Helmut Neuner hat Angst um die Fische im Badesee. Der See ist zugleich der Lebensraum für Hecht, Zander, Aal, Karpfen, Schleie und Barsch, sagt der Vorsitzende des Angelsportvereins Ebensfeld (ASV). Die Angler haben die Wasserqualität stets im Blick. "Wir machen permanente Messungen", sagt Helmut Neuner. In den vergangenen Tagen hätten sich die Sauerstoffwerte jedoch so sehr verschlechtert, dass Handlungsbedarf bestand.

"Da muss man was machen", beschloss Helmut Neuner, "schließlich hängt das Gesamtökosystem des Sees an der Wasserqualität".

Kritisch geworden ist die Situation, weil durch den schnellen Witterungsumschwung am Ende der vergangenen Woche viele Algen abstarben - und Algen verbrauchen beim Verwesungsprozess enorm Sauerstoff.
Mit der Gemeinde Ebensfeld, die Eigentümer des Gewässers ist, wurden die Angler einig, einen Feuerwehr- und Wasserwachteinsatz anzusetzen, nachdem der Sauerstoffgehalt des Seewassers einen bedenklich niedrigen Wert erreicht hatte.


Mehrere Feuerwehren vor Ort

Also rückten am Dienstagnachmittag die Feuerwehren Ebensfeld, Unterbrunn, Unterneuses, Niederau und Döringstadt aus, um die Wasserqualität zu verbessern. Etwa 20 Feuerwehrleute mit vier Fahrzeugen pumpten Frischwasser vom Main in den See und wälzten das Seewasser um. Kreisbrandmeister Christian Schilder sagt, dass man diese Aufgabe gern übernommen habe, um zu verhindern, dass das Wasser umkippt. Denn wenn das geschähe, erklärt ASV-Vorsitzender Neuner, entstünde Schaden von mehreren Zehntausend Euro - zusätzlich zum Fischbesatz wären dann zahllose Stunden ehrenamtlicher Vereinsarbeit umsonst gewesen.

Während der Vorsitzende erzählt, zieht das Boot der Wasserwacht auf dem See seine Achter, um die Wasserschichten zu vermischen. Das Knattern von Pumpen ist zu hören und Wasserfontänen sprudeln aus den Schläuchen auf die Oberfläche des Sees. Ob der Einsatz etwas gebracht hat, werden die nächsten Tage zeigen. Möglicherweise wird ein weiterer solcher Einsatz erforderlich, wenn sich herausstellt, dass der Sauerstoffgehalt noch immer zu gering ist.