Alles kann man sich heutzutage im Internet besorgen. Sogar einen Lebenspartner.

Zu diesem Zweck gibt es sogenannte Dating-Portale. Die heißen Parship oder Tinder, Datingcafé oder Elitepartner. Das Prinzip ist immer gleich. Wer sucht, füllt einen Fragebogen aus. Abgefragt werden die technischen Daten: Wie groß, wie alt, dick oder dünn, grau oder blond. Sternzeichen und Beruf, Kinderzahl und Kinderwunsch. Dazu die persönlichen Präferenzen bezüglich eines künftigen Lebenspartners: Soll er sportlich sein oder eher gemütlich? Soll er im Urlaub auf die höchsten Berge steigen oder doch lieber am Strand entspannen? Isst er lieber italienisch oder asiatisch? Oder bevorzugt er doch Mamas Sauerbraten mit Semmelkloß?

Wenn alle Fragen beantwortet sind, beginnt ein Computer zu rechnen. Irgendwann schlägt er dann ein, zwei, drei oder viele potenzielle Partner vor, die man respektive frau dann anschreibt, anruft oder zwecks näherem Kennenlernen auf einen Kaffee trifft.

Da kann Mamas Sauerbraten plötzlich zum Problem werden: Weil die potenzielle Zukünftige nie eine nur annähernd ähnliche Kunstfertigkeit erreichen wird, ist's gleich wieder aus mit der Liebe fürs Leben.

Kleinere weltanschauliche Differenzen - Tatort oder Rosamunde Pilcher am Sonntag, Tee oder Kaffee zum Frühstück, Hund oder Katze als Haustier - lassen sich hingegen mit gutem Willen beheben. Eins aber kann zur großen Gefahr werden, wenn eine junge Liebschaft ins Fahrwasser des gemeinsamen Alltags steuert. Diese Frage ist den Dating-Portalen keine Zeile wert - obwohl sie doch manche Beziehung bis zum Äußersten belastet: Wer räumt die Spülmaschine ein? Und vor allem: wie???

Fragen Sie mal in Ihrem Bekanntenkreis nach...