Als im Frühjahr 2015 in Nepal gleich mehrfach die Erde bebt, ist das auch für die Menschen im Dorf Malekhu eine Katastrophe: Es gibt Tote, und viele Menschen verlieren ihr Zuhause - darunter auch etliche Patenkinder des Kulmbacher Vereins Nepalhilfe und ihre Familien.

Die deutschen Freunde lassen die Menschen in ihrer Not nicht im Stich: Sie bauen neue Häuser für die Patenfamilien, organisieren medizinische Versorgung und sauberes Trinkwasser.


Schäden größer als gedacht


Doch die Beben haben nicht nur Wohnhäuser beschädigt, sondern auch die von den Kulmbachern errichteten Schulgebäude, berichtet Sonja Promeuschel, Vorsitzende des Vereins. "Die Schäden sind größer als anfangs vermutet. Ein Teil unseres Schulkomplexes muss durch einen Neubau ersetzt werden."

Dass dies möglich ist, daran haben die Lions-Clubs großen Anteil. Der Kulmbacher Jörg Naumann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung der Deutschen Lions und Mitglied des Lions-Clubs Bayreuth-Kulmbach, nutzte seine Verbindungen, um das Projekt zu unterstützen. Zum einen beteiligt sich das Hilfswerk der Deutschen Lions mit mehr als 40 000 Euro an dem insgesamt 183 000 Euro teuren Neubau. Zum anderen konnten die Kulmbacher dank der Vermittlung der Lions eine Förderung beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung beantragen. Diese beteiligt sich nun mit stolzen 137 000 Euro an dem Bauprojekt. Der Kulmbacher Verein muss nur 5000 Euro an Eigenmitteln aufbringen. Vor Ort zeichnet der Lions-Club Kathmandu Star verantwortlich für die Umsetzung.


Dankbar für die Hilfe


"Ohne diese Unterstützung könnten wir das in diesem Umfang nicht leisten", sagt Sonja Promeuschel. Dafür sei der Verein dankbar. Die Ehrenamtlichen seien mittlerweile an der Grenze der Belastbarkeit: Mehr als ein Jahr hat sich die Antragstellung beim Ministerium hingezogen. Man habe viele Stunden damit verbracht, alle Formalitäten zu erfüllen, so Ehrenvorsitzender Peter Pöhlmann und Schatzmeister Stefan Fechner.

Doch der Einsatz hat sich gelohnt. "Da wir jetzt nur einen vergleichsweise geringen Eigenanteil für die Schule aufbringen müssen, haben wir die Möglichkeit, weiteren Patenfamilien beim Haus-Neubau zu helfen", freut sich Sonja Promeuschel.
Damit sich die Familien überhaupt einen Neustart leisten können, haben sich die Kulmbacher nicht nur um die Planung gekümmert und geben jeder Familie einen finanziellen Zuschuss, sondern mit finanzieller Unterstützung der Adalbert-Raps-Stiftung auch selbst beim Bau Hand angelegt. Von Anfang September bis Ende November werden nacheinander wieder mehrere Bauhelfer-Trupps nach Malekhu reisen.


Über das Engagement des Vereins Nepalhilfe


Zwischenbilanz
Rund 1,75 Millionen Euro an Spendengeldern hat die Nepalhilfe in den 15 Jahren ihres Bestehens bereits mobilisiert und in nachhaltige Projekte investiert. Der Verein hat derzeit 352 Mitglieder. 160 Schulkinder haben Kulmbacher Paten, die ihnen den Schulbesuch ermöglichen.

Häuser Insgesamt bis zu 30 Familien in Malekhu sollen mit Kulmbacher Hilfe ein neues Zuhause bekommen. Mehr als die Hälfte der kleinen Häuser steht schon. Sie sollen zusätzlich mit einfachen Photovoltaikanlagen ausgerüstet werden, damit die Schulkinder auch nach Einbruch der Dunkelheit noch die Möglichkeit zum Lesen und Lernen haben.

Trinkwasser Die Lions haben die Nepalhilfe schon öfter unterstützt. Gleich nach der Katastrophe im April 2015 haben sie fünf Wasseraufbereitungsanlagen im Wert von insgesamt 1200 Euro zur Verfügung gestellt. Diese sind noch immer im Einsatz und sorgen dafür, dass die Schulkinder sauberes Wasser trinken können.