Auch der Landkreis Lichtenfels hat am Wochenende die Grenze von 200 bei der Sieben-Tage-Inzidenz gerissen. Damit gelten auch hier nun weitere Einschränkungen: Touristische Tagesausflüge sind über einen Radius hinaus von mehr als 15 Kilometern verboten. Diese Beschränkung wird erst wieder aufgehoben, wenn der Wert von 200 für mehr als sieben Tage in Folge unterschritten wird.

Über das Wochenende hatte sich der dafür offiziell gültige Wert des Robert-Koch-Institutes (RKI) praktisch verdoppelt. Noch am Freitag, 8. Januar, lag er bei 116,8, am gestrigen Montag dann bei 223,1. In den eigenen Inzidenz-Berechnungen des Landratsamtes hatte sich das bereits früher angekündigt. Die Werte unterscheiden sich deshalb, weil die gemeldeten Fälle nach einem anderen Schema erfasst werden. Meist sind die Zahlen des Landratsamt näher dran am tatsächlichen Geschehen. In der Summe werden aber auch vom RKI alle Infizierten erfasst, mit einem gewissen Meldeverzug.

Es ist zu erwarten, dass auch in den kommenden Tagen die Werte weiter steigen könnten.

Schwierige Lage in St. Elisabeth

Ein Grund dafür ist auch ein neues Ausbruchsgeschehen im Pflegeheim St. Elisabeth in Lichtenfels seit Mitte vergangener Woche. "Wir haben zum jetzigen Zeitpunkt 16 durch einen Antigenschnelltest positiv indizierte Mitarbeiter, zwölf davon mit PCR-Bestätigungen", sagt Geschäftsführer Fabian Franke. Bei den Bewohnern stellt sich die Lage noch schlimmer dar: 22 Antigenschelltests ergaben hier ein positives Ergebnis, 13 davon wurden durch einen PCR-Test bestätigt.

Was ist der Unterschied? Die Schnelltest dienen als erste Indikation und liefern nicht so zuverlässige Ergebnisse, deshalb wird dann noch ein Labortest vorgenommen. Erst wenn der auch positiv ausfällt, gilt man offiziell als an Corona erkrankt. "Bisher sind alle positiven Antigenschnelltests bestätigt wurden, die Fehlerquote liegt bei null Prozent." Doch erst nach dem Labortest gilt man offiziell als an Corona erkrankt und wird auch in der Statistik geführt.

Vier Bewohner habe man ins Krankenhaus verlegen müssen, eine davon auf die Intensivstation. Auch hier zeigte sich der bekannte, schlimme Verlauf: Die Krankheitssymptome zeigen sich in zunehmender Schwere erst nach einigen Tagen.

Aktuell sind ihm rund 50 Prozent der Mitarbeiter ausgefallen, da er jeden nach einem positiven Schnelltest nach Hause geschickt hat, damit sich das Virus nicht noch weiter ausbreiten kann.

Über einen Aufruf auf Facebook habe er kurzfristig acht Personen gefunden, die ihm in dieser Lage aushelfen würden. "Ich bin dankbar, dass die Solidarität in der Bevölkerung so hoch ist." Trotzdem lindere das seine Probleme nur für kurze Zeit. "Ich habe auch schon bei der Bundeswehr um Unterstützung angefragt."

Am Sonntag wurden alle Mitarbeiter und Bewohner einer Reihentestung unterzogen, auch das Impfteam, das am 27. und 28. Dezember im Haus war, ließ sich testen. Hier habe es bislang keinen positiven Test gegeben, sagt Andreas Grosch, Sprecher am Landratsamt.

Die Impfungen werden nicht sofort wirksam, nachdem das Mittel gespritzt wurde. Erst nach der zweiten Dosis, die etwa drei Wochen später verabreicht wird, stellt sich der Schutz ein. Ob die Impfung den Verlauf schon vorher abmildern kann, ist nicht sicher.