Eine Karikatur von Anton Köcheler, die während der "Lach-Art"-Ausstellung der Kulturinitiative zu sehen war, bringt es auf den Punkt: Mehrere Bären machen Winterschlaf in ihrer Höhle. Daran prangt der Wirtshausausleger des ehemaligen Brauerei-Gasthofs "Zum Schwarzen Bären", davor steht eine Bautafel: "Vorsicht! Ruhendes Bärengelände, nicht stören!".

Seit inzwischen 15 Jahren gibt es Überlegungen, das verwaiste Areal im Herzen der Stadt einer sinnvollen Nutzung zuzuführen. Seit fünf Jahren gehört das 3300 Quadratmeter große Grundstück der Stadt Bad Staffelstein. Warum es so lange dauert, eine Planung vorzulegen, die Finanzierung über Fördermittel zu sichern und den ersten Spatenstich zu machen, das wollten wir von Bürgermeister Jürgen Kohmann (CSU) wissen.

Die Vorgespräche über die Neunutzung des Bären-Geländes gehen bis ins Jahr 2005 zurück, sagt Kohmann. Damals habe sich die JB-Fraktion an Bürgermeister Georg Müller (SPD) gewandt, "um etwas zu bewegen und um Städtebaufördermittel zu nutzen". In den Folgejahren sei mit den Eigentümern, einer Erbengemeinschaft, verhandelt worden. Zudem habe Stadtbaumeister Andreas Ender ein Konzept "Kultur- und Kommunikationszentrum" entwickelt, das 2008 vorgestellt wurde und in wesentlichen Teilen nun umgesetzt werden soll. Ins Auge gefasst werde damit, die Innenstadt lebendig zu gestalten und sie über die sanierte Bahnhofstraße sowie die "Grüne Achse" an der Lauter entlang mit der Therme zu verbinden. Die Gastronomie spiele dabei eine wesentliche Rolle. Was den "Bären" betreffe, habe sich die Stadtverwaltung immer wieder bei Förderprogrammen beworben, um eine machbare Finanzierung aufzustellen.

Im inzwischen ausgeführten Realisierungswettbewerb seien viele Details ausgearbeitet worden. Enthalten war beispielsweise das vorgeschriebene Auswahlverfahren für Architekten. Ende September wurden die Entwürfe der 15 Einsender (bei über 100 Anfragen) vorgestellt. Die Jury kürte das Münchener Architekturbüro "Kol-Lek-Tif" zum Sieger.

"Wenn wir Fördergelder haben wollen, sind nun weitere Schritte erforderlich", erklärt Bürgermeister Kohmann. Bis zu 90 Prozent staatlicher Zuschuss sei möglich. Voraussetzung, dass sich die Stadt um diese Mittel bewerben konnte, sei die Erstellung des inzwischen vorliegenden Integrierten Entwicklungs-Konzeptes (ISEK) gewesen. Erforderlich hierfür seien - wie vom Stadtrat beschlossen - eine Flächenpotenzialsanalyse und ein Leerstandsmanagement.

Zudem, so Kohmann weiter, suche Quartiersmanager Michael Böhm derzeit geeignete Investoren für den Gastro-Bereich mit Hotel und Biergarten im vorderen, historisch wertvollen Teil des "Bären" - und eventuell im angrenzenden Ultsch-Anwesen, das ebenfalls der Stadt gehört. Konkrete Gespräche würden bereits geführt. "Wir wollen den Interessentenkreis nun erweitern", sagt er. Auf dem hinteren Teil des Areals soll ein zweigeschossiges Parkhaus entstehen mit bis zu 80 Stellplätzen. Kohmann: "Wir wollen 2022 in die Realisierung gehen, wenn alles so klappt, wie geplant."