Die Planungen für das Gebäude "Am Bauershof 2", der Bevölkerung besser bekannt unter dem Namen "Akropolis", die Verlängerung des bestehenden Pachtvertrages für das Sportgelände mit dem 1. FC Burgkunstadt und die Neuerrichtung eines Feuerwehrgerätehauses mit Gemeinschaftsraum in Theisau waren die wesentlichen Tagesordnungspunkte bei der öffentlichen Sitzung des Stadtrates von Burgkunstadt. Zu dieser begrüßte Bürgermeisterin Christine Frieß (CSU) erstmals auch den neuen Ortssprecher von Gärtenroth, Bernd Weich.

Ein Thema, mit dem sich die Mitglieder des Stadtrates schon mehrfach beschäftigt hatten, war die kombinierte Planung für das Anwesen "Am Bauershof 2", die frühere Schuhfabrik Büttner. Eine Burgkunstadter Familie hatte inzwischen ihr Interesse bekundet, dieses Gebäude zu erwerben und es zu einer Künstlergalerie umzubauen. Dipl.-Ing. Franz Ullrich erläuterte nochmals die bei diesem Objekt zur Auswahl stehenden Varianten: "Parken und besonderes Wohnen auf dem Dach", "Parken und Wohnen in Verbindung mit Dienstleistungen" und "Schwerpunkt Wohnen unter Berücksichtigung der besonderen Möglichkeiten bei der Sanierung und einer kleinen Gebäudeerweiterung".

Der Stadtrat gab danach der interessierten Käuferfamilie die Gelegenheit, ihr Konzept vorzustellen. Diese sieht die Gelegenheit, zur Innenstadtbelebung und Schaffung eines überregionalen- und zentralen Kunst- und Kulturtreffpunkts in Burgkunstadt beizutragen. "Einige moderne Wohnungen im Loftcharakter, sowie die Kunstgalerie mit Museum, vielleicht sogar ein kleines Museumscafé", würden sicherlich eine attraktive Symbiose für die Stadt bedeuten, so die Investorenfamilie. Der Stadtrat entschied sich mit einer breite Mehrheit für den Gebäudeverkauf und die Alternative II, womit künftig das Parken, Wohnen und die Dienstleistungen in einem Umfeld vereint sind.

Pachtvertrag verlängert

Keine Einwände gab es anschließend gegen die städtebaulichen Voruntersuchungen der Nachbargemeinde Altenkunstadt im Rahmen des ISEK.

Danach leitete Bürgermeisterin Christine Frieß zum nächsten wichtigen Tagesordnungspunkt über: der Verlängerung des bestehenden Pachtvertrages mit dem 1. FC Burgkunstadt für das städtische Grundstück (Fußballplatz) bis zum 31. Dezember 2047. Dies begründete der Fußballverein mit weitreichenden Investitionen für eine Beregnungsanlage (Kosten zwischen 15 000 und 20 000 Euro) und die Umrüstung der bestehenden Flutlichtanlage auf LED (erwarteter Kostenaufwand ebenfalls 15 000 bis 20 000 Euro). Diese Maßnahmen könnten allerdings nur eine Förderung von bis zu 80 Prozent durch den Bayerischen Landes-Sportverband (BLSV) erhalten, wenn ein bestehender Pachtvertrag mit einer Laufzeit von mindestens 25 Jahren vorgelegt wird. Zugleich hatte der Verein verdeutlich, dass er einer Nutzung des Sportgeländes durch die Öffentlichkeit und einer möglichen Schaffung von Erholungsflächen offen gegenüberstehe.

Bürgermeisterin Frieß verwies darauf, dass im Freistaat Bayern aufgrund der derzeitigen Situation Sportstätten und insbesondere der gesellschaftlichen Zusammenhalt von der Staatsregierung als wichtig empfunden werden. Der Sportverein sei nach ihrer Auffassung zudem auch ein Aushängeschild der Schuhstadt. Von den Stadträten Joachim Ruß (CSU) und Susanne Bock von Wülfingen (FW) wurde zudem die engagierte Jugendarbeit angesprochen und dass ein Verein wie der 1. FC Burgkunstadt auch eine gewisse Planungssicherheit benötige, was von Stadtrat Dieter Schmiedel (SPD) unterstrichen wurde.

Zwar gab es auch kritische Anmerkungen wegen der Unkündbarkeit des künftigen Pachtverhältnisses sowie dazu, wie der Unterhalt und die Pflegemaßnahmen geregelt werden und wegen des geringen Pachtpreises für zwei Hektar in bester Innenstadtlage, doch Stadtkämmerin Heike Eber gab dazu die entsprechenden Erläuterungen und verwies darauf, dass eine Verwertung des bestehenden Areals und der Neubau eines Sportgeländes in finanzieller Hinsicht für die Stadt keinen wirtschaftlichen Erfolg bedeutet hätten, sondern mit Mehrkosten verbunden gewesen wären. Bei drei Gegenstimmen wurde schließlich einer Verlängerung des Pachtvertrages zugestimmt.

Ein Ort für die Vereine

Anschließend ging es um die Neuerrichtung eines Feuerwehrgerätehauses mit Gemeinschaftsraum für den Stadtteil Theisau, wozu auch alle örtlichen Vereine ihre Wünsche und Vorstellungen für die gemeinsame Nutzung dargelegt hatten. Mehrheitlich entschieden sich die Ratsmitglieder hier für ein Feuerwehrhaus mit Gemeinschaftsraum für 80 Personen in Massivbauweise. Hierzu soll eine Grobplanung erstellt werden, so dass den Stadtratsmitgliedern wichtige finanzielle Eckdaten zur Entscheidung vorgelegt werden können. Zugleich hatten die Stadträte Marco Hennemann und Niklas Stadelmann (CSU) klargemacht, dass sich die Stadt auf die entsprechenden Eigenleistungen der Theisauer Vereine verlassen kann.