchte die Geschäftsführerin den Fabrikverkauf weiter vorantreiben. Neue Werbeaktionen, neue Produkte sowie größere Lieferentfernungen sollen hierbei helfen. "Wir sind gerüstet, aber auf die globale wirtschaftliche Lage haben wir keinen Einfluss." Besonders die amerikanische Politik sowie die bevorstehenden Wahlen in Deutschland machen Wittmann Sorgen. "Ich habe Angst, wenn rechtspopulistische und extreme Parteien wie die AfD weiterkommen, dass sich die Wirtschaft verschlechtert. Deutsche Firmen haben einen guten Ruf im Ausland. Sowas könnte alles kaputt machen." Damit bei Maintal Betten in Zukunft noch effizienter und schneller gearbeitet wird, kommt 2017 ein neues Computersystem. Vor allem in Sachen Energieeffizienz hat sich bei dem Unternehmen heuer viel getan. "Wir können beim Material und den Preisen nichts machen, also müssen wir schauen, wo wir Kosten regulieren können." Eine Photovoltaikanlage, Schnelllauftore, die Wärme besser isolieren und ein neuer Fuhrpark seien Maßnahmen, die 2016 umgesetzt wurden. Allein die fünf LKWs mit Aerodynamik-Teilen senken die Dieselkosten um etwa 4000 Euro pro Fahrzeug im Jahr.

Volker Mitlacher, Geschäftsführer Systeam:

Volker Mitlacher schaut auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Sein Unternehmen Systeam in Ebensfeld vertreibt seit Jahren Markenartikel aus dem EDV-Bereich - darunter Notebooks, Drucker und Patronen. 2016 konnte das Unternehmen ein Umsatzwachstum von etwa fünf Prozent verzeichnen. Besonders der Dokumentenscanner war in diesem Jahr sehr gefragt - in dieser Produktgruppe hat sich der Umsatz gleich verdreifacht. Doch wie auch in den Jahren zuvor, wird das Hauptgeschäft mit anderen Produkten erzielt: "80 Prozent des Umsatzes machen wir mit den Druckern", sagt Mitlacher.

Für das neue Jahr würde er sich ein Umsatzwachstum von zehn Prozent wünschen, doch das sei in Deutschland kaum zu schaffen. "Mit Gewalt könnte man das erreichen, dann aber zugunsten der Ertragslage." Keine Sorgen mache sich Mitlacher übrigens wegen Trump: "Ich sehe den Markt in Deutschland weiterhin stabil." Daher erwarte er 2017 einen ähnlich guten Geschäftsablauf wie 2016. Verstärkung ist ebenfalls geplant - drei neue Auszubildende und etwa zehn Mitarbeiter in den Bereichen Vertrieb, Service und Einkauf sollen eingestellt werden. Damit würde sich die Zahl der Mitarbeiter 2017 auf über 210 steigern.

Manfred Gawlas, Pressesprecher Baur:

Baur hat ein "extrem anspruchsvolles Jahr" hinter sich gebracht. In den Jahren zuvor erfand sich das Unternehmen immer wieder neu - größtenteils wegen dem digitalen Wandel. Im Juni 2016 beschloss der Beirat die Vision 2025 - eine Vision, die Baur zu einem agilen Online-Händler machen soll. Der Anspruch lautet "schneller und innovativer". Aus diesem Grund investieren die Geschäftsführer im kommenden Jahr vermehrt in moderne Technologien, sagt Manfred Gawlas. Dieses Projekt soll 2017 nochmals an Dynamik gewinnen - das neue Angebot "Lifestyle" soll neben "Home" und "Fashion" die Kundinnen mit attraktiven Themen, Tipps und Neuigkeiten beliefern. Die Tests hierfür sollen bereits Anfang 2017 erfolgen.

"Es ist ein schnelllebiger Einzelhandel, ein harter Wettbewerb. Wir werden in den kommenden Jahren weiter hochfahren", erklärt der Pressesprecher von Baur. Auch wenn erst Ende Februar 2017 Bilanz für das vergangene Jahr gezogen wird, rechnet Manfred Gawlas mit einem ähnlichen Umsatz wie im Vorjahr. Und das trotz zweier umsatzschwacher Monate 2016. "Die Monate März und September haben unseren Geschäftsverlauf negativ beeinflusst", sagt er. Der Grund: Der September war sehr warm, saisonale Produkte wie Herbstkleidung wurden weniger gekauft. "Die Branche hat es hart erwischt", erinnert sich Manfred Gawlas. Das starke Weihnachtsgeschäft gleiche die schwachen Monate aus, davon ist er überzeugt.

Auch das Miteinander im Unternehmen soll im kommenden Jahr weiter gestärkt werden - Ende 2015 wurde bereits ein Kulturwandel bei Baur in die Wege geleitet. Das "Du" steht seitdem auf der Tagesordnung. Und so soll es auch künftig weitergehen. "Wir möchten die Arbeitsbedigungen weiter verbessern", zählt Gawlas eine Änderung auf. Denn: Ein harmonisches Miteinander stärkt die Wettbewerbsfähigkeit und das Unternehmen, so der Pressesprecher. Und das soll auch künftig nicht den Standort Oberfranken verlassen.

"Bei uns in der Gegend arbeiten etwa 3500 Menschen, inklusive der Familien sind so vielleicht 10 000 Menschen mit Baur verbunden. Wir müssen also schauen, dass wir erfolgreich wirtschaften, weil wir eine Verantwortung für diese Menschen und die Region haben." Damit die Region auch für junge Menschen attraktiver wird, freut sich Manfred Gawlas, dass Baur ab 2018 das neue Berufsfeld "E-Commerce-Kaufmann" anbieten kann - eine kaufmännische Ausbildung im Online-Bereich.