Konkrete Filmanfragen liegen dem Markt Kasendorf derzeit zwar noch nicht vor. Doch die Initiative Filmkulisse Bayern ist an den Förderverein Tanzlinde herangetragen und hat um die Aufnahme des prächtigen Baumes in ihre Motivsammlung gebeten.

"Die Aufnahme ist nicht mit Kosten verbunden. Aber die Tanzlinde wäre dann eben als spezieller Ort verzeichnet, der sich auch für Filmdrehs eigenen würde", erklärte Bürgermeister Bernd Steinhäuser (CSU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.


Kontroverse Diskussion


Der Förderkreis habe das Thema kontrovers diskutiert. Denn man wolle keinen Riesen-Ansturm und auch nicht allzu viel Rummel. Letztlich hätten sie jedoch die Aufnahme befürwortet. "Vielleicht wird ja wirklich einmal ein Film gedreht - oder Teile davon. Im Schloss Thurnau wurde ja auch gedreht", so Steinhäuser.

"Wir sollten zustimmen. Wenn wirklich mal gedreht wird, ist das auch immer ein bisschen Werbung", sagte Hans Lauer (CSU) und sprach damit auch den anderen Gemeinderäten aus dem Herzen.

Der Bürgermeister legte eine Satzung der Stadt München vor. Die Landeshauptstadt hat für Filmdrehs eine Gebührensatzung entworfen. "So weit wollen wir aber nicht gehen", merkte Steinhäuser an. Schließlich sei nicht mit einem Ansturm von Filmschaffenden zu rechnen, zudem seien auch andere fränkische Motive kostenlos buchbar.

Die Peestener Linde wurde 1657 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Unter der Obhut der Gemeinde Peesten entwickelte er sich dann zu einem sehenswerten Gebilde. In historischen Unterlagen aus dem Jahr 1858 wird bereits von den "weithin ausgebreiteten Ästen und einem 87 Quadratmeter großem Baumsaal, zu dem man auf einer 22 Stufen zählenden steinernen Wendeltreppe mit eisernem Geländer hinaufsteigt", berichtet.


Seit 2001 wieder Lindenkerwa


Allerdings gingen die Kriege nicht spurlos an der Linde vorbei. Nach dem Zweiten Weltkrieg war nur noch ein Baumstumpf übrig. Dieser wurde beseitigt - 1950 pflanzten die Peestener eine neue Linde. 2001 konnte der neue Baum wieder mit einer Holzkonstruktion versehen werden - auf den noch vorhandenen Steinsäulen. Seitdem pflegen die Peestener auch wieder ihre Lindenkerwa.


Gemeinderat in Kürze


Aufforstung Keine Einwände hatte der Marktgemeinderat Kasendorf gegen den Antrag von Siegfried Labude, der am Prelitz eine Erstaufforstung durchführen möchte.

Breitband Das zweite Verfahren für den Breitbandausbau, in dem Azendorf komplett erschlossen werden sollte, würde mit fast 400 000 Euro weit über die noch vorhandenen Fördergelder hinausgehen. Aus diesem Grund nahm der Markt das Auswahlverfahren zurück und entschied sich dafür, in Azendorf nur die Hausnummern 53, 63 und 70 mit Glasfaser zu erschließen. Der Rest soll über die Vectoring-Technologie versorgt werden und käme damit ebenfalls auf Bandbreiten von 50 bis 70 Megabit je Sekunde.

Erdgas Die alte Turnhalle in Kasendorf und das Feuerwehrhaus in Döllnitz sollen an das Erdgasnetz angeschlossen werden. Die Kosten belaufen sich auf 5236 und 1961 Euro.

Zuschuss Der Verein "Hollfelder Helfer" wird mit einem Zuschuss von 200 Euro bedacht. Fünf bis sechs Personen aus der Marktgemeinde werden dort mit Lebensmitteln versorgt.
Schwarzes Roß Um die Sanierung des ehemaligen Gasthauses "Schwarzes Roß" voranzubringen, soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. "Wir haben die Chance, dass das mit 90 Prozent bezuschusst wird", erklärte Bürgermeister Bernd Steinhäuser. Im Vorfeld arbeitet das Erfurter Büro IPU für 490 Euro entsprechende Ausschreibungsunterlagen aus. Die Studie selbst wird mit rund 20 000 Euro zu Buche schlagen. "Wir können uns dann im zweiten Halbjahr 2017 Gedanken machen, was aus dem alten Gasthaus wird", sagte Steinhäuser. so