Sie sammeln Unterschriften und schreiben Briefe, sie halten Vorträge und setzen sich unermüdlich dafür ein, den Menschen ins Bewusstsein zu rufen, dass es mit den Menschenrechten nicht überall auf der Welt gut bestellt ist. Nun planen die Kulmbacher Mitstreiter von Amnesty International eine neue Aktion: Sie pflanzen einen "Baum der Menschenrechte". Was es damit auf sich hat, erläutert Peter Hennings, der Sprecher der Kulmbacher Gruppe.

Warum eine Baumpflanzung?
Peter Hennings: Den Wunsch, einen Baum zu pflanzen und damit ein beständiges Symbol zu schaffen, hat die Kulmbacher Gruppe von Amnesty schon lange.
Dank des Entgegenkommens von Oberbürgermeister Henry Schramm und der Unterstützung der Stadt Kulmbach können wir diesen Wunsch nun realisieren - und hoffen, dass wir mit dem Baum für die Kulmbacher ständig präsent sind.

Warum ausgerechnet ein Ginkgo? Der gehört ja nun nicht zu den heimischen Bäumen?
Der Ginkgo, der aus dem Fernen Osten zu uns gekommen ist, ist ein sehr symbolträchtiger Baum. Er wird groß und alt. Weil sehr viele Jahre vergehen können, bis der Ginkgo Samen bildet, nennt man ihn in Japan auch "Großvater-Enkel-Baum", und man sagt, ein Ginkgo wird "auf Hoffnung gepflanzt". Deshalb haben wir uns für den Ginkgo entschieden: Auch die Arbeit von Amnesty International ist eine Arbeit,die auf Hoffnung beruht.

In welchem Rahmen soll der Baum gepflanzt werden?
Der Baum erhält seinen Platz im Grünzug. Er soll am 20.April um 14 Uhr offiziell seiner Bestimmung übergeben werden. Das ist übrigens auch kurz vor dem "Tag des Baumes" am 25. April. Mitglieder von ai und Vertreter der Stadt werden einen Gedenkstein enthüllen, den die Steinbildhauerei Krüger gestiftet hat. Die Jugend-Big-Band der Städtischen Musikschule unter der Leitung von Thomas Schimmel ist für das musikalische Programm zuständig. Die Buben und Mädchen des Ökumenischen Kinderhorts werden mit blühenden Vergißneinnicht-Pflanzen daran erinnern, dass wir Menschen, die Unrecht erleiden, nicht vergessen sollen.

Kann eine relativ kleine Gruppe wie die in Kulmbach vor Ort überhaupt etwas bewirken?
Wir sind zwar nicht Viele, aber wir können doch unseren kleinen Beitrag leisten, um auf Verletzungen der Menschenrechte hinzuweisen. So sammeln wir mit Unterstützung vieler Kirchengemeinden in den Gottesdiensten in der Region Unterschriften. Und mit unserer Unterschriftensammlung für eine Waffenkontrolle durch die UNO im letzten Jahr haben wir möglicherweise mit dazu beigetragen, dass die UNO erst kürzlich solche Kontrollen beschlossen hat.