Lars Hübner und Bernd Watzka haben sich vor dreieinhalb Jahren für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Eine Entscheidung, die die beiden Prüfungsbesten nicht bereut haben. Bei der zentralen Freisprechungsfeier in der ehemaligen Synagoge in Lichtenfels erhielten sie am Sonntag gemeinsam mit 20 weiteren jungen Männern ihre Gesellenbriefe überreicht.

Der Beruf des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik ist für Lars Hübner ein Traumberuf. "Jeder Tag ist abwechslungsreich, und jedes Jahr gibt es etwas Neues zu lernen", erklärt der frisch gebackene Geselle. Lars Hübner ist fest davon überzeugt, dass das Handwerk auch in Zukunft den sprichwörtlich goldenen Boden besitzt. "Fast jeder möchte sich irgendwann ein Haus bauen oder eine Wohnung kaufen, dann braucht er das Handwerk", lautet seine Überzeugung.
"Das ist einfach so, das kann man nicht abstreiten", sagt Hübner.

Bernd Watzka hat über die Lichtenfelser Ausbildungsmesse seinen Traumberuf gefunden. "Meine Ausbildung als Feinwerkmechaniker mit Fachrichtung Werkzeugbau war die absolut richtige Entscheidung", erklärt er. Jetzt, nach erfolgreich bestandener Ausbildung, peilt der junge Mann das nächste Ziel an, die Weiterbildung zum Techniker. "Es muss nicht unbedingt immer Abitur und ein Studium sein", sagt er. "Auch in einem handwerklichen Beruf kann man glücklich sein. Es muss halt Spaß machen."

Für Kreishandwerksmeister Mathias Söllner war es wichtig, dass die Freisprechungsfeier noch in der Amtszeit von Bürgermeisterin Bianca Fischer stattfinden konnte. Sie habe das Handwerk nie im Stich gelassen, lautete seine Begründung.

"Sie können stolz auf Ihre Leistungen sein", sagte der Vizepräsident der Handwerkskammer Oberfranken, Matthias Grassmann, an die jungen Männer gerichtet. Sein Dank galt den Ausbildungsbetrieben, den Meistern, den Eltern, der Berufsschule nicht zuletzt den Junghandwerkern selbst. "Sie verfügen über ein hohes Maß an Verantwortung, handwerklichen Fähigkeiten und grundsolider Kompetenz", stellte er fest. Die berufliche Bildung sei der Königsweg im Handwerk. Auch ein Hauptschüler könne mit einer erfolgreichen Ausbildung und der Meisterprüfung zum Hochschulstudium kommen. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels werde die Nachwuchsgewinnung eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre sein.

In ihren Grußworten gratulierte Bürgermeisterin Bianca Fischer zu einer Leistung, die nicht unbedingt als selbstverständlich anzusehen sei. Den Junghandwerkern wünschte sie auf ihrem künftigen Lebensweg weiterhin Neugierde und Begeisterung. Ähnlich formulierte es auch der stellvertretende Landrat, Helmut Fischer (CSU). Dieser wichtige Berufsabschluss sei nur eine Stufe des Erfolgs, dem eine berufliche Weiterbildung folgen müsse.

Mit dem alten Handwerkerspruch "Es lebe der alte, ewig junge Dreiklang Meister - Geselle - Lehrling" endete die Zeremonie.

Zu Gesellen im Ausbildungsberuf Feinwerkmechaniker, Fachrichtung Werkzeugbau, wurden erklärt:
Bernd Watzka, Markus Höhlein, Pascal Scherer, Dominik Blank, Johannes Kraus, Sebastian Drechsel (alle Werkzeugbau Siegfried Hofmann GmbH), Markus Zapf, Thomas Fichtel (beide Hochstadter Formenbau GmbH), Christian Seidl, Sebastian Hetzel, Tim Hallermeier (Robert Hofmann GmbH), Christian Mayer, Bastian Bartsch und Lukas Büttner (Vogel & Heppner GmbH).

Den Gesellenbrief als Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik erhielten:
Robert Dauer, Waldemar Geffel, Matthias Weihermüller (alle Sanitär- und Heizungstechnik Limmer & Söllner, Altenkunstadt), Nils Haselmann (Wagner Haustechnik KG), Lars Hübner (Förtsch Haustechnik GmbH & Co. KG), Bernhard Gropp (Skotnica Haustechnik) sowie Giuseppe Cugno (Rauch Mensch & Wohnen Haustechnik).

Maler- und Lackierer-Geselle ist jetzt Thomas Kraus (Malerbetrieb Hartmann).