Viele Menschen, die kein Licht mehr am Ende des Tunnels sahen, fanden dank ihm neue Zuversicht, eine neue Perspektive. Nun wurde Dr. Christoph Mattern, der als Chefarzt seit 2001 die Kutzenberger Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik leitete, mit einem Festakt in den Ruhestand verabschiedet.
Die Redner lobten nicht bloß sein fachliches Können, sondern auch sein menschliches Wesen und seine Weitsicht. Ein "Who is Who" renommierter Mediziner der Region und der Bezirkskliniken Kutzenberg, Bayreuth, Rehau und Hochstadt war versammelt.
Bezirkstagspräsident Günther Denzler blickte auf positive Entwicklungen zurück, die ohne Mattern nicht denkbar gewesen wären. "Man darf wohl sagen, dass die Psychiatrie einen so tiefgreifenden Wandel erfahren hat wie kein anderes Gebiet der Medizin.
Sie haben diesen Wandel nicht nur miterlebt, Sie haben ihn in vielerlei Hinsicht aktiv mitgestaltet." Die Abteilung in Kutzenberg sei auch durch ihn "aus der Dunkelheit ins Licht geführt worden", zitierte der Bezirkstagspräsident einen langjährigen Mitarbeiter in Kutzenberg, der dies einmal so formuliert hatte. Zudem sei Mattern seit Jahrzehnten ein gefragter Gutachter. "Bei Gericht und anderen Institutionen schätzt man die Klarheit und Genauigkeit Ihrer Aussagen." Weil er erfahren habe, dass dies ein Hobby Matterns sei, überreichte er dem scheidenden Chefarzt ein Kochbuch. Wie vielen Kollegen Matterns fiel auch Christoph Sommer, ärztlicher Direktor des Bezirksklinikums, das Adieu-Sagen nicht gerade leicht. Dass im kommenden Jahr die Tagesklinik in Kronach eröffnet werden kann, sei nur einer von Matterns zahlreichen Verdiensten. Er schenkte dem historisch interessierten Mattern einen Bildband mit Fotos um 1900. "Der Abschied bedeutet eine Zäsur", meinte Katja Bittner, die für den Vorstand des Kommunalunternehmens Kliniken und Heime des Bezirks Oberfranken sprach. Mattern habe während seiner beruflichen Tätigkeit als Arzt stets Kontinuität, aber auch Weitsicht bewiesen.
Die Schlussworte im dem Festakt, der musikalisch von Lea Gießler und Esther Schadt umrahmt wurde, gebührten freilich Christoph Mattern selbst. "Oft fiel heute schon das Wort ,Ruhestand‘. Das hört sich ja fast an wie ,ruhe sanft‘. Ganz so ist bei mir ja nicht", meinte er und sorgte für schmunzelnde Gesichter, als er fortfuhr: "Ich bin ja weiterhin als Gutachter tätig - und habe somit noch ein Argument gegenüber meiner geliebten Frau. Sie sagte kürzlich, sie fordere nun von mir verstärkte Alltagskompetenz, was immer das auch zu bedeuten hat." Seine Gattin lachte herzlich mit.
Im Anschluss an die offizielle Verabschiedung klang der Festakt in lockerer Atmosphäre mit Imbiss in der Turnhalle des nahe gelegenen Therapiezentrums der Klinik für Psychiatrie aus, wo Mattern noch etliche Hände schütteln musste. Man kann ohne Übertreibung behaupten: Eine Ära geht zu Ende. Ein neuer Abschnitt beginnt - für das Bezirksklinikum und für Christoph Mattern.