Übelkeit, Entzündungen und Atemwegsinfektionen - Cyanobakterien sind ein großes Übel in der Badesaison. Sie können nämlich jeden Badespaß schnell vermiesen. Nun sind zwei weitere fränkische Badegewässer von den sogenannten Blaualgen betroffen. Die Landratsämter warnen eindrücklich vor den Gefahren. Doch geben den Behörden auch praktische Tipps an die Hand, wie man sich schützen kann.

In Lichtenfels wurden Blaualgen im Main festgestellt. Das teilte das Landratsamt gegenüber der Presse am Mittwoch (10.08.2022) mit. Bürgern waren Algenschlieren auf Höhe des Rudervereins Coburg aufgefallen. Das Hygienekontrollamt überprüfte daraufhin das beliebte Flussbad, da sich gleich gegenüber der Sportstätte befindet. Zwar wurden direkt im Bereich des Freizeitareals keine Blaualgen nachgewiesen, dafür aber am Flusslauf oberhalb an der Verbindung zwischen Main und Ortswiesensee Oberwallenstadt.

Das Landratsamt Lichtenfels sieht zu diesem Zeitpunkt noch davon ab, ein Badeverbot für den Main auszusprechen. Dennoch haben die Behörden einen Warnhinweis für die Bevölkerung herausgegeben. Außerdem soll das Wasser vor allem rund um das Flussbad durchgehend kontrolliert werden. Die Stadt Lichtenfels als Betreiberin der Freizeitanlage will in Kürze Hinweisschilder mit Verhaltenstipps bei Blaualgengefahr aufstellen.

Blaualgen in Badegewässern - Wie schütze ich mich am besten?

Blaualgen sind eigentlich keine Algen, sondern Bakterien, die einen bläulich-grünen Film auf der Wasseroberfläche bilden. Sie setzen sogenannte Cyanotoxine frei, die bei Menschen schwere Reaktionen auslösen können. Zu den häufigsten Beschwerden gehören Reizungen der Haut und Schleimhäute, Bindehautentzündung und Ohrenschmerzen, in schwerwiegenden Fällen auch allergische Reaktionen, Atemwegsinfektionen, Durchfall, Erbrechen und Übelkeit. Besonders gefährdet durch Blaualgen sind Kleinkinder, aber auch Haustiere. So sollte man sich bei Blaualgenbefall verhalten:

  • Alle Bereiche mit Schlierenbildung oder Algenteppichen meiden.
  • Beim Betreten des Wassers langsam hineingehen und Sichttiefe kontrollieren: Wenn die Füße noch sichtbar sind, ist das Baden an dieser Stelle möglich.
  • Das Schlucken und Einatmen von Aerosolen grünlich-trüben Wassers vermeiden.
  • Nach dem Baden gründlich abduschen. 
  • Kleinkinder und Haustiere sollten an betroffenen Stellen überhaupt nicht baden. Das Verschlucken des Wassers soll vermieden werden. 

Warnung herausgegeben: Weiterer beliebter Badesee betroffen

Der Main bei Lichtenfels ist aber nicht das einzige fränkische Gewässer, bei dem in dieser Woche Blaualgen nachgewiesen wurden. Auch für den Weißenstädter See - der erst kürzlich wegen eines tragischen Paddle-Board-Unfalls in die Schlagzeilen geraten war - haben die zuständigen Behörden des Kreises Wunsiedel eine Warnung herausgegeben. Das Landratsamt rät in einer Mitteilung vom Mittwoch eindrücklich davon ab, in der Nähe der betroffenen Stellen zu baden. Von einem Badeverbot sieht das Landratsamt Wunsiedel aber noch ab.