Am 1. Oktober 1973 wurde die Berufsfachschule für Krankenpflege am Helmut-G.-Walther-Klinikum gegründet. Damals war die "alte Schule" noch in der Ärzte-Bibliothek im Klinikum, einem fensterlosen Raum, untergebracht. "Als die Schule eröffnet wurde, war nichts da. Kein Bleistift, kein Papier, nichts", erinnert Schulleiter Harald Engel. In seiner Festrede zum 40-jährigen Bestehen gab er einen Rück- und einen Ausblick.
Nach dem Provisorium im Klinikum wurde im Oktober 1974 mit dem Neubau eines eigenen Schulgebäudes begonnen. Ein Jahr später erfolgte der Umzug in die neuen Räume. Rund 5200 junge Leute haben sich in den vergangenen vier Jahrzehnten um einen Ausbildungsplatz beworben. Im Schnitt 130 pro Jahr. Einen Einbruch gab es Anfang bis Mitte der 1990er Jahre, als der Durchschnitt bei 50 Bewerberinnen lag.
Damals wurde das Aktionsprogramm "1095 Tage Abenteuer" gestartet, um interessierte Schulabgänger für den Pflegeberuf zu gewinnen.

Nur fünf bestanden nicht

Wenige Jahre später, 1999, haben sich dann rund 350 Bewerber gemeldet. "Seit 2010 ist wieder ein deutlicher Rückgang zu spüren", erläuterte Engel. Kamen die Bewerber früher hauptsächlich aus der Realschule, sind es heute überwiegend Mittelschüler, die einen Pflegeberuf erlernen wollen. Als Erfolg darf es die Schule werten, dass in den 40 Jahren nur fünf Leute ihre Ausbildung nicht bestanden haben. Alle anderen haben, auch wenn sie nicht übernommen wurden, ihren Weg gemacht. Sie fanden in Kliniken, Sozialstationen, Altenheimen, beim Gesundheitsamt, in der Pharmaindustrie, in Behinderteneinrichtungen und sogar auf dem Kreuzfahrtschiff Aida ein neues Betätigungsfeld.

39 Jahre lang unterrichtet

"Die Schule war mein Leben", berichtet Schwester Monika Hummel. Sie hat gemeinsam mit Schulleiterin Schwester Wilma Pfister die Berufsfachschule für Krankenpflege aufgebaut. Bis zu ihrer Pensionierung im letzten Jahr hat Schwester Monika insgesamt 39 Jahre unterrichtet. "Das Schönste war, wenn man die Schüler zum Examen geführt hat." Manchmal hat sie dabei mehr gezittert, als der Prüfling selbst. Zu schaffen machten ihr die ständig wechselnden Lehrpläne und Vorgaben sowie der bürokratische Aufwand. Zum großen Plus der Schule zählt sie die Kontinuität im Lehrpersonal, das sich über Jahrzehnte hinweg kaum verändert hat. "Wir waren ein gutes Team", sagt Schwester Monika.
Dass sich im Verlauf der letzten 40 Jahre viel verändert hat, das zeigte auch eine kleine, witzige Darbietung. Eine der heutigen Schülerinnen (Nadine Zeulner) träumt im Examensstress von jemandem, der vor vier Jahrzehnten eine Ausbildung durchlief.
Damals gehörte Elsbeth Trebes zu den ersten Schülerinnen, die in ihrer Ausbildung noch Tupfer drehen mussten, Zellstoff zuschnitten und ihr Wissen aus Büchern paukten. Auch ein altmodisches Fieberthermometer war noch im Einsatz und die Verweildauer der Patienten war noch deutlich höher als heute. Für die junge Frau, die im März nächsten Jahres ihr Examen macht, gehört der Computer ganz selbstverständlich zur Ausbildung dazu. "Laptop, nie gesehen, nie gehört", kontert Elsbeth Trebes. So ändern sich die Zeiten.
"Nach den Feuerwehrmännern ist der Beruf der Gesundheits- und Krankenpflegerin der anerkannteste Beruf in unserer Gesellschaft", sagte DBfK-Geschäftsführerin Marliese Biederbeck in ihrer Festrede. Mit rund 1,3 Millionen Berufsangehörigen stellt die Pflege die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen. Fachkräfte werden dringend benötigt, da vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sich die Zahl der pflegebedürftigen Menschen bis zum Jahr 2050 wahrscheinlich noch verdoppeln wird.
Nach der Feierstunde öffnete die Berufsfachschule ihre Unterrichtsräume zum Tag der offenen Tür. Dabei konnten sich die Besucher auch über die Ausbildung informieren.