In einer Sackgasse im Altenkunstadter Ortsteil Baiersdorf steht mutterseelenallein auf einer Wiese eine Bank. Ein Bild, das für Diplom-Ingenieur Frank Schönfelder von der Planungsgruppe Strunz aus Bamberg Bände spricht. Für ihn steht es beispielhaft für die vielen gestalterischen und baulichen Mängel, die es in dem Dorf zu beseitigen gäbe.


Ortsmitte und Spielplatz


Bei einem Lichtbildervortrag spazierte der Experte am Dienstagabend im Gemeinderat durch den Ort. Dabei sprach er die in manchen Bereichen recht schmalen Gehwege an. Am Feuerwehrhaus und dem großen Kreuz in der Ortsmitte ließe sich das Umfeld verschönern. Auch den Spielplatz am Ortsausgang in Richtung Weismain hielt Schönfelder für einen Kandidaten, dem man ein neues Kleid verpassen könnte.


Dieses soll der Ortsteil im Rahmen eines vereinfachten Dorferneuerungsverfahrens erhalten, das einstimmig genehmigt wurde.

Der Referent zählte auf, für welche Maßnahmen es öffentliche Fördermittel gibt: angefangen von der Sanierung ortsplanerisch, kulturhistorisch oder denkmalpflegerisch wertvoller öffentlicher Gebäude über dorfökologische Maßnahmen bis hin zur Gestaltung von Straßenräumen und Plätze.

Damit das staatliche Füllhorn auch ausgeschüttet werden kann, muss nach Auskunft von Geschäftsstellenleiter Alexander Pfaff eine wichtige Voraussetzung erfüllt werden: "Die Maßnahmen müssen bis zum 31. Dezember 2018 vollendet sein, denn an diesem Stichtag endet das Förderprogramm des Freistaates."


Workshops mit den Bürgern


Auch Wasserleitungen und Kanäle sollen im Zuge des Verfahrens mit erneuert werden. Die Bürger werden selbstverständlich nicht außen vorgelassen: Sie können sich bei einer Auftaktveranstaltung, in Work-Shops, Arbeitskreisen und Infoveranstaltungen mit einbringen. Martina Mätzke von der Jungen Wähler Union (JWU) schlug vor, am Ortseingang aus Richtung Maineck und Prügel kommend eine Überquerungshilfe zu errichten. Der Referent vermied es auf Nachfrage verschiedener Ratsmitglieder, konkrete Aussagen zu möglichen Gestaltungsmaßnahmen zu machen. "Die Untersuchungen werden zeigen, wo Handlungsbedarf gegeben ist und wo nicht. Anhand dessen können Sie dann einen Zielkatalog formulieren, in dem zum Beispiel die Gehwegbreite festgelegt ist."

Eine neue Kläranlage erhält der Ortsteil Spiesberg. Die Kosten für den Bau der Kleinkläranlage belaufen sich nach Auskunft von Diplom-Ingenieur Klaus Zwirner von der Planungsgruppe Strunz auf 180 740 Euro. Errichtet wird die Anlage auf dem Gelände der bestehenden Teichkläranlage.

Zur Abstimmung stand auch eine andere ortsnähere Variante, die der Gemeinde 14000 Euro günstiger gekommen wäre. Allerdings stören sich die Bürger daran. Bei einer Bürgerversammlung hatten sie Bedenken gegen diesen Standort vorgebracht. Die Spiesberger befürchten eine Geruchs- und Lärmbelästigung.