Am besten beschwert man sich dann auch bei allen, die es nicht wissen wollen, wie langweilig einem doch gerade ist. Die Freunde, die man seit Tagen oder Wochen nicht mehr gesehen hat, werden dann erwidern, dass ihnen auch langweilig sei.

Und siehe da, man unterhält sich über die individuelle Langeweile. Täglich grüßt das Murmeltier. Was das Nichts-Tun noch herausfordernder macht, ist das Wetter. Würde es wenigstens regnen, dann würde man sich auch nicht so schlecht fühlen beim Auf-dem-Sofa-Liegen.

Ohnehin ist ja nicht das Nichts-Tun das Problem, sondern es ist viel mehr der Zwang. Nichts widerstrebt dem Menschen mehr als etwas zu tun müssen.

Als rechtschaffener Bürger hält man sich an die von der Regierung verordneten Ausgangsbeschränkungen. Denn wenn jeder seiner Lust nach Sonnenstrahlen, Kaffee trinken oder bummeln nachgeben würde, würden wir wahrscheinlich noch länger zuhause bleiben müssen und das unter noch strengeren Einschränkungen.

Man könnte glatt verzweifeln. Einerseits, wenn alles normal wäre, würde man sich über so viel Ruhe und Nichts-Tun freuen - andererseits leben wir in nicht normalen Zeiten. So bleibt einem nichts anderes übrig, als sich zu langweilen und abzuwarten.