Dirk Rosenbauer, Bürgermeister in Michelau, ist während einer Gemeinderatssitzung am Mittwoch (16. Dezember 2020) zusammengebrochen und in der Nacht im Krankenhaus gestorben.

Der 41-jährige CSU-Politiker hatte sein Amt erst im März nach der Kommunalwahl angetreten. Davor war er seit 2014 Zweiter Bürgermeister der Gemeinde gewesen. 

Letzte Gemeinderatssitzung in diesem Jahr

Es war die letzte Sitzung in diesem Jahr. Coronabedingt verzichtete auch die Gemeinde Michelau auf die sonst üblichen Festveranstaltungen, bei denen vor allem Bürger für besondere Leistungen geehrt werden. So standen vor allem Themen wie Förderung von Vereinen, Verbänden und Jugendgruppen auf der Tagesordnung oder eine Neukalkulation der Wasserpreise, zum kommenden Jahr hin soll der Preis gesenkt werden.

Zudem wurden Feldgeschworene vereidigt. Und Rosenbauer zog im öffentlichen Teil eine kurze Jahresbilanz.

Die Sitzung  fand in der Turnhalle in Schwürbitz statt, weil dort die durch Corona gebotenen Abstände besser umzusetzen waren. Zudem hatte das Landratsamt dazu geraten, sich kurz zu halten. So ging es dann auch nach weniger als einer Stunde  in die so genannte nichtöffentliche Sitzung über, in  der etwa Themen behandelt werden, die Persönlichkeitsrechte tangieren, beispielsweise Stellenbesetzungen oder laufende Grundstücksverhandlungen.

Plötzlich sackt Rosenbauer zusammen

Auch dieser Teil der Gemeinderatssitzung war schon fast zu Ende, als Rosenbauer plötzlich zusammensackte und das Bewusstsein verlor. Dem Gremium gehören eine Ärztin, eine Arzthelferin  und ein Rettungssanitäter an, die sich sofort um seine Reanimierung kümmerten, zudem holte der Rettungsassistent seine Notfallausrüstung aus dem Wagen, aus einer nahe gelegenen Bank wurde ein dort für solche Notfälle platzierter Defibrillator herbeigeschafft.  

Der wenig später eintreffende Rettungsdienst brachte Rosenbauer in ein Coburger Krankenhaus. Doch trotz der schnellen, professionellen Hilfe konnte ihm nicht geholfen werden. Er starb noch  am Abend im Krankenhaus. 

Die Amtsgeschäfte führt momentan der Zweite Bürgermeister, Jochen Weber (CSU). Weber saß in der Sitzung neben Rosenbauer. „Er war nicht nur ein Parteikollege, sondern für mich auch ein Freund.“ Vor dem Michelauer Rathaus wurde eine Trauerbeflaggung gehisst. Rosenbauer hinterlässt Frau und zwei Kinder. 

Im Frühling zu neuem Bürgermeister gewählt

Der 41-Jährige war in der Kommunalwahl in diesem Frühjahr zum neuen Bürgermeister der Gemeinde Michelau gewählt worden. Sein Amtsvorgänger Helmut Fischer (CSU) war aus Altersgründen nicht mehr angetreten.  Rosenbauer hatte die Wahl mit 54,9 Prozent gewonnen vor seinem Mitbewerber Jürgen  Spitzenberger von der SPD, damals Dritter Bürgermeister.

Rosenbauer führte vor der Wahl ein familieneigenes Elektrounternehmen in Michelau, zusammen mit Vater Udo und Bruder Tino, und blieb auch als Bürgermeister  weiterhin einer der Geschäftsführer. In die CSU war Dirk Rosenbauer 2008 eingetreten. Damals gelang es ihm auch, im ersten Anlauf in den Gemeinderat gewählt zu werden.  

Er galt als sportlich, fuhr gerne Rad, unternahm lange Spaziergänge mit dem Hund, Wandern bildete sein großes Hobby. Seit 2009 war er  CSU-Ortsvorsitzender in Michelau, dazu wurde er Mitglied in der Vorstandschaft der  CSU im Kreisverband.

"Zutiefst bestürzt und fassungslos"

Vor Ort engagierte er sich in vielen Vereinen, etwa seit 2006 als Vorsitzender des „Michelauer Einkaufskorb“. Zudem war er seit 30 Jahren Mitglied im Posaunenchor Michelau, Gründungsmitglied der  Theatergruppe Michelau  und 25 Jahre dabei, in der Handballabteilung des TV Michelau vertreten,  Mitglied auch beim  FC Michelau, dem TC Michelau und der  Feuerwehr Michelau sowie der  Schützengesellschaft Michelau und dem  Verein Deutsches Korbmuseum.

Seit der Kommunalwahl  2020 saß er außerdem als Kreisrat für die CSU im Kreistag.  

„Ich bin tief bestürzt und immer noch völlig fassungslos über den viel zu frühen Tod unseres Kreisrates und Bürgermeister von Michelau, Dirk Rosenbauer. Wir waren nicht nur Parteifreunde, sondern uns verband auch eine persönliche Freundschaft. Meine Gedanken, mein Mitgefühl sind in diesen schweren Stunden bei seiner Frau und seinen Kindern“, sagte Landrat Christian Meißner (CSU), der zugleich auch Kreisvorsitzender der CSU ist. 

Wie geht es nun weiter?

Aktuell führt der Zweite Bürgermeister Jochen Weber (CSU) die Amtsgeschäfte, wie es auch im Gemeindegesetz vorgesehen ist, wenn etwa der Erste Bürgermeister im Urlaub ist. 

In den kommenden drei Monaten wird nun in Michelau eine Neuwahl nötig sein, da der Bürgermeister direkt von den Einwohnern gewählt wird.   
Dabei kann man in Absprache mit der Rechtsaufsichtsbehörde, in dem Fall dem Landratsamt Lichtenfels, auch etwas abweichen. Bei der Festlegung des Termins sollte darauf geachtet werden, dass auch eine mögliche Stichwahl 14 Tage später auf einen  geeigneten Sonntag fällt, also keine Ferienzeit oder etwa ein Feiertag.