Auf dem Weg zur Arbeit kann es, besonders in dieser Jahreszeit, schnell passieren: Der Gehsteig ist glatt, und die Aufmerksamkeit auf Grund von Müdigkeit noch nicht voll da. Ein unachtsamer Tritt auf eine Eisplatte eines vielleicht nicht ideal geräumten Gehwegs - und schon liegt man am Boden. Wenn es unglücklich läuft, sind Prellungen, oder gar Knochenbrüche die Folge. Ein typisches Szenario für einen Unfall auf dem Weg zur Arbeit. Wem das passiert, der sollte sich bei einem Unfallarzt vorstellen und seine Verletzungen dokumentieren lassen, um in Sachen Versicherungsschutz auf der sicheren Seite zu sein.
Seit 1. August 2012 ist eine solche Versorgung auch im Bezirksklinikum Obermain in Kutzenberg möglich. Dominik Hornung hat die Zulassung als Unfallarzt in der Tasche.
Der Mediziner ist Facharzt für Chirurgie, mit der Zusatzbezeichnung "spezielle Unfallchirurgie", und leitet die neu geschaffene Sektion "Orthopädische Traumatologie" an der Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie in Kutzenberg. Die neue Abteilung steht an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr zur Versorgung Unfallverletzter zur Verfügung.
"Ich war schon immer mehr der handwerkliche Typ", erzählt Dominik Hornung. Deshalb sei ihm schon während des Studiums klar gewesen, dass er später einmal in der Chirurgie arbeiten würde. Die Idee zum Medizinstudium war dem gebürtigen Lichtenfelser während seiner Zivildienstzeit am Helmut-G.-Walther-Klinikum gekommen. Durch seine Fortbildung ist mit Kutzenberg jetzt eine weitere Anlaufstelle für Arbeits- und Schulwege-Unfälle im Landkreis vorhanden. Denn diese Art von Verletzungen werden nicht über die normale Krankenversicherung abgerechnet, sondern laufen über die gesetzliche Unfallversicherung.

Die Voraussetzungen

Um als Unfallarzt, oder - wie es im Fachjargon heißt - Durchgangsarzt ("D-Arzt") arbeiten zu können, benötigt ein Mediziner die Zulassung der Berufsgenossenschaft. "Dabei gibt es nicht nur persönliche Voraussetzungen", erklärt Hornung. "Auch bauliche Voraussetzungen müssen gegeben und die passenden medizinischen Geräte vorhanden sein."
Als Unfallarzt ist Dominik Hornung nicht nur für die Heilung seiner Patienten zuständig. Als Gutachter dokumentiert er auch Verletzungen oder Berufserkrankungen, die durch Verschleiß entstanden sind. "Zum Nutzen der Patienten", wie er sagt. Denn wenn Patienten durch einen Arbeitsunfall arbeitsunfähig werden oder an Folgeschäden leiden, stützen sich die Versicherungen auf seine Expertise. Deshalb ist Hornung in seiner Rolle als D-Arzt auch unabhängig, um seine Neutralität zu gewährleisten.
Betroffenen rät er, zeitnah einen Unfallarzt aufzusuchen. "Innerhalb der ersten drei Tage nach einem Unfall sollte man einen D-Arzt aufsuchen, damit man Dinge wie Prellungen und Blutergüsse dokumentieren kann", betont Hornung. Häufig hat er es mit Knochenbrüchen, Schnittwunden und Verrenkungen des oberen Sprunggelenkes, wie sie beim Umknicken passieren, zu tun - klassische Verletzungen, die bei der Arbeit passieren oder die sich Schüler auf dem Weg zur Schule und im Sportunterricht zuziehen.
"Wer einen Arbeitsunfall erleidet, kann direkt zu mir kommen. Für D-Ärzte braucht man keine Überweisung", sagt Hornung. Zudem sorgt der Unfallarzt nicht nur für die Notfallbehandlung, sondern kümmert sich auch um die ambulante Nachbehandlung.
Dominik Hornung weiß auch, dass nicht jeder, der einen Arbeitsunfall erleidet, sofort zum Arzt geht. "Da gibt es eine recht hohe Dunkelziffer", sagt Hornung. Dennoch rät er, Unfälle, die auf dem Schulweg, in der Schule, oder bei der Arbeit passieren, nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. "Eine rechtzeitige Dokumentation des Befundes ist sehr wichtig." Nur so sei man bei möglichen Folgeschäden auf der sicheren Seite.